Gemeindeprüfungsamt vergibt Bestnoten für die Haushaltsführung der Stadt  Hohe Standards für den Sport 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Wenn alle Kommunen so gut aufgestellt wären, hätten wir deutlich weniger Probleme in Nordrhein-Westfalen.« Das sagt Johannes Thielmann von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW, der mit seinem Kollegen Thomas Lindemann den Haushalt der Stadt auf der Datengrundlage von 2012 geprüft hat. Den Bericht hat er am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt.

Von Monika Schönfeld
Das Gemeindeprüfungsamt empfiehlt, einen Sportstättenbedarfsplan aufzustellen – mit dem Ziel, Sportstätten zu schließen oder zu verkleinern. Sportplätze seien nur zu 44 Prozent ausgelastet, jeder Mannschaft stehen 1590 Quadratmeter zur Verfügung.
Das Gemeindeprüfungsamt empfiehlt, einen Sportstättenbedarfsplan aufzustellen – mit dem Ziel, Sportstätten zu schließen oder zu verkleinern. Sportplätze seien nur zu 44 Prozent ausgelastet, jeder Mannschaft stehen 1590 Quadratmeter zur Verfügung.

 Das Fazit der verpflichtenden Prüfung: Schloß Holte-Stukenbrock hat ein kompaktes Stadtgebiet mit nur fünf Stadtteilen, übersichtliche Strukturen, ist ein attraktiver Lebensort für Familien mit einer starken Wirtschaft. Die Stadt hat sich mit der Zukunftswerkstatt 2008 schon frühzeitig um die möglichen Auswirkungen des demografischen Wandels gekümmert.

 Und trotz unterdurchschnittlicher Deckungsmittel (die Einnahmen könnten mit höheren Steuern höher ausfallen) werde eine solide Finanzpolitik betrieben. Die Wirtschaftlichkeit sei in den Bereichen vergleichsweise gering, wo die Stadt sich hohe Standards leiste – zum Beispiel in der Ausstattung mit Sporthallen und Sportplätzen und bei Trauungen am Samstag im Heimathaus (Ambiente-Trauungen). Im Ordnungsamt habe es Schwierigkeiten gegeben, bei Personalwechsel einen effizienten Wissenstransfer hinzubekommen. Deshalb sei der Personaleinsatz für die Aufgaben überdurchschnittlich.

 Alles in allem gibt die Gemeindeprüfungsanstalt der Stadt Bestnoten, was die Haushaltssituation, das Flächenmanagement für kommunale Liegenschaften und Grünflächen angeht. »Ich empfehle, das maßvolle Haushalten beizubehalten«, sagt Thielmann.

 Der Vergleich zeigt, dass sich in Schloß Holte-Stukenbrock die Bevölkerung so entwickelt wie überall anders auch – stagnierend. Günstiger als der Durchschnitt ist die Altersstruktur. Die Kaufkraft ist hoch und die Beschäftigungsstruktur günstig (wenige Arbeitslosengeld-II-Empfänger).

 Trotz günstiger Steuern hat die Stadt eine ausreichende Selbstfinanzierungskraft. Bis 2017 ist Geld in der Ausgleichsrücklage vorhanden. Die Gesamtverschuldung ist niedrig.

 Risiken sehen die Prüfer: Bei den Personalaufwendungen seien keine Steigerungsraten kalkuliert, die Höhe der Kreisumlage sei unsicher.

 Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt sind, auch für Wirtschaftswege Straßenbaubeiträge zu erheben und eine Straßenreinigungsgebühr einzuführen. Zudem müsste für eine effiziente Auslastung der öffentlichen Gebäude gesorgt werden. Die Prüfer sehen an der Michaelschule Flächenbedarf (1200 Quadratmeter), an der Grundschule Stukenbrock einen Überhang von 2500 Quadratmetern. Die Schülerbeförderung sei in der Regel in den öffentlichen Nahverkehr eingegliedert. Die Beförderungsquote von 33 Prozent sei unterdurchschnittlich, Kosten jährlich: 590000 Euro. Wie Bürgermeister Hubert Erichlandwehr bemerkte, sei die Erweiterung der Grauthoffschule noch nicht drin, ebenso wenig wie der Anbau der Michaelschule, der dieses Jahr erfolgt. Nicht berücksichtigt sei, dass mit der Inklusion mehr Raum gebraucht werde.

 Die Schulturnhallen seien üppig bemessen – in der Stadt gibt es 3600 Quadratmeter mehr als im Durchschnitt, so die Prüfer. Die Sportplätze seien nur zu 44 Prozent ausgelastet, im Verhältnis der Fläche pro Einwohner liege Schloß Holte-Stukenbrock damit 76 Prozent über dem Mittelwert. Ein Sportstättenbedarfsplan könne ergeben, Sportstätten zu schließen oder zu verkleinern. Jeder Mannschaft stehen 1590 Quadratmeter zur Verfügung, ein Wert knapp unter dem Maximum.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.