75 Kinder nehmen an Ferienspielen des evangelischen Jugendhauses teil Steckenpferde rennen durch den Garten

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Schild, ein Schwert aus Holz und ein Steckenpferd ­– der siebenjährige Cedrik hat am Montagvormittag fleißig gebastelt. So ist er nun für die kommenden Tage perfekt ausgerüstet und mit dem ersten Tag sehr zufrieden.

Von Bernd Steinbacher
Die Ferienspiele des evangelischen Jugendhauses haben begonnen: Noah ist zufrieden. In aller Ruhe sitzt er im Zelt und schlägt Löcher durch Kronkorken. Die will er auffädeln und ein Kettenhemd daraus machen.
Die Ferienspiele des evangelischen Jugendhauses haben begonnen: Noah ist zufrieden. In aller Ruhe sitzt er im Zelt und schlägt Löcher durch Kronkorken. Die will er auffädeln und ein Kettenhemd daraus machen. Foto: Bernd Steinbacher

Das evangelische Jugendhaus bietet Ferienspiele unter dem Motto »Kampf gegen den schwarzen Ritter« an. 75 Kinder nehmen teil, tauchen in die Welt des Mittelalters ein.

Gleich mehrere Zelte sind aufgebaut, in denen zum Beispiel Schilde aus Holz oder Kettenhemden aus Kronkorken gefertigt werden können. Viele der Kinder wollen sich ein Schwert basteln, kein Problem, Holz lässt sich noch finden. Wer sich in Ruhe erholen will, kann das im Lese- und Malzelt als Rückzugsort.

»Wir haben kein starres, festes Programm, wollen aber jeden Tag einen Höhepunkt bieten«, sagt Diakon Daniel Berger. Er organisierte die Ferienspiele und freut sich, dass das Interesse so groß ist. »Es gab weitere Nachfragen von Eltern, doch mehr geht nicht.«

Auf hauptamtlicher Seite sind Sonja Mursch und er im Einsatz. Um die große Zahl Kinder betreuen zu können, werden sie von zehn ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Mit dabei ist auch schon Annemarie Übele. Sie wird Anfang September ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendhaus beginnen und hilft diese Woche schon mal mit. Die Abiturientin kommt aus Baden-Württemberg.

An der Bogenschieß-Station erläutert Katharina Gimbel den jungen Schützen, worauf es beim Zielen ankommt. Es ist gar nicht so einfach, die Scheibe oder sogar die Mitte aus etwa sechs Meter Entfernung zu treffen. Die Studentin hat gerade Semesterferien und hilft gerne mit, denn sie hat vor ein paar Jahren ihr Soziales Jahr hier absolviert.

Auf einmal ist das Geschrei groß, und der schwarze Ritter, dargestellt von Daniel Berger, muss erst mal schauen. Doch alles ist in Ordnung. Ein paar Jungs wollen nur mit dm Schwert gegen Sarah Kaminsky kämpfen. Die Mitarbeiterin hat gut zu tun. Viel friedlicher geht es an der Verpflegungsstation zu. Kekse, Äpfel und Getränke werden gern genommen. Örtliche Supermärkte haben dafür Lebensmittel zur Verfügung gestellt, und die Schenker AG hat einen Auflieger finanziert, der mit Stühlen bestück als Tribüne dient. So ist jeder Ritterkampf gut zu beobachten.

Bei allem Spaß, den die Kinder haben, Daniel Berger schaut schon mal auf nächstes Jahr: »Im Moment bekommen wir einen kleinen Zuschuss von der Stadt. Das sind 75 Cent pro Kind und Tag. Davon können wir einiges Bastelmaterial kaufen«, sagt Berger. Sollte der Zuschuss, wie diskutiert werde, gekürzt werden oder wegfallen, müsste der Eigenanteil für die Kinder steigen.

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