Holter Spielschar mit großartigem Programm – Ehemalige mit einmaligem Comeback  Fünf-Sterne-Karneval 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Hat da kürzlich einer von der Fünf-Sterne-Stadt Schloß Holte-Stukenbrock gesprochen? Nun, dann war das gestern Nachmittag im Pfarrer-Rüsing-Haus Fünf-Sterne-Karneval.

Von Matthias Kleemann
Ein Spiegel voller Pflaster, das kommt davon, wenn man sich mit schwerem Kopf selbst den Hintern verbinden will. Drei Ehemalige waren der Höhepunkt des Nachmittags: Maria Brechmann, Cornelia Berenspöhler und Roswitha Galus (von links).
Ein Spiegel voller Pflaster, das kommt davon, wenn man sich mit schwerem Kopf selbst den Hintern verbinden will. Drei Ehemalige waren der Höhepunkt des Nachmittags: Maria Brechmann, Cornelia Berenspöhler und Roswitha Galus (von links).

 Die Spielschar der Kfd St. Ursula hat ein Programm auf die Beine gestellt, bei dem alles richtig gut gepasst hat. Wo soll man anfangen? Beim Udo-Jürgens-Potpourri, bei dem jede Akteurin in einem passenden Kostüm auf die Bühne kam? Beim Dorfgetratsche, dass wieder zielgenau die Ereignisse des vergangenen Jahres durch die närrische Brille betrachtet hat? Oder bei den perfekt choreografierten Tänzen der Damen und auch der fünf »Mini Chicks«, denn der karnevalistische Nachwuchs der Truppe ist schon längst dabei.

 Einem Sketch, der gar nicht auf dem Programm stand, gebührt wohl die Krone: Maria Brechmann, über 80, eigentlich schon lange ausgeschieden aus der aktiven Truppe, und zwei weitere Ehemalige, Roswitha Galus und Cornelia Berenspöhler lieferten ein plattdeutsches Kabinettstückchen ab: Vom Ehemann, der nach durchzechter Geburtstagsfeier heimkommt und von seinem misslichen Heimweg berichtet: »Immer schön den witten Strich entlang.« Zu dumm, dass er zu Hause auf der Treppe ausgleitet und sich auf den Hosenboden setzt – denn in der Gesäßtasche hatte er noch eine Flasche Rotwein. All das kommt dermaßen urkomisch rüber, dass niemand ernst bleiben kann. Und als die strenge Ehefrau am Ende einen Spiegel, vollgeklebt mit Pflastern präsentiert, wird klar: Das mit dem Selbstverbinden des Hinterteils hat wohl nicht geklappt. Großartig gespielt.

 Was machen die Damen eigentlich, wenn sie nicht auf der Bühne stehen? Sie wären gerne Polizist oder Sportler, Maler, Schreiner, Wäscher, Ballerina, Boxer oder Mönch. So weit so gut. Aber wenn man das noch mit den typischen Handbewegungen des jeweiligen Berufs verbindet, wird daraus so etwas wie ein Ballett, bei dem jede Drehung stimmen muss, sonst kommt es unweigerlich zu Rempeleien. Man mag gar nicht hinschauen und kann den Blick doch nicht abwenden. Bei den Proben soll es tatsächlich den ein oder anderen Zusammenprall gegeben haben.

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