Heike Kleinhans trainiert das Zusammenspiel von Mensch und Tier für Rütters D.O.G.S.  Fachfrau für Hundesprache 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »In vielen Fällen soll der Hund einfach nur ein Familienmitglied sein«, sagt Heike Kleinhans. Ein Hund brauche jedoch einen eigenen Aufgabenbereich. Wenn man ihm den nicht zuweist, dann ist er unterbeschäftigt.

Von Matthias Kleemann
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 Heike Kleinhans ist Hundetrainerin. Seit Anfang März hat sie sich mit der Marke »Rütters D.O.G.S.« selbstständig gemacht. Dafür hat sie eine zweijährige Ausbildung bei dem bekannten Hundepsychologen Martin Rütter absolviert und ist jetzt für den Raum Gütersloh und Bielefeld zuständig.

 Aufgrund von Rütters Bekanntheitsgrad – der Hundepsychologe hat eine eigene Fernsehsendung – verzeichnet Heike Kleinhans bereits einen guten Zulauf. Sie bietet Einzeltrainings und Kurse in der Gruppe an. Zurzeit ist sie noch auf der Suche nach einem Gelände, das sich als Übungsplatz eignet.

 Ohne anderen Hundeschulen etwas unterstellen zu wollen, betont Heike Kleinhans, dass ihre Erziehungsmethoden gewaltfrei und leise sind. Der Mensch müsse lernen, die Körpersprache seines Hundes zu verstehen, dann könne er sich auch selbst verständlich machen. Beispielsweise dürfe man Hunde nicht mit den Augen fixieren, weil das als Bedrohung verstanden werde.

Warum kommt der Hund nicht, wenn man ruft?

 Warum zieht ein Hund an der Leine, warum ist er immer aggressiv, wenn er angeleint ist, warum hört er nicht, wenn man ihn ruft? Heike Kleinhans möchte zum besseren Miteinander von Mensch und Hund beitragen. Sie weiß, wie man den Jagdtrieb eines Hundes umlenkt oder ein überbordendes Temperament bremst. »Ich gehe auf jeden Hund als Individuum ein«, sagt sie.

 Selbst wenn es gut läuft zwischen Mensch und Hund, gebe es noch Möglichkeiten, die Zufriedenheit auf beiden Seiten zu steigern. »Hunde brauchen Aufgaben und sind offen für Neues.« Also: Täglich spazieren gehen sei gut, aber mit dem Hund gemeinsam etwas unternehmen, im wahren Wortsinn, sei besser. Heike Kleinhans hat zum Beispiel einen Kursus Nasenarbeit im Angebot, bei dem Hunde kleine Gegenstände wiederfinden sollen. Oder man lernt bei ihr, wie man mit seinem Hund »Dog-Frisbee« spielt.

Früh übt sich

 Wer mit seinem Hund ein Problem hat, den besucht die Hundetrainerin zunächst zu Hause, um sich ein Bild vom Umfeld zu machen. Dann entscheidet sie, ob ein Einzeltraining notwendig ist oder ob es auch ein Kursus in einer Gruppe tut. »Wobei ich nur mit maximal fünf Mensch-Hund-Teams arbeite«, sagt sie.

 Je früher man mit seinem Hund beginnt, desto besser. In Gütersloh bietet die Trainerin zurzeit ein Welpen-Training für Tiere im Alter von 8 bis 16 Wochen an. Später kann der Hund in eine Junghundgruppe wechseln. »Mit drei bis vier Jahren sind die meisten Hunde ausgereift.« Dann geht es um Leinenführigkeit und das Distanzhalten. Erwachsene Hunde können bei ihr das Apportieren oder das Bälle treiben lernen. Wenn genügend Teilnehmer zusammenkommen, böten sich für Stammkunden gemeinsame Spaziergänge durch den Wald an.

 Heike Kleinhans traut sich zu, nicht nur Familienhunde, sondern auch Jagdhunde zu trainieren. »Mit Hütehunden ist es schwierig, dafür müsste ich eine Schafherde haben.«

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