Bettina Peters hat ihren zweiten Band mit Kurzgeschichten herausgebracht Die Tierarzt-Flüsterin

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Gute Nachricht für alle Freunde von Kurzgeschichten rund um die Tierarztpraxis: Bettina Peters, Autorin, Texterin und Tierarzthelferin aus Schloß Holte-Stukenbrock, hat einen zweiten Band ihres Buches »Hund, Katze, Graus« herausgebracht.

Von Matthias Kleemann
Lesestoff, der zum Beispiel auch fürs Straßencafé während der beginnenden warmen Jahreszeit geeignet ist. Bettina Peters’ Geschichten aus der Tierarztpraxis sind originell, kurzweilig und beruhen allesamt auf wahren Begebenheiten.
Lesestoff, der zum Beispiel auch fürs Straßencafé während der beginnenden warmen Jahreszeit geeignet ist. Bettina Peters’ Geschichten aus der Tierarztpraxis sind originell, kurzweilig und beruhen allesamt auf wahren Begebenheiten. Foto: Matthias Kleemann

»Ich hatte noch Geschichten übrig. Außerdem waren die Reaktionen auf meinen ersten Band überwältigend«, berichtet Bettina Peters (38) im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Im Jahr 2011 war Teil 1 erschienen und schlug unglaublich gut ein.

Nicht nur, dass das Buch sich sehr erfolgreich verkaufte und zwar mit einer Auflage von bis heute mindestens 7000 Stück. Gleichzeitig meldeten sich die Leser bei ihr, Tierärzte, Tierarzthelferinnen und Tierbesitzer, um ihre eigenen kuriosen Erlebnisse loszuwerden.

»Als ich gemerkt habe, wie viele Geschichten da noch schlummern, habe ich einen Aufruf im Deutschen Tierärzteblatt geschaltet«, erzählt die Autorin. »Tierarztpraxen aus ganz Deutschland haben mitgemacht.« Und so machte sie sich erneut ans Schreiben.

Namen und Orte geändert

Weil aber Tierärzte eine Schweigepflicht haben, und weil sie keinen der handelnden Akteure vorführen will, weder Mensch noch Tier, hat sie Namen und Orte geändert und so manches andere Detail verfremdet, auch in dichterischer Freiheit den ein oder anderen Handlungsverlauf etwas abgeändert.

»Es sind meine Geschichten, darauf lege ich Wert«, sagt sie. Die Furcht, dass sich jemand wiedererkennen kann, war schon nach Erscheinen des ersten Bandes unbegründet. »Ich habe mit Tierbesitzern gesprochen, die sich köstlich über die Geschichten amüsiert und gar nicht gemerkt haben, dass sie auch selbst drin vorkommen«, erzählt sie und kann sich ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen.

Bilder im Kopf

44 Episoden hat sie niedergeschrieben. Der Leser sei vorgewarnt: Es können Bilder entstehen, die man so schnell nicht aus dem Kopf bekommt. Vom Pudel, der einen Damenstrumpf gefressen hat und ihn auch irgendwann wieder zutage fördert, von Herrchen und Frauchen, die da glauben, der Tierarzt könne ihre Wehwehchen gleich mitbehandeln, und die sich neben dem Behandlungstisch entkleiden, ehe jemand einschreiten kann, oder vom Windhundbesitzer, der der festen Meinung ist, dass Windhunde keine Würmer bekommen und nur mühsam vom Gegenteil überzeugt werden kann.

Schließlich wäre da noch der teure Zuchtrüde, der offenbar einen Burnout hat und deshalb kein Interesse mehr an der Hundedamenwelt zeigt. Weil er seine Gene aber weiter verbreiten soll, muss man zu anderen Maßnahmen greifen, Pferdebesitzer dürften jetzt wissen, wovon die Rede ist.

Am besten greift man selbst zu der kurzweiligen Lektüre, um alles nachzulesen. Und das ist sicher nicht nur für all die Leute vom Fach lustig und erheiternd, obwohl jene sicher beim Lesen häufiger wissend den Kopf schütteln oder nicken werden.

Auf der Bestsellerliste

Bettina Peters’ Entscheidung, einen zweiten Band »Hund, Katze, Graus« zu schreiben, hängt natürlich auch mit dem bereits erwähnten Erfolg des ersten Bandes zusammen. Der hat es nämlich vom »Book on Demand« zu einem »richtig« verlegten Druckwerk geschafft. Mit einer Auflage von 3000 Stück war das Buch bereits beim Book-on-Demand-Verlag auf der Bestsellerliste.

»Offenbar werfen Agenten und Verlage regelmäßig einen Blick auf diese Listen«, mutmaßt Bettina Peters. Denn sie bekam tatsächlich eine Anfrage, was dazu führte, dass »Hund, Katze, Graus«, Teil 1 im Jahr 2014 bei Bastei-Lübbe verlegt wurde.

Die erste dort erschienene Auflage (4000 Stück) ist ebenfalls vergriffen, die zweite noch im Handel. Bettina Peters hat für die Verlags-Auflage 13 weitere Geschichten geschrieben, auch hat der Verlag auf andere Illustrationen zurückgegriffen. An dem Fortsetzungsband sei Bastei-Lübbe nicht interessiert gewesen. »Das machen die nur bei richtigen Bestsellern.«

Dass der zweite Band also wieder als Book on Demand erscheint, stört die Autorin aber überhaupt nicht. Weil sie den Vertrieb komplett selbst organisiert, ist die Gewinnmarge möglicherweise sogar höher. Und bei entsprechend vorsichtiger Kalkulation ist das Risiko überschaubar. »Trotzdem habe ich diesmal schon eine gewisse Erwartung«, sagt sie. Doch die ersten Rückmeldungen seien positiv.

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