Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Stiftung Ummeln und Kreis Gütersloh vor Zielvereinbarung  Stiftung baut Wohnheim 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). AllerVoraussicht nach wird die Evangelische Stiftung Ummeln in Schloß Holte-Stukenbrock ein Wohnheim für Behinderte bauen. Am Montag gibt es weitere Gespräche zwischen der Stiftung, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Träger der Behindertenhilfe und dem Kreis Gütersloh.

Von Monika Schönfeld

 »Wir sind fest entschlossen, in Schloß Holte-Stukenbrock ein Angebot zu machen«, sagte Christel Friedrichs, Geschäftsbereichsleiterin Stationäre Behindertenhilfe der Evangelischen Stiftung Ummeln. Sie sprach am Donnerstag im Rathaus auf Einladung von Ursula Pankoke, der städtischen Beauftragten für Menschen mit Beeinträchtigungen. Friedrichs wurde konkret: Geplant ist ein Neubau mit maximal 18 stationären Wohnheimplätzen für geistig Behinderte und sechs ambulante Plätze. Den Klienten in der ambulanten Einheit werden tagesstrukturierende Angebote gemacht. »Sie bestimmen, was wir bauen«, sagte Christel Friedrichs vor etwa 25 Zuhörern, darunter Eltern behinderter Kinder, die demnächst erwachsen werden oder es bereits sind.

Friedrichs beruhigte Ursula Pankoke, die sich aufgrund des Datenschutzes überfordert sah, Daten zu Bedarfen zu erheben und Zahlen zu nennen. Renate Siegert, im Landschaftsverband Westfalen-Lippe für die Behindertenhilfe für den Kreis Gütersloh zuständig, betont, dass es ausschließlich darum geht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Landschaftsverband, die Eingliederungshilfe des Kreises Gütersloh und die Stiftung Ummeln werden eine Zielvereinbarung treffen. Für den Bau des Wohnheims seien dann die planerischen Voraussetzungen geschaffen.

 Christel Friedrichs berichtet, dass zwei Standorte für das Wohnheim in Schloß Holte-Stukenbrock in Frage kommen. Wenn die Generationen-Gruppe sich nicht bis Ende des Jahres entscheidet, steht ein Grundstück im Neubaugebiet Gerkens Hof zur Verfügung. Außerdem sei der Stiftung von einem Privateigentümer ein großes Grundstück am Habichtweg, direkt am Sportplatz des VfB Schloß Holte, angeboten worden.

 Die Evangelische Stiftung Ummeln wird nächstes Jahr 150 Jahre alt und bietet in Bielefeld 147 stationäre Plätze für Behinderte an, im Kreis Gütersloh 201, davon in Rheda-Wiedenbrück 64 und in Werther 137. Ziel sei, sagt Christel Friedrichs, die Hälfte der Plätze in die Sozialräume zu verlagern.

 Renate Siegert sagte dem WESTFALEN-BLATT, dass der Landschaftsverband für den Kreis Gütersloh keine neuen stationären Wohnheimplätze für Behinderte genehmige. »Es ist nur noch die Umstrukturierung möglich und notwendig. Die Träger müssen kleingliedrige, also gemeindenahe Angebote machen und weiße Flecken bedienen. Die Zeit der großen Anstalten ist vorbei.« Der Landschaftsverband habe großes Interesse daran, dass die Träger der Behindertenhilfe selbst bauen. »Das ist auf Dauer preiswerter als mieten. Im ambulanten Bereich haben wir häufig private Investoren.« Siegert berichtete, dass der Wertkreis Gütersloh plant, elf Plätze nach Verl in Hausgemeinschaften zu verlegen. »Die Planung steckt noch in der Konzeption.« Ambulante Plätze, zum Beispiel wie beim betreuten Wohnen im Seniorenbereich, müssten einem stationären Heim angegliedert werden, weil ansonsten die Angebote für die Menschen nicht finanzierbar seien, die nur spezielle Leistungen in Anspruch nehmen brauchen. »Anders funktioniert das in der Sozialhilfe nicht.« Die Evangelische Stiftung Ummeln steht Fragen und Anliegen offen gegenüber. Ansprechpartnerin ist zum einen Melanie Topp, Koordinatorin für das Belegungsmanagement, Telefon 0521/ 4888192. Aber auch Christel Friedrichs, Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe, beantwortet Fragen zum Konzept der Betreuung unter der Telefonnummer 0521/4888152. www.ummeln.de

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