Chomnawang Sonthaya ist Koch im Gasthof zur Post  Beruf schmackhaft gemacht 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Als Kind hat Chomnawang Sonthaya seiner Mutter in Thailand in der Küche geholfen, als junger Mann arbeitet er als Koch im Gasthof zur Post in Stukenbrock und ist von seinem Beruf begeistert.

Von Bernd Steinbacher
Chomnawang Sonthaya arbeitet als Koch im Gasthof zur Post in Stukenbrock. Seinen Ausbildungsplatz fand er über die Berufsinformationsbörse.
Chomnawang Sonthaya arbeitet als Koch im Gasthof zur Post in Stukenbrock. Seinen Ausbildungsplatz fand er über die Berufsinformationsbörse.

 Dass es zu dieser Berufswahl gekommen ist, liegt an der Berufsinformationsbörse und an Jörg Grothaus, Inhaber des Gasthofs zur Post. Grothaus hat nämlich den interessierten Schülern so vom Beruf des Kochs und den Entwicklungsmöglichkeiten in der Gastronomie vorgeschwärmt, dass nach einiger Zeit der Überlegung Chomnawang Sonthaya unbedingt Koch werden wollte.

 Der heute 24-Jährige stammt aus einem Dorf in Thailand, kam im Alter von 13 Jahren mit seiner Mutter nach Deutschland und lebt seitdem in der Stadt. Er fühlt sich wohl, hat Freunde gefunden. »Der Anfang war allerdings nicht leicht«, erzählt er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Eine völlig neue Welt habe sich aufgetan. »Kalt und eine geschlossene Gesellschaft.« Er ist damals im Winter angekommen, ein Kontrast zu Thailand, denn dort spielt sich das Leben auf der Straße statt.

 Seine Mutter ermunterte ihn zum Durchhalten, auch wenn das Erlernen der deutschen Sprache schwierig war. »Ich konnte nichts.« Neben dem Unterricht an der Lisa-Tetzner-Schule lernte er zusätzlich noch zu Hause. Er schrieb aus dem Wörterbuch Vokabeln ab, so lange, bis er sie im Kopf hatte und übte dabei auch die ungewohnten Buchstaben. »Nach etwa zwei Jahren war ich mit der Sprache vertraut, konnte wichtige Dinge ausdrücken. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon längst Freunde hatte, fühlte ich mich wohl. Als junger Mensch kann man sich schnell anpassen«, meint Chomnawang Sonthaya. So hat er auch kein Problem damit, gut bürgerliche deutsche Gerichte zu kochen. »Die werden hier gewünscht, und das habe ich ja gelernt.« Als Kind und Jugendlicher hat er gern gemalt, und sich für grafische Werke und Perspektiven interessiert. Deshalb sieht er auch das Kochen und Arrangieren der Speisen als Kunst an, mit der er zufrieden sein muss. Das ist sein Anspruch.

 Hilfreich beim Einleben in Deutschland war auch der Sport. In der Leichtathletik holte er mehrere Kreismeistertitel. Sport treibt der junge Mann jetzt auch noch, allerdings weniger. »Ich muss fit bleiben. In der Küche muss es manchmal auch sehr schnell gehen.«

 Einen Wunsch will der gebürtige Thailänder allerdings noch in die Tat umsetzen. Wenn es möglich ist, will er für eine längere Zeit in seinem Geburtsland leben, um richtig thailändisch kochen zu lernen und weitere Berufserfahrungen zu sammeln. Prinzipiell hat sein Chef schon zugestimmt. »Aber erst, wenn es möglich ist. Ersatz für einen guten Mitarbeiter zu finden, ist schwierig«, sagt Grothaus. Die Berufsinformationsbörse halte er dabei grundsätzlich für gut, mehrere junge Leute hätten nach diesen Veranstaltungen bei ihm angefragt.

 Falls Chomnawang Sonthaya seinen Traum wahr macht: Danach wiederkommen kann er gerne, sagt Grothaus.

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