Ralph Brinkhaus berichtet über weltweite Verfolgung von Christen Christen in aller Welt: Verfolgt, diskriminiert, ermordet

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Weltweit werden Christen Opfer von Diskriminierung und Unterdrückung, kommen im schlimmsten Fall zu Tode. »Bis vor wenigen Jahren war die Situation verfolgter Christen ein kaum beachtetes Randthema. Seit Beginn des Syrien-Kriegs ist die Lage wieder in den öffentlichen Blickpunkt gerückt.«

Von Uschi Mickley
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus (links) und Manfred Büngener vom Pastoralverbund Schloß Holte-Stukenbrock haben zum Vortag über Verfolgung von Christen eingeladen.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus (links) und Manfred Büngener vom Pastoralverbund Schloß Holte-Stukenbrock haben zum Vortag über Verfolgung von Christen eingeladen. Foto: Uschi Mickley

Das sagte Ralph Brinkhaus am Dienstagabend im Pfarrer-Rüsing- Haus. Auf Einladung des Pastoralverbunds Schloß Holte-Stukenbrock hat der Gütersloher CDU-Bundestagsabgeordnete vor rund 35 Interessierten referiert und darauf aufmerksam gemacht, dass Christen auch heutzutage unter Verfolgung leiden.

Ein besonders aufschreckendes Beispiel dafür benannte Manfred Büngener, als er eingangs vom Schicksal des katholischen Priesters Thomas Uzhunnalil berichtete, der im Jemen von Extremisten am Karfreitag gekreuzigt worden ist. Das Christentum, so Brinkhaus, sei die größte, aber auch eine der weltweit am meisten bedrohten Religionen. Als Mitglied im »Stephanus-Kreis«, einer Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die sich insbesondere mit der Situation verfolgter Christen beschäftigt, tritt er weltweit für deren Rechte ein. Er wies darauf hin, dass auch im Kreis Gütersloh etwa 13.000 Syrisch-Orthodoxe Christen leben, die damit die größte aramäische Gemeinde Deutschlands ausmachen.

Vielschichtige Gründe

Aus vielen Begegnungen im Kreis Gütersloh und vor Ort – so unter anderem in der Türkei und in Indien – sind ihm die Nöte der Menschen gut bekannt. In seinem Vortrag stellte Brinkhaus vor allem das Schicksal christlicher Minderheiten im Nahen Osten, der Türkei, Pakistan, Saudi-Arabien und Indien heraus. Informationen über die Situation in den einzelnen Ländern stützten sich auf Zahlen der Organisation »Open Doors«, ein christliches Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen einsetzt.

Demzufolge werden weltweit mehr als 100 Millionen Christen in 50 Ländern aufgrund ihres Glaubens diskriminiert. Die Gründe dafür seien vielschichtig und vor allem durch den aufkommenden islamischen Extremismus geprägt. Im jetzt veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2016 stellt die Organisation die Rangfolge der 50 Länder dar, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden. Nordkorea führt den Index an, auf Platz 2 folgt der Irak vor Eritrea. Afghanistan und Syrien belegen die Plätze 4 und 5.

Besonders drastisch ist die Lage laut Brinkhaus in Nigeria, wo Menschen in einer unübersichtlichen politischen Lage auf offener Straße mit unvorstellbarer Brutalität ermordet würden. Sorgen bereitet ihm außerdem besonders der Exodus der Christen aus Syrien und dem Irak, wo vor allem die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) die Existenz der Glaubensgemeinschaften bedroht. Dort, wo Christen vertrieben werden, gehe »eine 2000 Jahre alte Geschichte zu Ende«, so Brinkhaus anklagend. Trotz der zunehmend bedrohlichen Lage betonte er: »Die überwiegende Mehrheit der Muslime sind Menschen, die vor Ort und bei uns in Frieden leben wollen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.