Diakonische Stiftung Ummeln baut am Habichtweg Viele Betroffene kommen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Diakonische Stiftung Ummeln baut am Habichtweg ein Wohn- und Betreuungsangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen auf.

Von Bernd Steinbacher
Treffen am Baugrundstück: Am Habichtweg wird die Diakonische Stiftung Ummeln ein neues Zuhause für 24 Menschen mit Beeinträchtigungen bauen. Für das Vorhaben interessieren sich die Vertreter der Interessengruppen, betroffene Eltern, Menschen mit Beeinträchtigungen und auch Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (hinten Mitte).
Treffen am Baugrundstück: Am Habichtweg wird die Diakonische Stiftung Ummeln ein neues Zuhause für 24 Menschen mit Beeinträchtigungen bauen. Für das Vorhaben interessieren sich die Vertreter der Interessengruppen, betroffene Eltern, Menschen mit Beeinträchtigungen und auch Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (hinten Mitte). Foto: Bernd Steinbacher

»24 Menschen mit Behinderungen werden dort ein neues Zuhause finden«, sagte Christel Friedrichs, Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe der Diakonischen Stiftung Ummeln, gestern Nachmittag. Sie stellte die Pläne, über die das WESTFALEN-BLATT am 12. Mai berichtet hat, am Baugrundstück vor. Sie freute sich, dass so viele Vertreter Betroffener gekommen waren, um sich direkt zu informieren.

Schon seit 2010 setzt sich nicht nur Ursula Pankoke, Beauftragte der Stadt für Menschen mit Beeinträchtigungen, für ein solches Wohnprojekt ein, hauptsächlich für junge Erwachsene mit Behinderungen.

Bereits 2011 hatte die FDP einen Antrag an den Rat der Stadt gestellt. Ulla Lehmann (FDP) als betroffene Mutter ließ ebenso nicht locker wie Marion Herzog (SPD). Die Initiative Ambulant Betreutes Wohnen wurde gegründet, ebenso die Selbsthilfegruppe »Anders ­– Menschen, die anders sind und ihre Angehörigen«, um Eltern, mit erwachsenen behinderten Kindern Kontakte und Austausch zu ermöglichen und ein solches Wohnprojekt voranzubringen. »Es war schon schwierig, besonders auch, den Bedarf festzustellen«, sagte Ursula Pankoke. Sie war gestern überglücklich, dass das Vorhaben nun so weit gekommen ist.

Am Habichtweg werden, vermutlich gegliedert in zwei Gebäude, acht Appartements für ambulant Betreutes Wohnen und ein Bereich für 16 Menschen mit Behinderungen und stationärem Betreuungsbedarf entstehen. Darüber hinaus sind Beschäftigungsangebote vorgesehen und Beratung für Menschen in belastenden Lebenssituationen, die sich über die Angebote der Stiftung oder die anderer Einrichtungen informieren möchten.

Bei den angebotenen Plätzen handelt es sich um Leerplätze, das heißt sie sind für Betroffene aus Schloß Holte-Stukenbrock vorgesehen. Dass dafür Bedarf vorhanden ist, betonte auch Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. »So können Menschen mit Behinderungen in der Nähe ihrer Familien leben. Das ist gut.« Es sei schwierig gewesen, sicherzustellen, dass die Plätze wirklich Einwohnern aus der Stadt vorbehalten sind, schließlich seien auch der Kreis und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe eingebunden. »Wir waren glücklich, als die Stiftung auf die Stadt zukam.«

Auch Ulla Lehmann betonte: »Wir sind glücklich mit der Entwicklung. Das hätte ich vor fünf Jahren nicht gedacht.« Die Stiftung sei der richtige Partner. Betroffene hätten bei der Planung Mitspracherecht. Die Chemie stimme.

Die Stiftung reduziert wegen der Dezentralisierung in der Behindertenhilfe Plätze in Rheda-Wiedenbrück. Die werden im Neubau am Habichtweg entstehen. Baubeginn könnte noch in diesem Jahr sein. Erste Abstimmungen mit dem Architekten finden in dieser Woche statt. Etwa 16 Mitarbeiter der Stiftung plus ambulantes Betreuungspersonal werden durch das neue Angebot Arbeit haben.

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