Beeindruckendes Schauspiel – Auftrieb der Exmoor-Ponys im Augustdorfer Dünenfeld Ohne Reiter und Sattel

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Vier Exmoor-Ponys, die vor kurzem noch im Solling grasten, galoppieren jetzt durch das Naturschutzgebiet Augustdorfer Dünenfeld.

Von Uschi Mickley
Auftrieb der Exmoor-Ponys an der neuen Weidekoppel. Tierpfleger Thomas Rüping hat vier Wallache in die Freiheit entlassen. Entspannt erkunden die »Wildpferde« ihr neues Revier im Augustdorfer Dünenfeld nahe der Kreisgrenze.
Auftrieb der Exmoor-Ponys an der neuen Weidekoppel. Tierpfleger Thomas Rüping hat vier Wallache in die Freiheit entlassen. Entspannt erkunden die »Wildpferde« ihr neues Revier im Augustdorfer Dünenfeld nahe der Kreisgrenze. Foto: Uschi Mickley

Bei dem Auftrieb der seltenen Tiere handelt es sich um ein Projekt im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Senne-Teutoburger Wald. Die Pferde haben den Transport gut überstanden und sind am Samstagnachmittag in ihrem neuen Revier eingetroffen.

An der 36 Hektar großen Koppel drängen sich die Wanderer. Mehr als 50 Interessierte sind gekommen, um das Naturschauspiel hautnah mitzuerleben. Ein Raunen geht durch die Menge, als Tierpfleger Thomas Rüping die Vierbeiner in die freie Natur führt. Kameras klicken.

Whiskey, Stan, Cäsar und Brutus

Die Tiere mit den klangvollen Namen Whiskey, Stan, Cäsar und Brutus lassen sich Zeit. Neugierig schauen sich die vier dunkelbraunen Wallache in dem Kiefern- und Birkenwald um, schnuppern am Boden und erkunden langsam die unbekannte Umgebung.

Friedlich stehen sie zusammen und grasen ausgiebig, bevor sie im Dickicht der Sanddünen verschwinden. Die beteiligten Fachleute sind nun gespannt, wie sich die Tiere in ihrer neuen Heimat eingewöhnen werden, und wie sich die Landschaft dadurch verändern wird.

In ihrer neuen Heimat scheinen sich die vierbeinigen Landschaftspfleger auf Anhieb wohl zu fühlen. Das freut vor allem Dr. Andreas Wulf, Bürgermeister der Gemeinde Augustdorf, der sich stets für das Projekt stark gemacht hat. »Pferde gehören zur Senne, wie Bienen und Heide.« Nach anfänglicher Skepsis sei er inzwischen fest davon überzeugt, dass mit »den letzten echten Wildpferden« nun die richtigen Tiere für diese Umgebung gefunden worden sind.

Schmelztiegel der Biodiversität

Dr. Axel Lehmann, Landrat und Verbandsvorsteher des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge stellte in seinem Grußwort die Bedeutung der Tiere für den Erhalt der Heidewälder heraus und verwies in diesem Zusammenhang auf das Beweidungsprojekt in der Wistinghauser Senne, das er als »Schmelztiegel der Biodiversität« bezeichnete.

Große Freude bei den Verantwortlichen: (von links) Daniel Lühr, Dr. Axel Lehman, Brigitte Bremer, Dr. Andreas Wulf und Daniel Telaar informieren beim Auftrieb der Exmoor-Ponys über das Naturschutzgroßprojekt Senne-Teutoburger Wald. Foto: Uschi Mickley

Durch ihre Weidetätigkeit sowie den Gehölzverbiss und das Scharren der Hufe lichten die Exmoor-Ponys die Waldlandschaft auf und fördern auf diese Weise Lebensräume für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Brigitte Bremer von der Bezirksregierung Detmold dankte allen Beteiligten, die zur Eröffnung der Waldweide beigetragen haben. Wichtig sei es, die Pferde und das Gebiet für den Menschen erlebbar zu machen. Diese Gelegenheit bietet sich Wanderern beim Rundgang durch das Augustdorfer Dünenfeld. Auf den Wegen des eingezäunten Geländes werden Menschen und angeleinte Hunde den tierischen Naturschützern jedoch nicht direkt begegnen. Das vom Aussterben bedrohte Exmoor-Pony ist eine der ursprünglichsten Pferderassen der Welt, dessen Heimat im Südwesten Englands liegt.

Beim Rückweg auf dem Dünenpfad zur Jugendsiedlung Heidehaus, dem Ziel und Ausgangspunkt der Wanderung, traben die vier als robust und menschenscheu geltenden Huftiere noch einmal an die Ausflügler heran und lassen sich bestaunen.

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