Öffentliches WC im Bahnhof kann jetzt benutzt werden – Hotspot funkt seit Anfang März Acht Minuten für 50 Cent

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Gang auf das neue öffentliche Klo am Holter Bahnhof darf acht Minuten dauern. Das ist in der Elektronik, die den Zugang zur Toilette steuert, so eingestellt.

Von Matthias Kleemann
Silke Sykora zeigt wie es geht: 50-Cent-Münze einwerfen, dann öffnet sich die Tür automatisch, der Benutzer kann eintreten und hat acht Minuten Zeit.
Silke Sykora zeigt wie es geht: 50-Cent-Münze einwerfen, dann öffnet sich die Tür automatisch, der Benutzer kann eintreten und hat acht Minuten Zeit. Foto: Matthias Kleemann

»Mit dieser Zeit wollen wir erst einmal Erfahrungen sammeln«, sagt Silke Sykora vom Fachbereich Wirtschaft und Stadtentwicklung. Seit Freitag kann das Stille Örtchen am Bahnhof benutzt werden. Der Gang aufs Klo kostet 50 Cent. Behinderte, die einen Euroschlüssel besitzen, kommen umsonst hinein. Der Euroschlüssel passt zum Beispiel auch auf die behindertengerechten Toiletten an den Autobahnraststätten.

Wegen der Barrierefreiheit ist die Toilette nicht nur innen entsprechend mit ausreichend Rangierraum und Haltegriffen ausgestattet. Zum Beispiel geht auch die Tür automatisch auf. An der Innenseite hat sie nicht einmal einen Griff. Stattdessen muss ein Schalter betätigt werden, der so aussieht wie die Türöffner in Krankenhäusern und Altenheimen. Zur Beruhigung: Bei Stromausfall entriegelt sich die Tür automatisch. Wer in der Toilette Hilfe braucht, kann sich außerdem über einen Notknopf bemerkbar machen. Dann ertönt draußen ein Alarm.

»Der Teufel steckt im Detail«, sagt Silke Sykora. Das Problem: Erst nach Ablauf der Nutzungsdauer kann der nächste Nutzer auf die Toilette. »Wir hatten zunächst 15 Minuten angedacht«, sagt Silke Sykora. Doch das wäre einfach zu lang gewesen.

Dafür liegen die Herstellungskosten mit 27.000 Euro deutlich unter der veranschlagten Summe. Als vor ziemlich genau einem Jahr die ersten Pläne im Wirtschafts-, Marketing- und Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden waren, hatte Silke Sykora noch mit 40 000 Euro gerechnet. Im Haushalt für 2015 waren sogar 70.000 Euro eingestellt worden.

Wartezone abgedeckt

Die Stadtverwaltung hat am Freitag aber nicht nur das neue WC sondern auch den Hotspot am Bahnhof vorgestellt. Der ist seit Anfang März in Betrieb und hatte schon 400 Nutzer, ganz ohne Werbung und Hinweis. »Man bekommt das auf dem Handy ja angezeigt, wenn ein Netz in der Nähe ist«, sagt Werner Thorwesten. Jetzt sollen an den Wartehäuschen Hinweise angebracht werden.

Über den freien Zugang ins Internet am Bahnhof informieren demnächst Aufkleber an den Buswartehäuschen. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (links) hat schon eine Verbindung. Werner Thorwesten war für die Einrichtung des Hotspots verantwortlich. Foto: Matthias Kleemann

Die komplette Wartezone ist abgedeckt. Der Router steht im Bahnhofsgebäude, an der Giebelseite ist eine Antenne angebracht. Wer sich einloggen will, muss einmal die Geschäftsbedingungen akzeptieren, dann kann er lossurfen. »Wer da auf den Zug oder Bus wartet, hat fast immer das Handy im Blick«, hat Rüdiger Paul, Inhaber der kleinen Gaststätte (La Cuccina im Stellwerk), schon beobachtet.

Die Kosten sind überschaubar. »500 Euro einmalig für Hardware und weniger als 100 Euro im Monat«, sagt Werner Thorwesten. Es ist der erste öffentliche Hotspot in der Stadt. Im Rathaus gibt es einen für Besucher, die sich dafür jedoch an der Information ein kostenloses Ticket holen müssen, das zeitlich begrenzt ist.

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