Osterfeuer in der ganzen Stadt locken die Gäste zu den Flammen  Mit Fackeln und Trompeten 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Freunde der Liemker Landluft gehören zu den ersten und stecken ihr Feuer am Sonntag um 18 Uhr an. Viele Besucher kommen schon früh vorbei um der jährlichen Tradition beizuwohnen.

Von Claudia Pott
Thomas Bremehr, Fabian Johann-vor-der-Brügge und Tobias Rieksneuwöhner (von links) wagen sich ans Feuer.
Thomas Bremehr, Fabian Johann-vor-der-Brügge und Tobias Rieksneuwöhner (von links) wagen sich ans Feuer. Foto: Claudia Pott

 »Wir wollen etwas Bleibendes schaffen, und so ein Osterfeuer bringt immer wieder Spaß«, sagt Fabian Johann-vor-der-Brügge, der mit seinen Vereinskameraden am Bratwurststand für Verpflegung sorgt. Schon seit über zehn Jahren zünden die Freunde am Hof des Bauern Walter Rieksneuwöhner ihr Osterfeuer an. »Das hat eine lange Geschichte«, so der Landwirt , denn auf seinem Hof sprühten schon vor der Vereinsgründung zum Osterfest die Funken. Besonderen Spaß hatten auch die jungen Besucher. Sie durften auf einem kleinen Bagger herumfahren oder einfach nur im Stroh herumtollen.

 Familiär war es auch beim Sportverein Schwarz-Weiß Sende. Mitglieder und Nachbarn kommen seit mehr als 20 Jahren zu dem Ereignis zusammen. Vorsitzender Lars Pankoke musste das Fest nicht einmal groß bewerben. »Die Stimmung in Sende ist immer gut«, sagt Reinhold Brok lächelnd.

 Die St.-Johannes-Jungschützen Stukenbrock geben sich jedes Jahr besonders viel Mühe. Sie errichteten auf einem Acker in Stukenbrock extra ein kleines Festgelände, mit Bodenplatten und Zelt. »Von Aufbau und Nachtwache bis zum Abbau arbeiten wir fast 72 Stunden«, verrät Pressesprecher Lucas Mersch. Die Jungschützen verbrennen nicht nur Grünschnitt sondern auch Tannenbäume, die vorher eingesammelt wurden. Trotz des Aufwands haben die 25 Helfer aber viel Spaß, und neben der lustigen Nachtwache freuen sie sich schon auf ein eigenes kleines Osterfest nach dem ganzen Trubel. »Das ist seit drei Jahren zur Tradition geworden«, so Mersch. Der Erlös wird für eine Wochenendfahrt und neues Inventar genutzt, denn das haben die Helfer verdient. Damit neben Bier und Stockbrot die wahre Bedeutung des Osterfeuers nicht untergeht, hat Vikar Christian Albert das Feuer mit dem Licht der Osterkerze angezündet und seinen Segen gesprochen.

 Ebenfalls heiß her geht es am Sonntag bei den St.-Achatius-Jungschützen aus Stukenbrock-Senne. Sie warten auf die Dämmerung und zündeten bei Trompetenmusik das große Feuer an. Wie jedes Jahr, leitet Pfarrer Karl-Josef Auris das traditionelle Vertreiben des Winters mit einem Segen ein. Jungschützenmeister Alexander Jürgens und sein Stellvertreter Robin Schniedermann sind begeistert. »Ich glaube, so viele Leute waren noch nie da«, so Jürgens. Mit sieben Treckern haben die Jugendlichen Brennmaterial eingesammelt und zum Grundstück der Familie Wulf gebracht. Die gute Verpflegung aber auch die nette Atmosphäre bringen die Leute dazu, jedes Jahr wieder vorbeizukommen. »Wir kommen seit 13 Jahren. Man trifft viele Bekannte und das Feuer brennt immer gut«, sagt Besucherin Wilma Hellmich.

 Ein ebenfalls helles Feuer in kleinerem Format brennt am Spielplatz Jägergrund, wo sich der PSV Stukenbrock-Senne trifft. »Wir brauchen keinen Bierstand und wollen es gemütlich. Jeder bringt einfach etwas für die Verpflegung mit«, erklärt Vorsitzender Ludwig Stall den familiären Zusammenhalt. Mitbegründer Anton Hasenbein ist euphorisch. » Das ist unser 40-jähriges Jubiläum. 1978 brannte das erste Feuer noch im Mörtelfass, und wir standen hier mit nur zwei Familien.« Daraus wurde dann bald eine Veranstaltung des Vereins.

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