Medienscouts der Realschule haben technische und soziale Kompetenz  Gefragte Helfer 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Foto mit einem bösen Kommentar ist schnell gepostet, auf Facebook, Instagram oder herumgeschickt mit WhatsApp. Oft genug tut es dem Absender genauso schnell leid. Aber: schnell zurückholen oder gar löschen – das wird schwierig.

Von Matthias Kleemann
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 Gut, wenn man dann jemanden kennt, der sich auskennt. An der Realschule sind das die Medienscouts. Sie sind »Pros« (Jugendsprache für Experte) in Sachen Technik, und man kann oft mit ihnen reden, ohne dass es gleich die Lehrer oder Eltern erfahren müssen. Es sind nämlich Gleichaltrige, denen die meisten Schüler vertrauen.

 Enrique Zenke (15), Steffen Stobbe (17) und Lars Pfeiffer (15) haben für diese Aufgabe vor acht Monaten an einem dreitägigen Seminar des Medienzentrums des Kreises Gütersloh teilgenommen, gemeinsam mit den Lehrerinnen Claudia Brhel und Daniela Hartmann.

 Gefordert ist technische und soziale Kompetenz. Genug Aufgaben sind vorhanden. Schon jetzt können die drei Schüler so einiges erzählen. Beispielsweise von dem Fall, als das Profilfoto einer Schülerin zusammen mit dem Foto einer Portion Hackfleisch gepostet wurde. Darunter stand dann: »Vorsicht, Verwechslungsgefahr!« Das Bild hatte sich schon weit verbreitet, die Schülerin litt unter diesem Mobbing. Den Medienscouts ist es dann gelungen, alle Beteiligten zusammenzuholen und das Bild komplett zu entfernen.

 Mittlerweile sind die Medienscouts bekannt und werden angesprochen, wann immer jemand ein Problem hat, sei es technischer oder menschlicher Natur. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle, Mädchen vertrauen ihnen genauso wie Jungen.

 Claudia Brhel und Daniela Hartmann heben die Vorbildfunktion hervor. »Wenn einer von denen postet, dass er sich davon distanziert, wie andere im Netz gemobbt werden, vielleicht sogar droht, dass er aus einer Gruppe austreten wird, in der so etwas passiert, dann hat das viel mehr Wirkung, als wenn wir als Lehrer mit sowas kommen.«

 Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwochausgabe des WESTFALEN-BLATTES Schloß Holte-Stukenbrock.

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