Nicht alle Schüler haben einen Platz an einer weiterführenden Schule Eltern sind verärgert

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mehrere Eltern aus Schloß Holte-Stukenbrock sind sauer, da für ihre Kinder noch nicht feststeht, welche weiterführende Schule sie nach den Sommerferien besuchen können. Väter und Mütter nutzten die Einwohnerfragestunde des Rates, um nachzuhaken.

Von Bernd Steinbacher
Die Gesamtschule hat bei einigen Eltern keinen guten Ruf. Richtig verärgert sind aber die, deren Kinder noch keinen Platz an einer weiterführenden Schule haben, wurde während der Ratssitzung deutlich. Weite Schulwege drohen.
Die Gesamtschule hat bei einigen Eltern keinen guten Ruf. Richtig verärgert sind aber die, deren Kinder noch keinen Platz an einer weiterführenden Schule haben, wurde während der Ratssitzung deutlich. Weite Schulwege drohen. Foto: Matthias Kleemann

Was passiert mit den Kindern, die keinen Schulplatz haben, war die zentrale Frage am Dienstagabend. Warum sei nicht festgelegt, dass Schüler aus Schloß Holte-Stukenbrock auch bevorzugt an Schulen in der Stadt angenommen würden, fragte eine betroffene Mutter.

Eltern müssen selbst suchen

Die im Aufbau befindliche Gesamtschule Schloß Holte-Stukenbrock und die Theodor-Heuss-Realschule hatten Schüler aus der Stadt abgelehnt. »Ich habe alle betroffenen Eltern angerufen und mitgeteilt, dass bei denen, die noch keinen Schulplatz haben, sich die Eltern selbst auf die Suche machen müssen und Alternativen genannt«, sagte Kerstin Steinmeier, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales bei der Stadtverwaltung.

Beigeordneter Bernhard Gebauer betonte, dass die Auswahlkriterien für Schüler Sache der Schulen und nicht der Stadt als Schulträger sei »auch wenn wir hier und da uns anderes wünschen«.

Zum Informationsabend an der Gesamtschule sagte Gebauer, dass er Verständnis für die Eltern habe. Aber: »Wir tun alles, um die Gesamtschule gut dastehen zu lassen. Wir müssen mit dem Personal leben, das dort hinkommt, das beginnt bei der Schulleitung.«

Die Gesamtschule habe kein Konzept und zu wenige Lehrer. Wie könne es sein, dass die Stadt keinen Einfluss auf die Schule habe, fragte ein Vater nach.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr stellte klar, dass die Stadt für die äußeren Angelegenheiten verantwortlich sei, auf die pädagogische Seite keinen Einfluss habe. Er meine aber, dass eine gute Gesamtschule auch für Schüler mit einer Realschul-Empfehlung geeignet sei.

»Wir sind im Gespräch mit der Theodor-Heuss-Schule, ob dort eine weitere Klasse eingerichtet werden könnte«, beantwortete Steinmeier eine weitere Frage der Eltern. Das sei aber eine politische Entscheidung in Bielefeld. Einige Kinder seien an dieser Realschule nicht angenommen worden. »Wir können nicht beeinflussen, ob es in Bielefeld-Sennestadt einen Zug mehr gibt«, so der Bürgermeister.

Verständnis gezeigt

Gebauer zeigte Verständnis für die Eltern, die auch lange Fahrwege kritisierten, wenn das Kind nicht in der Stadt zu Schule gehen kann. »Ich teile ihren Groll«. »Wir möchten auch die Schüler hier versorgen. Auch wenn Eltern die Gesamtschule nicht toll finden, werden wir immer noch versuchen, eine Mehrklasse einzurichten und die fehlenden Kinder dorthin zu bekommen.« Die Entscheidung könne noch zwei Wochen dauern.

118 Anmeldungen hatten für fünf Züge an der Gesamtschule nicht gereicht, vier Züge bei 108 Schülern wurden genehmigt.

Zu der Eltern-Frage, ob man nicht die Gesamtschule eindampfen könne, meinte Gebauer: »Zurück zur dreigliedrigen Schulstruktur? Das weiß ich nicht, ob das möglich wäre.«

»Wir sind nicht richtig glücklich, wir hoffen, dass die Gesamtschule hält, was versprochen wird. Es scheint nicht so zu gelingen, wie versprochen«, formulierte der Bürgermeister im Rat. Er betonte, dass die Stadt nicht locker lassen wolle, weitere Gespräche mit der Bezirksregierung wegen der pädagogischen Leitung zu führen.

Auf Nachfrage sagte Bernhard Gebauer, dass die Verwaltung (Stand Beginn der Osterferien) davon ausgehe, dass sieben Schüler aus Schloß Holte-Stukenbrock noch keine Zusage einer Schule haben. Die Stadtverwaltung habe nachgefragt, freie Plätze gebe es an Schulen in Augustdorf und Hövelhof.

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