Stukenbrock ist Hollywood: Pfarrkarneval zeigt filmreife Komödien, Thriller, Western und Erotisches  Ganz großes Kino 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die 87. Verleihung der Oscars ist erst am 22. Februar in Los Angeles – wer allerdings beim Pfarrkarneval am Samstag in der Schützenhalle war, weiß bereits, welche Besten mit den Trophäen geehrt werden. »Ganz großes Kino« machten die Gruppen der Gemeinde. Charakterrollen der Altgedienten und Newcomer waren filmreif.

Von Monika Schönfeld
Rhythmus-Macher aus dem Spielmannszug: Christopfer Deittert, Aaron Koch, Nils Hegselmann, Dirk Steils und Markus Engelns.
Rhythmus-Macher aus dem Spielmannszug: Christopfer Deittert, Aaron Koch, Nils Hegselmann, Dirk Steils und Markus Engelns.

 Es geht gleich los mit der Prämierung fürs beste Bühnenbild: Roter Teppich, übermannsgroße Oscar-Figuren, Kinokasse, Popcorn auf den Tischen. Zauberer aus Hogwarts, Harry Potters und Hermine Grangers bedienen 390 Gäste. Bevor es heißt »Film ab« kommen die Eisverkäufer. Sprachlos heißen Matthias Kruse und Magnus Brock die Gäste willkommen, geben das Wort ab an den, der den Oscar für die beste Moderation bekommt – Christian Nagel. Der leitet charmant über zum besten Nebendarsteller, Pfarrer Karl-Josef Auris, und zum besten Hauptdarsteller, Horst Schlämmer – Verzeihung, Katja Knoche natürlich. Noch keine 20 Minuten sind vergangen und schon halten sich alle die Bäuche vor Lachen. Das Publikum weiß, was es erwartet. Nicht von ungefähr sind alle Karten innerhalb von 11 Minuten verkauft gewesen.

 Hollywood, oder auch Stukenbrock, wäre nicht das, was es ist, wenn nicht auch Newcomer zum Zuge kämen. Premiere feierten die »Joke Cookies«. Es sind Lisa Kipshagen, Bianca Brüggemann, Mareike Fink, Verena Pauleikhoff, Stefan Nagel und Philipp Renerig. Auf der Bühne standen sie das erste Mal und sahnten gleich dreifach ab. Mit dem »Elternsprechtag« hatten sie das beste Originaldrehbuch, mit der »Sprachschule« den besten Tonschnitt und mit dem Sketch »Englischunterricht« dürften sie den Preis für den besten fremdsprachigen Film in der Tasche haben.

 Pfarrkarneval ohne Theatertanten wäre wie »Stirb langsam« ohne Bruce Willis. Brigitte und Karina Kruse, Simone Wehrmann und Henrike König heimsten mit »Rentner im Puff« und »Sumpf der Lügen« Lacher und Lob ein, als beste Hauptdarstellerin im Erotikthriller »Hiltrud und Heinz« ist aber Cilly Seliger, die sich lasziv räkelnd von ihrem Gatten (Katja Knoche) genial becircen lässt.

 Der Dokumentarfilm »Jecken suchen ein Zuhause« und der beste Kurzfilm über den »Einbeinigen« gingen zu Herzen. Sebastian Habig, Nicole Ritter, Karina Kruse, Katharina Brockmann, Jana Wessely, Luisa Mersch und Janina Moriba haben damit einen festen Platz in der Filmgeschichte gefunden.

 Das beste Kostümdesign ist den Damen zuzuschreiben, die auch für die Choreografie der Tanzgarde des Stukenbrocker Karnevalsvereins verantwortlich sind. Die jungen Tänzerinnen blendeten mit Liebreiz und Können und nahmen die Gäste mit auf eine Weltreise durch die Tänze Frankreichs, Spaniens, Brasiliens, Amerikas und Deutschlands. Die Auszeichnung für bestes Make-Up und Frisuren geht an den Cowboyfilm der Tanzgruppe »Let's Fetz«.

 Krimis kommen immer an, so auch der »Banküberfall mit dem Buchstaben B« der Witzpiepen. »Die kleine Verwechslung« erhält die Auszeichnung für den besten Schnitt. Und dann gab es noch ein Comeback: Die Ehren-Oscars gehen an das Stukenbrock-Duett mit Nico Krieft und Michael Seliger.

 So viele Oscars gibt's gar nicht, wie sie der Spielmannszug verdient hätte. Die Rhythmus-Truppe macht die beste Filmmusik – und zwar nach dem Vorbild von »Stomp« mit Mülleimer-Deckeln, Besen und Abwasserrohren. Die Krachmacher sind Christopher Deittert, Aaron Koch, Nils Hegselmann, Dirk Steils und Markus Engelns. Zu »Der Löwe schläft heut' nacht« und »Häuptling der Indianer« war das Publikum ganz aus dem Häuschen. Im Abspann und in der Pause haben die »Juniors« den Ton angegeben.

 Top-Act und damit bester Film und beste Kamera ist eine Gemeinschaftsproduktion der Letzten Drücker mit den Poppnasen (Frank Dirkschnieder, Christian Nagel, Matthias Kruse, Magnus Brock und Sven Brechmann). »Online – Offline« heißt ihr Thriller. Die Geschichte basiert auf einer wahren Geschichte. Nämlich der, dass Stukenbrocker Kaufleute keine Angst vor der Konkurrenz durch das Online-Shopping im Internet haben. Sehenswert!

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