Realschule spendet 3000 Euro aus dem Erlös des Adventsmarkts an Flüchtlinge  »Einfach zauberhaft« 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Es steht uns Christen gut, diese zauberhafte Arbeit zu unterstützen.« Das sagte Andreas Kuhlmann, Leiter der Realschule, gestern zu Giesela Hörster, die mit viel Einsatz ehrenamtlich und selbstlos die Flüchtlinge in der Stadt betreut. Die Realschüler spendeten ihr 3000 Euro aus dem Erlös des Adventszaubers.

Von Monika Schönfeld
3000 Euro aus dem Erlös des Adventszaubers Ende November spendet die Realschule an die Flüchtlingshilfe, die Giesela Hörster leistet. Bei der Scheckübergabe gestern (von links) der SV-Lehrer Angelo Lopergolo-Velten, Lehrerin Claudia Brhel, Schulleiter Andreas Kuhlmann, Ideengeber Mika Nils Ottovordemgenschenfelde aus der Klasse 9, Giesela Hörster und Pfarrer Dr. Carsten Glatt.
3000 Euro aus dem Erlös des Adventszaubers Ende November spendet die Realschule an die Flüchtlingshilfe, die Giesela Hörster leistet. Bei der Scheckübergabe gestern (von links) der SV-Lehrer Angelo Lopergolo-Velten, Lehrerin Claudia Brhel, Schulleiter Andreas Kuhlmann, Ideengeber Mika Nils Ottovordemgenschenfelde aus der Klasse 9, Giesela Hörster und Pfarrer Dr. Carsten Glatt.

Bei dem alle zwei Jahre ausgerichteten Weihnachtsmarkt im Hof der Realschule haben die Jugendlichen Dinge verkauft, die sie an Projekttagen selbst gebaut hatten. »Wir sind reichlich bedacht worden«, berichtete Kuhlmann, dass der Adventszauber von 150 Sponsoren unterstützt worden war. Knapp 4500 Euro haben die Schüler eingenommen. Davon gehen je 50 Euro in jede Klassenkasse, einen Teil des Geldes erhält zudem die Schülervertretung für ihre Arbeit. Zwei Drittel des Erlöses, 3000 Euro, spendet die Schule der Flüchtlingshilfe. Die Idee hatte der 15-jährige Schüler Mika Nils Ottovordemgenschenfelde, der auch ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche mitarbeitet. Die Evangelische Kirche sammelt über die Diakonie die Spenden, um sie für die Arbeit Giesela Hörsters weiterzugeben. Dort landen die Quittungen für alles, was sie für die Flüchtlinge angeschafft hat. Die Diakonie kann außerdem Spendenquittungen ausstellen. »Jeder kann jederzeit alle Belege einsehen, um zu sehen, wo seine Spende geblieben ist«, sagt Giesela Hörster.

»Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich. Mein Haus ist ein Lagerhaus für die Spenden geworden«, berichtet die Ehrenamtliche. Sie sortiert die Sachen und gibt sie an die Familien weiter, die im Flüchtlingsheim in Stukenbrock-Senne untergebracht sind. Das Heim habe zwar eine Grundausstattung. Bei vier Herden in der Küche für 14 Familien gebe es aber Konfliktpotenzial. So habe sie für jede Familie einen Klappgrill angeschafft, mit dem sie Brot aufbacken. Ein elektrischer Wasserkocher gehört jetzt auch in jedes Zimmer, damit die Familien Tee oder Kaffee kochen können. Gekocht wird in großen Töpfen gleich für zwei Tage – die Töpfe als auch für jede Familie ein Mikrowellengerät zum Aufwärmen der Speisen hat Giesela Hörster beschafft. »Damit werden Konflikte deeskaliert. Wenn alle gleichzeitig einen Herd beanspruchen, kann es schon mal Streit geben.« Jetzt werden noch dringend gebrauchte Fahrräder gesucht, damit die Flüchtlinge mit dem Rad zum Einkaufen fahren können. Sie werden von Fahrrad Baak kostenlos verkehrssicher gemacht.

Giesela Hörster appelliert eindringlich an die Bürger, den Flüchtlingen offen gegenüber zu treten. »Sie haben andere Lebensgewohnheiten, ein anderes Temperament und sprechen etwas lauter. Man muss aber keine Angst haben.« Sie habe gehört, dass Eltern ihren Kindern verboten haben, mit Flüchtlingskindern zu spielen. Den Flüchtlingen am Mozartweg sei die Polizei auf den Hals gehetzt worden mit der Behauptung, die Bewohner hätten Fahrräder gestohlen. »Das ist nicht so. Die allermeisten sind freundlich und ehrlich. Ausnahmen gibt es bei ihnen genau wie bei uns Deutschen.«

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