Melanie Justus und Hella Sehnert gewinnen 1. Preis bei Literaturwettbewerb »Was wäre wenn...«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Kontrast kann größer nicht sein: Zwei lebenslustige Mädchen, 16 Jahre alt, manchmal ein bisschen albern und mit  Interessen, wie 16-jährige sie so haben, Pferde zum Beispiel. Und dann ein Text: ernsthaft, mitunter düster, voller Fragen und von einer gewissen Atemlosigkeit, vom Stil recht nahe an dem, was  man häufig bei den immer beliebter werdenden Poetry Slams zu hören bekommt.
 Es geht ums Sterben und die Zeit, die man nicht mehr hat: »Was wäre wenn...« Melanie Justus und Hella Sehnert aus Schloß Holte-Stukenbrock haben diesen Text geschrieben und sich damit am sechsten Literaturwettbewerb der Bezirksregierung Detmold beteiligt. Der Lohn: Ein erster Platz in ihrer Altersgruppe (Jahrgangsstufe 9 und 10). Kurz vor den Ferien haben die Beiden sich ihren Preis mit Urkunden während einer Feierstunde im Kurtheater von Horn- Bad Meinberg abgeholt.

Von Matthias Kleemann
Mit ihrer Arbeit »Was wäre wenn...« haben Hella Sehnert (links) und Melanie Justus beim Literaturpreis OWL der Bezirksregierung den ersten Platz in ihrer Altersstufe errungen. Es ist nicht ihr erster literarischer Erfolg gewesen.
Mit ihrer Arbeit »Was wäre wenn...« haben Hella Sehnert (links) und Melanie Justus beim Literaturpreis OWL der Bezirksregierung den ersten Platz in ihrer Altersstufe errungen. Es ist nicht ihr erster literarischer Erfolg gewesen. Foto: Matthias Kleemann

 Der Kontrast löst sich auf, wenn man mit ihnen spricht. »Es ist ein Rollenspiel«, sagen sie. »Wir versetzen uns in die jeweilige Person hinein und versuchen, die Dinge aus ihrer Perspektive zu sehen.«
Im vorliegenden Fall haben sie sich in  eine 18-jährige junge Frau hineinversetzt, die bei  einem Autounfall stirbt, am Tag ihres Geburtstags. Dann haben sie das Ganze noch einmal aus der Sicht ihrer Eltern geschrieben und dann aus der Sicht eines Unbeteiligten, ein Stilmittel wie es auch gerne von bekannten Schriftstellern oder Filmregisseuren verwendet wird.
Das Besondere daran: Die Beiden machen das ständig. »Wir schreiben schon jahrelang zusammen«, sagt Hella Sehnert. Dabei sitzt jedoch jede bei sich vor ihrem Computer. Das Internet macht’s möglich: Beide haben sich in einem Forum angemeldet. Dann schreibt die eine, die andere schaut drauf, verbessert, verändert, schreibt weiter, bis zu nächsten Wechsel. »Wir kennen unseren Schreibstil«, sagt Melanie Justus.  So ist eine Vielzahl von Texten entstanden. Weil auch andere auf die Texte schauen können, gibt es hin und wieder Rückmeldungen von außen.
Und es hat auch nicht zum ersten Mal einen Preis gegeben. Bereits im Jahr 2012  hat Melanie Justus beim Schüler-Literaturwettbewerb der Stadt zum Thema »Steh auf« den dritten Platz gemacht.
Im vergangenen Jahr war Hella Sehnert bei einem Schreibwettbewerb im Rahmen des 800-Jahr-Jubiläums der Stadt Bielefeld unter den ersten Zehn und gewann ein Schreibset mit Federhalter und Tintenfass.
Auch am Literaturwettbewerb der Bezirksregierung haben die Beiden schon vor zwei Jahren einmal teilgenommen, allerdings ohne Erfolg. »Träume« lautete damals das Thema. So könnte man sagen, dass jetzt ein Traum wahr geworden ist.
  Ein Plakat, das in der Schule aushing, hat die beiden Mädchen auch diesmal auf den Wettbewerb hingewiesen. Melanie Justus geht auf die Realschule Schloß Holte-Stukenbrock, Hella Sehnert besucht die Gesamtschule Rosenhöhe. Beide Mädchen kennen sich jedoch schon seit ihrer gemeinsamen Grundschulzeit.
Bereits im Herbst vorigen Jahres haben sie mit den Planungen begonnen. Auf gemeinsamen Spaziergängen mit ihren Pferden haben sie sich an das Wettbewerbsthema »Zeit« herangearbeitet. »Wir hatten die Idee, etwas darüber zu schreiben, wenn jemand keine Zeit hat«, sagt Hella Sehnert.
Das Schreiben an sich hat dann nicht so lange gedauert. Allerdings haben die Beiden bis zur letzten Sekunde an dem Text gefeilt. Weil Melanie Justus den Text abgeschickt und dazu geschrieben hat, dass es eine Partnerarbeit ist, ist auch sie über die Platzierung informiert worden. »Das war dann schon eine Überraschung, als Melanie mich im Mai angerufen hat«, erzählt Hella Sehnert.

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