Bei Gewerbebauten große Vorhaben dabei – wenig Wohnungsbau Rekordinvestition in Beton

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit 45,68 Millionen Euro für 2016 ist die genehmigte Investitionssumme für Neubauten aller Art in der Stadt so hoch wie nie, seitdem die Bauaufsicht in Händen der Stadt liegt. Das ist seit 2003 der Fall.

Von Bernd Steinbacher
Im jüngsten Baugebiet »Gerkens Hof« gibt es auch mehrere Mehrfamilienhäuser. Es wird noch fleißig gebaut, mehrere Häuser sind aber bereits fertiggestellt. Baugenehmigungen gab es im Jahr 2016, aber auch schon im Vorjahr.
Im jüngsten Baugebiet »Gerkens Hof« gibt es auch mehrere Mehrfamilienhäuser. Es wird noch fleißig gebaut, mehrere Häuser sind aber bereits fertiggestellt. Baugenehmigungen gab es im Jahr 2016, aber auch schon im Vorjahr. Foto: Bernd Steinbacher

Im vergangenen Jahr wurden von der Bauaufsicht nur 138 Wohneinheiten genehmigt, 2015 waren es 156 und im Rekordjahr 2003 beachtliche 191 Wohneinheiten. Von den 2016 genehmigten Wohnungen befinden sich 88 in Ein- und Zweifamilienhäusern und 50 in Mehrfamilienhäusern. Dass im Jahr 2015 mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt wurden, hängt mit dem neuen Baugebiet »Gerkens Hof« zusammen. Auch wenn erst im vergangenen Jahr dort im großen Stil und an vielen Stellen gleichzeitig gebaut wurde, viele der Genehmigungen erfolgten bereits im Jahr davor.

»Wenn mehr Fläche für Wohnbebauung zur Verfügung stünde würde mehr gebaut werden«, meint dazu Martin Venne, Fachbereichsleiter der Bauaufsicht bei der Stadtverwaltung. Anfragen gebe es genügend, der Bedarf sei nach wie vor groß. Dass die Zahl der genehmigten Herstellungskosten so hoch sei, liege auch an mehreren großen Bauvorhaben bei Gewerbebauten.

Zu diesen zählt zum Beispiel eine große Halle des Unternehmens Schulte-Lindhorst, die neue Halle des Unternehmens Richard Brink oder der Bau des Gebäude an der Kaunitzer Straße für ein Sportstudio als Mieter. Ari Armaturen baut auch, in der Statistik ist ein Büro- und Verwaltungsgebäude.

Nur wenige Bußgelder verhängt

Die Bauaufsicht genehmigte 2016 insgesamt 776 Bauvorhaben, darunter auch Nutzungsänderungen, 40 Garagen und Carports, aber auch 17 Werbeanlagen. »Ja, auch Carports sind genehmigungspflichtig«, betont Venne.

Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert ein Bußgeld. Geahndete Verstöße gab es allerdings im vergangen Jahr nur wenige. Meist waren nach Worten Vennes fehlende Unterlagen der Grund für Buß- oder Zwangsgelder oder andere Mängel bei den Brandschauen – insgesamt 2900 Euro. Da brachte die Genehmigung der Bauvorhaben schon mehr ein, nämlich 277 400 Euro – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr mit 197 000 Euro.

Zuständig ist die Bauaufsicht der Stadtverwaltung mit ihren vier Mitarbeitern auch für den Denkmalschutz. 2500 Euro sind dafür jährlich als mögliche Zuschüsse in den Haushalt eingestellt. Mit Landesmittels können also 5000 Euro zugeteilt werden, vorausgesetzt, Eigentümer von Denkmälern beantragen rechtzeitig einen Zuschuss. Ein kleiner städtischer Zuschuss floss beispielsweise in die Renovierung der Nordfassade des Holter Schlosses.

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