Ausbau der Helleforthstraße auf 1,1 Kilometer – Radler fahren grundsätzlich rechts Klare Verhältnisse

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Helleforthstraße soll auf der Länge von 1,1 Kilometern ausgebaut werden, um Fahrradfahrern und Fußgängern mehr Sicherheit zu bieten. Im Abschnitt von der Tenge-Rietberg-Straße bis zum Rodenweg wird das 1,9 Millionen Euro kosten. Einen Teil des Geldes holt sich die Stadt von den Anliegern zurück.

Von Monika Schönfeld
An den schmalen Stellen der Helleforthstraße gibt es zurzeit weder Rad- noch Fußweg. Fußgänger müssen sich in extremen Fällen auf die Grünstreifen retten.
An den schmalen Stellen der Helleforthstraße gibt es zurzeit weder Rad- noch Fußweg. Fußgänger müssen sich in extremen Fällen auf die Grünstreifen retten. Foto: Monika Schönfeld

In der Sitzung des Ordnungsausschusses hat der Delbrücker Planer Dieter Hegers Varianten des Ausbaus vorgestellt. Die Helleforthstraße präsentiert sich zurzeit in einem uneinheitlichen Standard. Von der Kaunitzer Straße bis zur Tenge-Rietberg-Straße gibt es einen Rad-/Gehweg, für den der Benutzerzwang jetzt aufgehoben ist. In diesem Teilstück befinden sich überwiegend Gewerbebetriebe, kaum Wohnhäuser. Ähnlich strukturiert ist das Teilstück zwischen Tenge-Rietberg-Straße und St.-Michael-Straße. Dort gibt es an der Helleforthstraße immerhin einen Rad-/Gehweg an einer Seite der Straße. Im letzten Bereich zwischen St.-Michael-Straße und Rodenweg ist die Verkehrssituation am gefährlichsten: Die Straße ist hier nur neun Meter breit. Es gibt keine Seitenstreifen, keine Gehwege, keine Radwege. So ist es schon häufig vorgekommen, dass sich Fußgänger in die Rabatten und Vorgärten retten mussten, um den Autos auszuweichen.

Konflikte sind vermeidbar

Grundsätzlich, so Dieter Hegers, wird künftig der Verkehr getrennt. Das heißt: Fußgänger und Radfahrer werden nicht mehr auf einem kombinierten Weg gehen und fahren, höchsten noch nebeneinander mit optisch klar zugewiesenen Bereichen. »Dann fällt die Unsicherheit weg, ob der Fußgänger nach links oder rechts ausweichen soll.« Auch werde es nur noch Radwege in eine Richtung geben. »Das ist die Erkenntnis aus vielen Unfällen. Wenn Radfahrer in beide Richtungen fahren dürfen, gibt es immer wieder Unfälle an Einmündungen und Grundstücksausfahrten.«

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Wenn Radfahrer in beide Richtungen fahren dürfen, gibt es immer wieder Unfälle an Einmündungen und Grundstücksausfahrten.

Planer Dieter Hegers

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Fußgänger werden auf der kompletten Ausbaulänge demnächst einen Fußweg vorfinden, allerdings nicht überall auf beiden Straßenseiten. Radfahrer fahren künftig immer auf der rechten Straßenseite – und zwar entweder auf einem Radweg oder auf der Straße. Auf der Straße werden in den engen Bereichen dafür erstmals in der Stadt so genannte Schutzstreifen markiert. Das sind 1,25 Meter breite Streifen auf der Fahrbahn. Wenn hier ein Radfahrer fährt, muss der Autofahrer auf ihn Rücksicht nehmen, wenn der Schutzstreifen frei ist, können Autos und Lastwagen im Begegnungsverkehr den Streifen überfahren. »Damit haben wir beste Erfahrungen gemacht – auch an Straßen, die noch mehr befahren sind, wie zum Beispiel die Boker Straße in Delbrück«, sagt Hegers. Dass für Radfahrer ein Weg zumindest markiert werde, ist angesichts der 3000 Fahrzeuge pro Tag, die die Helleforthstraße befahren, notwendig.

Verkehrsinseln bremsen den Verkehr

Zu dem durchgängig geführten Angebot für Radfahrer auf der gesamten Ausbaulänge wird ein eigenständiger Gehweg von der St.-Michael-Straße bis zum Rodenweg angelegt. Im breiten Bereich der Straße werden Verkehrsinseln angelegt, um die Autofahrer zu bremsen. Eine neue Asphaltdecke verspricht weniger Lärm. Gleichzeitig wird die Entwässerung der Straße verbessert (hydraulische Sanierung des Hauptsammlers) und die Beleuchtung verbessert.

Um die Straße auszubauen, muss die Stadt Grunderwerb tätigen. Vor allem im schmalen Bereich stehen die Häuser aber sehr nah an der Straße, so dass weder Stadt noch Planer davon ausgehen, dass die Bereitschaft gering ist, vom Seitenstreifen auch noch Land an die Stadt zu verkaufen. Trotzdem sei dort Platz für eine 4,50 Meter breite Fahrbahn, jeweils 1,25 Meter breite Schutzstreifen für Radfahrer und einen 1,50 Meter breiten Gehweg. Die Anlieger sind auf der kompletten Länge beitragspflichtig. Im Zuge des Ausbaus wird die Stadt 15 Grundstückseigentümer zum Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz auffordern.

Den Anliegern wird die Planung in einer Bürgerversammlung im Mai vorgestellt. Wenn keine wesentlichen Änderungswünsche vorgetragen werden, wird der Ausbau wie vorgestellt verwirklicht. Um diese bisher praktizierte Vorgehensweise gab es Diskussionen. CSB und Grüne wollten die Ergebnisse der Bürgerversammlung abwarten, bevor die Politik ein Votum abgibt. Da jedoch die Klausel im Beschluss steht, nach der die Bürger Änderungen vornehmen können, hat die Mehrheit der Planung ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt.

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