11. »Eismän-Challenge« der DLRG im Senne-See beim Reiterhof Hachmann Brr!

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Rein und ganz schnell wieder raus – von den Neulingen hat es kaum einer länger als einige Sekunden im Wasser des »Hachmann-Sees« ausgehalten. War ja auch ganz schön kalt an diesem Neujahrstag. Offizielle Wassertemperatur, gemessen kurz vor dem Beginn des Spektakels: 3,9 Grad.

Von Matthias Kleemann
Eine Szene wie im Sommer, wäre da nicht der Kalender. Die meisten Badenden halten es nicht lange in dem Sennesee aus. Aber wer es geschafft hat, kann zu Recht stolz auf sich sein und bekommt ein Eispferdchen.
Eine Szene wie im Sommer, wäre da nicht der Kalender. Die meisten Badenden halten es nicht lange in dem Sennesee aus. Aber wer es geschafft hat, kann zu Recht stolz auf sich sein und bekommt ein Eispferdchen. Foto: Matthias Kleemann

Auch wenn die Profis wesentlich standhafter sind, die »Eismän-Challenge« der DLRG-Ortsgruppe Schloß Holte-Stukenbrock dauert gerade mal etwa eine Viertelstunde. Aber wichtig ist natürlich das Beisammensein davor und danach. Vorher, um sich mental vorzubereiten, nachher, um bei einem Glas Glühwein oder heißem Kakao den eigenen Mut zu feiern.

Innerer Schweinehund

Und das kann man zumindest den Debütanten mit Fug und Recht zugestehen. Es ist vielleicht gar nicht so verkehrt, dass es gerade der Neujahrsmorgen ist, an dem diese Veranstaltung stattfindet. »Gleich zum Jahresbeginn einmal den inneren Schweinehund überwinden, das ist doch ein guter Anfang«, sagt zum Beispiel Ulrich Heinrichsmeier, der zum ersten Mal dabei ist. Thomas Broeker hat den Freund seiner Schwester, Sven Prigge (beide 25) am Frühstückstisch überredet. »Es ging, weil Silvester diesmal nicht so hart war.«

Jung und Alt dabei

Der zehnjährige Robin Balsliemke ist DLRG-Mitglied und schwimmt gerne. »Ich habe sogar einmal ganz untergetaucht«, erzählt er stolz seiner Mutter Sabrina und Vater Daniel, die es beide vorgezogen haben, warm angezogen am Ufer zuzuschauen. Inge Reichelt ist mit 82 Jahren die älteste Teilnehmerin und »Wiederholungstäterin«, ebenso wie Simone Gräff, die sich stolz vom DLRG-Vorsitzenden Thomas Jurkschat das Eispferdchen in Bronze abholt. Das gibt es für die dreimalige Teilnahme, aber Simone Gräff ist schon zum neunten Mal dabei. »Es ist gar nicht so schlimm«, sagt sie. »Wenn man erst mal drin ist, geht es.«

Das ist für die ganz harten gar keine Frage. Bruno Dobelmann aus Stuttgart hat schon ganz andere Sachen gemacht. Bei der Bodenseedurchquerung ist er zwar zweimal gescheitert, was ihn aber nicht hindert, etwas Neues, offenbar noch Verrückteres anzugehen. »Ich will 2018 von Helgoland nach Sylt schwimmen«, verrät er. Mit etwa 80 Kilometern ist die Strecke länger als die Bodensee-Distanz, aber: »Das Wetter ist sicherer. Am Bodensee bin ich gescheitert, weil es plötzlich umgeschlagen ist.«

Schon im Sommer üben

Zusammen mit Dobelmann wagen sich Carsten Hilker aus Detmold und Thomas Fleiter aus Schloß Holte-Stukenbrock auf eine 500 bis 600 Meter lange Schwimmstrecke. Auch diese beiden verfügen über einige Erfahrung. »Wer so etwas länger aushalten will, der sollte den ganzen Sommer über schon im Freien schwimmen gehen und dann nicht aufhören, wenn es kälter wird«, sagt Hilker. »Langsam Zeit und Strecke erhöhen, aber immer wenigstens einen Schwimmkörper dabei haben.«

Ortsgruppenleiter Thomas Jurkschat ist zufrieden. An der 11. Eismän-Challenge haben am Sonntag 47 Schwimmer teilgenommen und 118 Personen haben am Ufer gestanden, also zusammen 165, das ist neuer Rekord, 2016 waren es 94 bei 33 aktiven Schwimmern. 12 Bronze-Eispferdchen hat er ausgegeben, 35 für die erste oder zweite Teilnahme. Im kommenden Jahr gibt es dann wahrscheinlich erstmals das ein oder andere Eispferdchen in Silber für zehnmalige Teilnahme.

Auch in diesem Jahr ist die Veranstaltung wieder gut abgesichert gewesen. Stefan Wullenkord hat im Neopren-Anzug die Badenden im Auge behalten, Markus Hano hat mit einem Unterwasser-Scooter die Profi-Schwimmer begleitet. An Land stand die Sanitäts-Truppe bereit, um Unterkühlten zu helfen, was jedoch nicht nötig war.

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