Planer bringt Bürgerwald und mehr Wohnbebauung ins Gespräch Neue Ideen für Liemke

Schloß Holte-Stukenbrock(WB/kl). Mit einigen neuen Ideen und interessanten Aspekten hat Hartmut Lüdeling vom Büro ARGE Dorfentwicklung während der Sitzung des Wirtschafts-, Marketing- und Stadtentwicklungsausschusses aufgewartet.

Wo ist der Dorfmittelpunkt? Gewiss nicht am Ortsschild. In Liemke hat Hartmut Lüdeling zwei Zentren ausgemacht.
Wo ist der Dorfmittelpunkt? Gewiss nicht am Ortsschild. In Liemke hat Hartmut Lüdeling zwei Zentren ausgemacht. Foto: Matthias Kleemann

Im Auftrag der Stadt hat er ein so genannten Dorfinnenentwicklungskonzept (»Für den Namen können wir nichts«) für den Ortsteil Liemke erarbeitet. Das war notwendig, weil das Dorfentwicklungskonzept aus dem Jahr 2011 keinen Bestand mehr hat, es gilt ein Förderzeitraum von fünf Jahren.

Gleichzeitig gelten neue Regeln, Richtlinien und Vorschriften. Lüdeling sieht darin aber auch Chancen. Beispielsweise sei es einfacher, innerhalb eines festgelegten Dorfinnenbereiches Flächen zu Bebauung freizugeben. Liemke habe noch reichlich Potenzial an Bauflächen, Lüdeling nannte den Forellenweg und die St.-Michael-Straße.

Kindergarten als Dorfmittelpunkt

Durch das Auffüllen gewinne der Ort an größerer Zentralität. Kirche und Kindergarten hat der Planer als Dorfmittelpunkte ausgemacht, folglich ergebe sich als Innenbereich eher ein Oval als ein Kreis. Aufenthaltsqualität könne durch die Aufwertung des kleinen Wäldchens geschaffen werden. Historisch betrachtet hätten viele Dörfer in ihrer baulichen Mitte große Freiflächen, den Dorfanger, für soziales Miteinander gehabt, daran könne man mit einem »Angerwald, Bürgerwald oder Spielwald« anknüpfen. Der könne so ähnlich aussehen, wie die Fläche ringsum den Kindergarten in Stukenbrock-Senne.

Von solchen Plänen gelte es die Bezirksregierung zu überzeugen. Lüdeling empfahl, bei der Entwicklung der Bauflächen abschnittweise vorzugehen, nicht zu viel auf einmal anzumelden. Ein Argument könnte der Umweltaspekt sein, indem man die Zahl der Einpendler zu den Industriebetrieben im Ortsteil verringert.

Aufgrund vorliegender Zahlen hatte der Planer ausgerechnet, dass täglich knapp 1800 Arbeitnehmer nach Liemke fahren und dabei zusammen knapp 72 000 Kilometer zurücklegen. Damit verursachten sie eine Umweltbelastung von 11,5 Tonnen CO 2 und volkswirtschaftliche Kosten von 64 000 Euro.

Die neuen Förderrichtlinien seien auch eine Chance für die gesamte Stadt, führte der Planer weiter aus. So darf es zwar pro Kommune nur noch zwei Dorfinnenentwicklungskonzepte (DIEK) geben, dafür besteht jedoch die Möglichkeit, ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) für ganz Schloß Holte-Stukenbrock aufzustellen.

Innerhalb des IKEK bestünde die Chance, Fördergelder für Maßnahmen zu bekommen, die für sich genommen chancenlos seien. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr brachte in diesem Zusammenhang wieder das Hallenbad ins Gespräch, sowie mehrere Straßenkreuzungen.

Lüdeling sprach von einer 65-prozentigen Förderung. »In Hessen ist dieses Programm ein Selbstläufer. Wenn Sie ein IKEK aufstellen, können Sie eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten abschöpfen.«

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