Josef Pollmüller zeigt seiner Familie seinen alten Arbeitsplatz Erinnerungen auf der Spur

Schloß Holte-Stukenbrock  (WB). »Schwieger-Großvater kennt viele interessante Geschichten«, sagt Melanie Lindner. Sie gehört zum Familienkreis, der sich Sonntagnachmittag vor der alten Gießerei getroffen hat.

Von Matthias Kleemann
Josef Pollmüller (6. von links) hat seine Familie in die alte Gießerei, eingeladen, wo er lange gearbeitet hat. Günter Potthoff (4. von links) führte die Geburtstagsgesellschaft und gab geschichtliche Einblicke. Die übrigen Teilnehmer: Brunhilde Ziegenbruch, Rolf Ziegenbruch, Stefan Pollmüller, Marvin Pollmüller, Simon Pollmüller, Waltraud Pollmüller, Melanie Lindner, Tatjana Pollmüller, Vaida Pollmüller, Edgar Pollmüller, Klaudia Pollmüller, Baris Pollmüller, Lisa-Marie Pollmüller mit Emilia-Jolie (von links).
Josef Pollmüller (6. von links) hat seine Familie in die alte Gießerei, eingeladen, wo er lange gearbeitet hat. Günter Potthoff (4. von links) führte die Geburtstagsgesellschaft und gab geschichtliche Einblicke. Die übrigen Teilnehmer: Brunhilde Ziegenbruch, Rolf Ziegenbruch, Stefan Pollmüller, Marvin Pollmüller, Simon Pollmüller, Waltraud Pollmüller, Melanie Lindner, Tatjana Pollmüller, Vaida Pollmüller, Edgar Pollmüller, Klaudia Pollmüller, Baris Pollmüller, Lisa-Marie Pollmüller mit Emilia-Jolie (von links). Foto: Matthias Kleemann

Dort erfüllt sich Josef Pollmüller zu seinem 77. Geburtstag einen Wunsch. Er hat Günter Potthoff gebeten, ihn und seine Gäste durch die Räume seines ehemaligen Arbeitsplatzes zu führen.

»Direkt nach Abschluss der Volksschule habe ich hier angefangen, das muss 1954 gewesen sein«, erinnert sich der Jubilar. Er hat eine Lehre als Ofenbauer gemacht und ist bis zur Schließung der Hütte im Jahr 1966 im Unternehmen geblieben, hat zuletzt sogar auf dem Betriebsgelände gewohnt. Dann wechselte Josef Pollmüller zur Firma Kosfeld (später Landis) in Brackwede, bevor er sich als Gastwirt selbstständig machte, die Gaststätte Jägerhof und die Bahnhofsgaststätte führte.

In der Gießerei war Pollmüller für die Waage zuständig. Einen Pfeiler hatte Josef Pollmüller mit gesammelten Streichholzschachteln verziert. »Die Kunde haben mir immer neue mitgebracht.«

Als er noch nicht auf dem Hüttengelände wohnte, kam er mit einer schwarzen Zündapp Bella mit rotem Sitz zur Arbeit. »Die habe ich mit ins Gebäude genommen und direkt hinter meinem Schreibtisch abgestellt.« Der Chef habe nichts dagegen gehabt.

Potthoff referiert über die Geschichte der Holter Hütte erläutert die Funktion der Öfen, die in den Gießerei-Räumen schon stehen und weckt so weitere Erinnerungen. Den Bahnwärter-Ofen bekamen treue Mitarbeiter zu Weihnachten geschenkt. Es gibt wohl noch einige Exemplare, die in den heimischen Haushalten vorhanden sind.

Josef Pollmüller war nicht der erste aus seine Familie, der in der Holter Hütte sein Brot verdiente. Vater und Großvater waren schon bei Tenge angestellt, vom Großvater gibt es sogar in einem von Günter Potthoffs Büchern ein Foto.

Das Vorhaben, ein Industrie-Museum zu errichten, befürwortet Josef Pollmüller. »Die Erinnerungen müssen wach gehalten werden. Das ist eine gute Sache.«

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