Manfred Vorderbrüggen geht nach 35 Jahren als Versicherungsvertreter in den Ruhestand  Sturmerprobt und feuerfest 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nur wenige Menschen lässt man vorbehaltlos über die Türschwelle zum Hausbesuch in die eigene Wohnung. Den Arzt, den Pfarrer vielleicht und ganz häufig auch den Versicherungsvertreter. Ein vertrautes Gesicht wird vielen Holtern künftig sicher fehlen: Manfred Vorderbrüggen, Leiter der Provinzial-Geschäftsstelle an der Kirchstraße, geht am 31. Januar in den Ruhestand.

Von Matthias Kleemann
Manfred Vorderbrüggen mit einem Originalschild seiner Versicherung, wie es früher an Häusern angebracht war. Eine Sammlung solcher Emailschilder wartet aufs Sortieren.
Manfred Vorderbrüggen mit einem Originalschild seiner Versicherung, wie es früher an Häusern angebracht war. Eine Sammlung solcher Emailschilder wartet aufs Sortieren.

 Das Klischee vom eigenen Berufsstand hat ihm in all den Jahren eigentlich kaum zu schaffen gemacht. Das Ansehen des Versicherungsvertreters im Allgemeinen sei sicher nicht das Beste. »Wenn Sie die Leute aber fragen, wie zufrieden sie mit ihrem eigenen Versicherungsvertreter sind, dann gibt es fast nur Bestnoten.«

 Das kommt freilich nicht von ungefähr. Ein guter Vertreter seiner Branche muss sich kümmern. Erreichbar sein, beispielsweise, wenn der Sturm an den Fensterläden gerüttelt und womöglich das Dach abgedeckt hat, auch wenn es gerade Sonntag ist und die Geschäftsstelle geschlossen ist. 1999 war das so, als kurz nach Weihnachten das Sturmtief »Lothar« erheblichen Schaden angerichtet hat. »Da bimmelte das Telefon ohne Pause«, erinnert sich Manfred Vorderbrüggen. Es sind zum Glück nur wenige Schadensereignisse dieses Ausmaßes, die Vorderbrüggen in den 35 Jahren seiner Versicherungstätigkeit mitgemacht hat.

 Nicht nur am Schreibtisch sitzen müssen, sondern rausgehen können zu den Leuten, das ist etwas, was er an seinem Beruf geschätzt hat. »Ich kenne fast jedes zweite Haus von innen.« Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Provinzial einst Pflichtversicherung für Gebäudebesitzer in Sachen Brandschutz war, und dass sie zum öffentlich-rechtlichen Sparkassenverband gehört.

 Im übrigen ist das auch Vorderbrüggens Eintrittskarte in dieses Gewerbe gewesen. Nach Volks- und Handelsschule und einer vierzehnjährigen Laufbahn bei der Kreissparkasse Wiedenbrück (Zweigstelle Bahnhofstraße) drängte es ihn zur Selbstständigkeit.

 Burkhard Menke, den Manfred Vorderbrüggen im Jahr 2000 zu seinem Partner machte, wird die Agentur nun übernehmen und gemeinsam mit Sebastian Kreyer weiterführen.

 Manfred Vorderbrüggen, eigentlich lautet sein Nachname korrekt Johann-vor-der-Brüggen, wird seinem Heimatdorf Liemke, wo er aufgewachsen ist, treu bleiben. Engagiert hat er sich schon immer, sei es im Kirchenvorstand, sei es in der Erntedankgemeinschaft, dort schon deswegen, weil seine Mutter Gertrud (2010 verstorben) es war, die den Erntedankumzug seinerzeit ins Leben gerufen hat. Seit vier Jahren mischt er bei der Dorfentwicklung mit.

 Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Donnerstagausgabe des WESTFALEN-BLATTES Schloß Holte-Stukenbrock.

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