Sender Sternsinger überbringen Segen in plattdeutscher Mundart Mit Weihrauch und Kräuteröl

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Mildtätige Löie in Stadt und Land, Drücket uns gern ma `n Daler in `ne Hand«, war es am Dreikönigstag in Sende zu vernehmen. Wenn Gemeindemitglieder zu Königen werden, dann ist im Ort vor allem eines wichtig: Die Sprache. Denn hier tragen die »Heiligen Drei Könige« ihren Segen noch in plattdeutscher Mundart vor.

Von Uschi Mickley
Als Heilige Drei Könige überbringen die Sender Sternsinger ihren Segen in plattdeutscher Mundart: (von links) Wilhelm Klusenberg, Fridolin Balsliemke, Robert Jacobebbinghaus, Antonius Großerüschkamp, Josef Pollmeier und Heinz Hauphoff.
Als Heilige Drei Könige überbringen die Sender Sternsinger ihren Segen in plattdeutscher Mundart: (von links) Wilhelm Klusenberg, Fridolin Balsliemke, Robert Jacobebbinghaus, Antonius Großerüschkamp, Josef Pollmeier und Heinz Hauphoff. Foto: Uschi Mickley

Das ist in der Region nicht mehr oft der Fall, weiß Käthe Niehus, die seit nunmehr acht Jahren für die Aktion verantwortlich zeichnet. Als damaliges Mitglied im Pfarrgemeinderat hat sie die Tradition gemeinsam mit dem damaligen Pastor Dietmar Walter in der Gemeinde ins Leben gerufen.

Im Rahmen eines Entsendegottesdienstes wurden die plattdeutschen Sternsinger am frühen Morgen des Dreikönigstages von Pfarrer Karl-Josef Auris ausgesandt. Bei klirrender Kälte machten sie sich in zwei Gruppen als Kaspar, Melchior und Balthasar auf den Weg, um Neujahrswünsche zu überbringen und um Spenden zu bitten.

Heinz Haup­hoff als König Balthasar

Der St.-Heinrich-Kindergarten war die erste Einrichtung, an der die Sternsinger ihren Segen »Christus mansionem benedicat« anbrachten. Mit großen Augen verfolgten die Kleinen, wie der königliche Besuch in seinen farbenfrohen Gewändern die frohe Botschaft in plattdeutscher Mundart vortrug. »Habt ihr das alles verstanden?« fragt Antonius Große­rüschkamp (Baltasar) die Jungen und Mädchen. Wenngleich dies offenkundig nicht der Fall war, hatten sich die Kinder gut vorbereitet und erfreuten die drei Weisen aus dem Morgenland ihrerseits mit dem Lied »Die Heiligen Drei Könige«. Eine besondere Überraschung überreichte Einrichtungsleiterin Gabriele Brinkmann den Sternsingern in Form von kleinen Massageölfläschchen, die mit Öl aus Weihrauch und Rosmarin aus der hauseigenen Kräuterspirale befüllt waren.

»Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in der Region noch die alte Sprache sprechen. Weil sich besonders ältere Menschen über diesen Segenswunsch freuen, möchten wir gern an dieser Tradition festhalten«, sagt Heinz Haup­hoff, der in der Rolle des Königs Balthasar geschlüpft war.

Neben ihrer Mission, armen Menschen zu helfen, ist es den Sender Sternsingern ein besonderes Anliegen, ältere und kranke Menschen zu erfreuen. Den Senioreneinrichtungen »Wiepeldoorn« in Schloß Holte und dem Kaunitzer »Haus am Stein« sowie etwa 15 Privatpersonen haben die Gruppen nach vorheriger Anmeldung einen Besuch abgestattet. Der Erlös der Sternsingeraktion kommt notleidenden Kindern in Südamerika zugute.

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