Bürgermeister und Landrat unterzeichnen Mietvertrag für zwölf Jahre  Polizeiwache bleibt 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Stadt investiert in das Gebäude der Polizeiwache, und die Polizei bleibt in der Stadt präsent. Beim traditionellen Weihnachtsbesuch des Landrat Sven-Georg Adenauer haben er und Bürgermeister Hubert Erichlandwehr gestern den Mietvertrag unterzeichnet.

Von Bernd Steinbacher
Die Stadt investiert in die Polizeiwache an der Bahnhofstraße. Der Mietvertrag ist unterzeichnet: (von links) Polizeidirektor Karsten Fehring, Landrat Sven-Georg Adenauer, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Markus Wolff, Leiter der Polizeiwache.
Die Stadt investiert in die Polizeiwache an der Bahnhofstraße. Der Mietvertrag ist unterzeichnet: (von links) Polizeidirektor Karsten Fehring, Landrat Sven-Georg Adenauer, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Markus Wolff, Leiter der Polizeiwache.

 »Für mich ist es ein Tag der Freude«, sagte der Landrat bei der Vertragsunterzeichnung. Er sei sehr dafür, dass die Polizei in der Fläche präsent sei. Bei immer weniger Personal sei das natürlich schwierig. Wegen der gesunkenen Kriminalitätszahlen habe der Kreis Gütersloh seit dem Jahr 2000 insgesamt 53 Polizei-Stellen weniger. Um so erfreulicher sei es, dass jetzt hier die Stellen vor Ort blieben.

 Polizeidirektor Karsten Fehring sagte, dass Schloß Holte-Stukenbrock zwar im Zipfel des Kreises liege, doch dass die Wache bleibe, sei eine gute Lösung. So gibt es in Schloß Holte-Stukenbrock die Polizeischule. Andere Kommunen, zum Beispiel Bielefeld-Sennestadt, seien von hier aus gut erreichbar. Nur für den Kreis gesehen, wäre ein Polizeiwache in Verl besser, doch einen Antrags Verls in dieser Sache erteilte er eine Absage.

 Ursprünglich war in Schloß Holte-Stukenbrock eine Dauer des neuen Vertrages von zehn Jahren vorgesehen. Nun sind es zwölf. »Wir haben gut verhandelt«, sagte dazu der Bürgermeister. Er dankte den Polizeibeamten für ihre geleistete Arbeit, betonte das gute Miteinander, aber auch, dass »man auch den Zipfel gut behandeln muss, um ihn nicht zu verlieren«. Zwölf Jahre seien eine »gute Zeit für die Menschen in der Stadt, die ihre Polizei vor Ort haben wollen. Die Stadt investiere viel in das Gebäude. »Wir müssen immer wieder klar machen, dass die Wache da ist und bleibt«, berichtete Bezirksdienstbeamter Claus Mikus von Gesprächen mit Bürgern.

 Anlässlich des Besuchs hatte Karsten Fehring auch wieder ein paar Zahlen mitgebracht. So stieg in Schloß Holte-Stukenbrock die Zahl der Straftaten von 985 um 2 auf 987 an – im Vergleich von Januar bis November 2014 zu 2013. In diesem Zeitraum ist die Zahl der Fahrraddiebstähle von 144 auf 101 gesunken. Wohnungseinbrüche gibt's mehr: 31 statt 22 im Vorjahr. Die Zahl der Ladendiebstähle hat zugenommen, von 50 auf 72. »Es gibt immer Schwankungen bei der Zahl der Ladendiebstähle. Auch Flüchtlinge haben Diebstählebegangen, doch das ist keine signifikante Steigerung«, sagt Fehring.

 Markus Wolff, Leiter der Polizeiwache mit 21 Beamten, thematisierte das weiter. In Oerlinghausen sind mehrere hundert Flüchtlinge untergebracht und viele von ihnen orientieren sich nach Stukenbrock. Da könne es Probleme geben.

 »Wegen der örtlichen Nähe verändern die Flüchtlinge das Stadtbild von Oerlinghausen nicht so sehr wie das in Stukenbrock«, sagte der Bürgermeister. »Halunken gab es schon vorher, in jeder Gesellschaft. Das geht nicht nach Herkunft.« Unter den Asylsuchenden könnten natürlich auch Wirtschaftsflüchtlinge sein. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst hatten mehr mit den Flüchtlingen zu tun, besonders als die Polizeischule Unterbringungsort war. Aus seiner Sicht müsste dieser Aufwand vom Land mehr berücksichtigt werden, auch wenn sich, wie im Fall Oerlinghausen, die Unterkunft in der Nachbarkommune befindet.

 Notfallseelsorger Monsignore Wolfgang Bender meint, dass man die Sorgen der Menschen ernstnehmen muss. »Angst vor Fremden ist ein menschliches Problem.« Doch genauso wichtig sei es, sich objektiv den Zahlen zu stellen. Um reagieren zu können, sei die Polizei verstärkt unterwegs.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.