Architekt Werner Voßhans muss beim Schulumbau viel koordinieren – Bis Schulbeginn soll alles fertig sein Wie ein Dirigent

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Was hier geschnitten worden ist – unglaublich.« Gebäudemanager Dirk Bräuer beobachtet den Architekten Werner Voßhans, der mehr als 30 Arbeiter aus mindestens zwölf Gewerken wie ein Dirigent sein Orchester auf ein Stück einschwört. Das Gebäude, das sich Lisa-Tetzner-Schule und Gesamtschule teilen, ist eine Baustelle. »Und wenn die Ferien vorbei sind, ist alles fertig.«

Von Monika Schönfeld
Das Gebäude, das sich Lisa-Tetzner- und die neue Gesamtschule teilen, ist eine Baustelle. Unter anderem wird die Fassade gedämmt und mit Trespa-Platten verkleidet. Aufgestockt wurde die Schule in Holzrahmenbauweise.
Das Gebäude, das sich Lisa-Tetzner- und die neue Gesamtschule teilen, ist eine Baustelle. Unter anderem wird die Fassade gedämmt und mit Trespa-Platten verkleidet. Aufgestockt wurde die Schule in Holzrahmenbauweise. Foto: Monika Schönfeld

Bis dahin ist allerdings noch viel zu tun. Nachdem vergangenes Jahr im ersten Bauabschnitt Verwaltung, Lehrerzimmer und Klassen für die Gesamtschule gebaut worden sind, geht es dieses Jahr im zweiten Bauabschnitt richtig zur Sache. Das Gebäude wird seit vor den Osterferien aufgestockt. Drei Klassenräume und drei Differenzierungsräume entstehen, das Treppenhaus wird erweitert, die halbe Schule bekommt neue Fenster, eine  zusätzliche Fassadendämmung und eine neue Außenhaut aus Trespa-Platten.Aufgestockt wurde in Holzrahmenbauweise. »Massivbau wäre zu schwer gewesen, hätte auch zu lange gedauert«, sagt Bräuer. Für die neuen Räume musste erst einmal das Dach auf eine Ebene aufgeständert  werden. In einem Abstellraum heben Voßhans und Bräuer eine Falltür-Abdeckung an. Man sieht, dass unter dem Fußboden des neuen Raums 1,20 Meter hoch Luft ist.Damit das alte Dach die neuen Räume trägt, wird kein Zementes­trich, sondern Ausgleichsestrich verwendet. Dämm- und Verlegeplatten sind leicht und mit einer Trittschallschicht versehen. Darauf kommt der PVC-freie Bodenbelag. In allen Räumen und in den Gängen werden die Decken mit Akustikplatten ausgestattet, in den Fluren werden Gipskarton-Lochplatten eingebaut.Die Fenster sind alle weiter nach außen gesetzt worden – auch in den alten Räumen. Dadurch wird die Fensterbank breiter, denn die Heizung wird nicht versetzt. Die Stahlbetonriegel sind ausgeschnitten worden, Versprünge in der Fassade gibt es jetzt nicht mehr. Halterungen, die von außen an die Fassade geschraubt worden sind, halten die Dämmwolle und die Tres­pa-Verkleidung. Innen werden in dieser Woche im ganzen Gebäude zu den Treppenhäusern auf den Fluren Rauchschutztüren eingebaut. Außenwände und Dächer sind aufgeschnitten worden. In den Treppenhäusern sorgen jetzt große Lichtkuppeln für Helligkeit, dienen aber gleichzeitig dem Rauch- und Wärmeabzug im Brandfall. »Das macht Spaß«, sagt Dirk Bräuer. »Ich begleite das ja nur, die Planung, Durchführung und Bauleitung hat Werner Voßhans.« Für den ist das ganz normale Arbeit. »Es ist nicht meine erste Sanierung einer Schule«, sagt er und wird im gleichen Moment von einem Trockenbauer angesprochen, der Voßhans’ Okay zum Zeitplan braucht. Der Architekt koordiniert, dass die Handwerker nacheinander ohne Zeitverzögerung arbeiten können. Der zweite Bauabschnitt sei »just in time«, sagt Bräuer. »Das ist schon eine Herausforderung. Sechs Wochen Ferien sind schnell  vorbei. Und dann muss ja auch noch geputzt und eingerichtet werden. Am 12. August ziehen die Schüler ein.« Nächstes Jahr gebe es  den dritten und letzten Bauabschnitt am Gebäude. Dann wird die andere Hälfte der Schule mit neuen Fenstern und neuer Fassade versehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.