Krippentour: Katholiken lernen Kirchen des künftigen pastoralen Raums kennen Dickster Ochse steht in Sende

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Damit sich die Verler und die Schloß Holte-Stukenbrocker und auch ihren zukünftigen pastoralen Raum kennenlernen, hat Pfarrer Karl-Josef Auris zur Krippentour durch alle acht katholische Kirchen eingeladen. 90 Menschen haben die Tour mitgemacht und staunten über kleine und große Kirchen und Krippen und ihre immer einzigartige Geschichte.

Von Monika Schönfeld
Ines Noske und Julian Hovestadt betrachten die Krippe in St. Heinrich Sende. Die Kirche ist wie die St.-Joseph-Kirche in Liemke frisch renoviert. »Das ist ein Hoffnungszeichen für die Gemeinschaft «, sagt Pfarrer Karl-Josef Auris.
Ines Noske und Julian Hovestadt betrachten die Krippe in St. Heinrich Sende. Die Kirche ist wie die St.-Joseph-Kirche in Liemke frisch renoviert. »Das ist ein Hoffnungszeichen für die Gemeinschaft «, sagt Pfarrer Karl-Josef Auris. Foto: Monika Schönfeld

Anja und Alexander Erichlandwehr betrachten die Figuren der Krippe in St. Johannes Baptist Stukenbrock. Foto: Schönfeld

Küsterin Rosemarie Noske hat die Krippe in St. Heinrich Sende vorgestellt. Die ersten Figuren hat in den 60er-Jahren Pfarrer Richard Blais beschafft. Ihr Mann Gerhard Noske fand aber, dass eine Krippe ohne Tiere nicht vollständig sei. Der gelernte Zimmermann schnitzte Tiere und baute den Stall. Auris machte auf den Ochsen aufmerksam. »Keiner ist dicker und frecher. Er hat mich immer fasziniert. Und er hat noch nicht ein Gramm abgenommen.«

Günter Wittenborg vom Pfarrgemeinderat St. Ursula Schloß Holte zeigte die Krippe, die ihren 15. Auftritt hat. »Klein, aber fein« sei sie. 2002 bemerkte man bei der Renovierung der Kirche, dass die alte Krippe verschimmelt war. Die wechselvolle Geschichte der Gemeinde schilderte er, die zu Oerlinghausen, St. Anna Verl und Kaunitz gehört hat, bevor sie 1913 eigenständig wurde.

Die Felsgrotte von 1946 in St. Achatius Stukenbrock-Senne: Hermann Brummelte gefällt die Einfachheit. Foto: Schönfeld

Heribert Faupel zeigte in St. Johannes Baptist Stukenbrock die 1953 angeschaffte Krippe, geschnitzt von Julius Mormann (Wiedenbrück) und Willi Potthoff (Herzebrock). Zwei Hirten sollen die Gesichtszüge der ehemaligen Pfarrer Huckschlag und Peters aufweisen. Vor dem Altar waren die alten Gipsfiguren aufgebaut, die um 1900 datiert werden. Zum 400-jährigen Bestehen der Kirche 2014 war die alte Krippe im Heimathaus aufgebaut worden. Helma Tacke spielte Leonard Cohens »Halleluja« an der Orgel.

Klein aber fein: Die Krippe in St. Ursula Schloß Holte war verschimmelt und musste 2002 erneuert werden. Foto: Schönfeld

Das »Puppenmuseum« des pastoralen Raums ist St. Achatius Stukenbrock-Senne. Hermann-Josef Brummelte vom Kirchenvorstand zeigte die Felsgrotte aus Gips, die Pfarrer Anton Bangen 1946 improvisiert hat. Sie zeugt von der Plünderung der Kirche nach Befreiung des Stalag und die lange Unsicherheit nach dem Krieg, ob die Kirche wie die in Hövelsenne dem Truppenübungsplatz weichen muss. Erst 1960 gab es Sicherheit, 1965 wurde die Kirche vom Bund zurückgekauft. Das Sozialwerk habe die Gemeinde gestärkt. »Etwas aus dieser Zeit muss in der Kirche bleiben«, sagt Pfarrer Auris. Menschen hätten hier Berge von Leichen gesehen und sind aus der Senne zwangsausgesiedelt worden. Das habe Narben hinterlassen.

David Brokherm begrüßt die Gäste auf der Orgelempore der St.-Joseph-Kirche. Küsterin Agatha Stricker zeigt ihnen unten die Krippe. Foto: Schönfeld

David Brokherm (17) begrüßte an der Geige die Gäste in St. Joseph Liemke. Küsterin Agatha Stricker berichtete, wie die Krippe seit 1955 gewachsen ist. Viel Mühe gibt sich ihr Team bei der Gestaltung. »Dank an Pfarrer Auris: Er lässt immer alles zu und ist immer zufrieden.« In Verl wurden die Kirchen St. Anna Verl, St. Judas Thaddäus Sürenheide und St. Marien Kaunitz besucht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.