Stadt möchte öffentlich geförderten Wohnraum schaffen Flächen in allen Ortsteilen

Schloß Holte-Stukenbrock  (WB). Der Neubau von öffentlich gefördertem Wohnraum ist in Schloß Holte-Stukenbrock relativ schnell umsetzbar, vorausgesetzt, es finden sich interessierte Investoren.

Von Matthias Kleemann
An das unbebaute Grundstück Holter Straße, Ecke Ahornweg hat man sich gewöhnt. Es ist in städtischem Besitz und könnte kurzfristig mit öffentlich gefördertem Wohnraum bebaut werden. Es ist jedoch nur eines von etwa zehn Grundstücken.
An das unbebaute Grundstück Holter Straße, Ecke Ahornweg hat man sich gewöhnt. Es ist in städtischem Besitz und könnte kurzfristig mit öffentlich gefördertem Wohnraum bebaut werden. Es ist jedoch nur eines von etwa zehn Grundstücken.

Werner Thorwesten, Fachbereichsleiter Wirtschaft und Stadtentwicklung, stellte im Wirtschafts-, Marketing- und Stadtentwicklungsausschuss städtische Grundstücke vor, die sofort ohne große bürokratische Hürden bebaubar wären. Die Ausschussmitglieder reagierten zufrieden, aber auch überrascht, wie viele unbebaute Grundstücke sich noch quasi in der Hinterhand in städtischem Besitz befinden, nämlich insgesamt sieben, jedes mit einer Mindestgröße von etwa 900 Quadratmetern.

Thorwesten nannte Flächen am Kreisverkehr in Stukenbrock beim Feuerwehrgerätehaus, an der Holter Straße, Ecke Ahornweg, in Liemke in der Nähe der Schule sowie Kaunitzer Straße, Ecke Bachweg.

Wohnungsbaugesellschaft auch an städtischem Grundstück interessiert

Ferner gebe es drei Flächen in der Uphoffsiedlung, die sich allerdings im Besitz der KHW befinden. Die KHW als Wohnungsbaugesellschaft könnte jedoch auf diesen Flächen selbst als Investor auftreten. »Es sind Verdichtungsmöglichkeiten, ohne dass es zu eng wird.« Allerdings sei die KHW auch an einem städtischen Grundstück interessiert, das einen Sonderfall darstellt.

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Es sind Verdichtungsmöglichkeiten, ohne dass es zu eng wird.

Werner Thorwesten

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Dabei handelt es sich um den Spielplatz am Paul-Keller-Weg. »Der ist als Grünflüche ausgewiesen, man müsste also den Flächennutzungsplan ändern«, sagte Thorwesten. Wenn jemand allerdings Flüchtlingsunterkünfte errichten wolle, sei das nicht nötig, die würden auch ohne eine Änderung des FNP genehmigt. Die Fläche sei so groß, dass selbst nach der Errichtung zweier Mehrfamilienhäuser noch ausreichend Freifläche für einen Spielplatz bliebe. Lediglich der angrenzende Bolzplatz fiele dann weg.

Auf dem Grundstück am Siewekeweg werde in Erwägung gezogen, die alte Flüchtlingsunterkunft abzureißen und eine neuere und gegebenenfalls größere neu zu errichten, weil die Bausubstanz des alten Gebäudes nicht mehr besonders gut sei.

Badarf ist da

Für den Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung muss man einen Wohnberechtigungsschein vorlegen, zurzeit haben in Schloß Holte-Stukenbrock 46 Einzelpersonen und 26 Vier-Personen-Haushalte einen solchen Schein und suchen eine Wohnung. Der Bedarf ist also vorhanden, die Stadt geht außerdem präventiv davon aus, dass künftig auch die Zahl der Flüchtlinge steigt, die untergebracht werden müssen.

Die öffentliche Förderung sei durchaus lukrativ, sagte Thorwesten im Ausschuss. Zwar locke die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) nicht mehr mit zinsgünstigen Krediten, weil geliehenes Geld ohnehin günstig ist. Vielmehr würden jetzt so genannte Tilgungszuschüsse gezahlt, 15 Prozent bei Sozialwohnungen und 25 Prozent bei Flüchtlingsunterkünften. Die Stadt würde ihren Beitrag leisten, indem sie die Grundstücke an mögliche Investoren günstiger abgibt. Selbst wolle die Stadt nicht als Investor auftreten.

Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorschlag zu, dass die Stadtverwaltung jetzt aktiv auf Investoren zugeht. Das solle zeitnah geschehen. Positiv wurde zur Kenntnis genommen, dass die Flächen über die gesamte Stadt verteilt sind. Das verhindere so etwas wie Gettobildung.

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