Erster Verkehrssicherheitstag für junge Fahrer im Autohaus Thorwesten  Reaktion ist nicht alles 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs sind vorgeschrieben für jeden Führerschein-Neuling, ein Training in Sachen Fahrsicherheit aber noch nicht. Ein Verkehrssicherheitstag, wie ihn jetzt die Kreisverkehrswacht Lippe im Autohaus Thorwesten angeboten hat, kann da eine sinnvolle Ergänzung sein.

Von Matthias Kleemann
Am Überschlagsimulator erklärt Udo Weber von der Kreisverkehrswacht Lippe den Auszubildenden des Autohauses Thorwesten, was wichtig ist, wenn man als Autofahrer in die Situation gerät, dass der Wagen sich überschlägt und auf dem Dach liegenbleibt.
Am Überschlagsimulator erklärt Udo Weber von der Kreisverkehrswacht Lippe den Auszubildenden des Autohauses Thorwesten, was wichtig ist, wenn man als Autofahrer in die Situation gerät, dass der Wagen sich überschlägt und auf dem Dach liegenbleibt.

 Was ist das für ein Gefühl, kopfüber in einem Auto eigeklemmt zu sein, das auf dem Dach liegt? »Ich bin froh, dass ich das mal ausprobieren durfte«, sagt Katharina Moeller (29), nachdem sie aus dem Überschlagsimulator herausgekrabbelt ist. »Man kommt nicht so ohne weiteres darauf, wie man sich verhalten soll.«

 »In der Situation ist es normal, Angst zu haben«, sagt Udo Weber von der Verkehrswacht. »Das Blut steigt in den Kopf, und man fühlt sich hilflos.« Weil der Fahrer im gespannten Sicherheitsgurt hängt, muss er einen Weg finden, diese Spannung zu mindern. »Füße auf das Armaturenbrett und mit den Händen vom Dach wegdrücken«, weist Verkehrswacht-Mitarbeiter Steffen Friedrich Katharina Moeller an. Dann kann sie mit der rechten Hand das Gurtschloss lösen und sich im Fahrzeuginneren quer drehen, die Tür öffnen und den Wagen verlassen.

 Natürlich sollte es erst gar nicht dazu kommen, dass ein Auto sich überschlägt. Eine moderate Fahrweise kann viel dazu beitragen. Beim Reaktionstest erfahren die Teilnehmer nicht nur, wie schnell sie beim Tritt auf die Bremse sind, sie lernen auch, dass die schnellste Reaktion einen Unfall nicht verhindert, wenn man aufgrund einer hohen Geschwindigkeit einen trotz alledem zu langen Bremsweg hat.

 »Zu hohes Tempo ist bei jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren immer noch die Unfallursache Nummer 1«, sagt Udo Weber. Schnelles Fahren sei eben vielleicht auch ein Stück jugendliches Lebensgefühl. Hinzu komme eine falsche Einschätzung der Straßenverhältnisse, insbesondere im Herbst. »Bei Schnee und Eis fährt jeder vorsichtig, aber Laub und ein bisschen Nässe auf der Straße verlängern den Bremsweg um ein Vielfaches, was aber kaum jemand richtig einschätzt«, sagt Weber.

 Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Freitagausgabe des WESTFALEN-BLATTES Schloß Holte-Stukenbrock.

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