Hofkreuz Lübbert erhält in Paderborner Fachwerkstatt einen neuen Anstrich  Christus in gedeckten Farben 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wenn die Pfarrgemeinde im Mai zu der einen oder anderen Andacht unter freiem Himmel einlädt, dann könnte so eine Andacht vielleicht wohl auch am neu errichteten Hofkreuz Lübbert an der Straße »Am Stallfeld« stattfinden.

Von Matthias Kleemann
Projektleiter Andreas Ahlers und Restauratorin Petra Meier haben Kreuz und Korpus schon einmal probeweise zusammengefügt. Zunächst jedoch kümmert sich Petra Meier um den farbigen Anstrich. Der Unterkörper ist schon einmal grundiert.
Projektleiter Andreas Ahlers und Restauratorin Petra Meier haben Kreuz und Korpus schon einmal probeweise zusammengefügt. Zunächst jedoch kümmert sich Petra Meier um den farbigen Anstrich. Der Unterkörper ist schon einmal grundiert.

So lange wird es aber wohl noch dauern, bis das denkmalgeschützte Kreuz wieder hergerichtet ist. Korpus und Kreuzbalken befinden sich zurzeit in der Paderborner Werkstatt Ars Colendi, um dort ihr endgültiges Aussehen zu erhalten. Im Juli vergangenen Jahres hatten Nachbarn und Heimatfreunde das Kreuz mit Erlaubnis des Eigentümers abgebaut und zunächst in die Tischlerwerkstatt Brechmann an der Römerstraße gebracht.

Die Paderborner Fachwerkstatt war auf Betreiben der Denkmalbehörde ins Boot geholt worden, nachdem die Stadtverwaltung von der Rettungsaktion Am Stallfeld Wind bekommen hatte. Martin Venne, Leiter der Bauaufsicht, hatte schnell herausgefunden, dass das Kreuz unter Denkmalschutz steht.

Ein Teil des Kreuzbaumes war morsch, überall war die Farbe abgeblättert, die Holzoberfläche schon stark verwittert. »Eichenholz ist sehr haltbar, aber auf Dauer nimmt das robusteste Material Schaden bei Wind und Regen«, sagt Andreas Ahlers, Projektleiter bei Ars Colendi. Ziel der Restaurationsarbeiten sei die Konservierung des Kunstwerkes, indem die Beschädigungen repariert und der Anstrich erneuert werden. Am Ende dürfe man dem Kreuz durchaus sein Alter ansehen. »Es erzählt uns etwas über die vergangenen Jahrhunderte. Dieses authentische Aussehen wollen wir bewahren«, sagt Ahlers.

Trotzdem ist der Aufwand nicht unerheblich. Kreuz und Figur sind zunächst von der Holzbildhauerin Jutta Filthaut aus Willebadessen aufgearbeitet worden. In große Risse hat sie passende Eichenholzstücke eingesetzt, kleinere Risse wurden zugekittet. Einige fehlende Teile der Figur wurden von ihr nachgearbeitet, zum Beispiel drei Finger der linken Hand oder ein Stück des Lendentuchs.

Bei Ars Colendi kommt nun der Farbanstrich hinzu. »Im Großen und Ganzen können wir nur vermuten, wie der Korpus einmal angestrichen gewesen ist«, sagt Andreas Ahlers. Immerhin hat die Werkstatt einen Splitter aus dem Bart des Gekreuzigten unter dem Mikroskop analysiert und festgestellt, dass es wohl vier Farbschichten mit je einer Grundierung gegeben hat. Der Bart war braun, ebenso das Haupthaar. Der Mund und die geschlossenen Augen sollen farblich abgesetzt werden, ebenso die Wunden, die überdies plastisch herausgearbeitet sind, und das Lendentuch.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Wochenendausgabe des WESTFALEN-BLATTES Schloß Holte-Stukenbrock.

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