Achim Kipshagen und Alexander Brockschmidt setzen auf Blaufichte als Weihnachtsbaum  Zu Hause gewachsen 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Sie sind mit den Weihnachtsbäumen groß geworden. Achim Kipshagen und Alexander Brockschmidt haben von Kind auf miterlebt, wie Weihnachtsbäume gepflegt werden müssen.

Von Bernd Steinbacher
Achim Kipshagen zeigt einen Weihnachtsbaum mit Zweigreglern (rechts). Diese Kunstoffschienen werden angebracht, damit der Baum keine Löcher, sondern schöne Zweige bekommt. Links der Baum ist zum Schlagen markiert. Auf dem Hof Kipshagen an der Bielefelder Straße werden seit mehr als vier Jahrzehnten Weihnachtsbäume angebaut und verkauft.
Achim Kipshagen zeigt einen Weihnachtsbaum mit Zweigreglern (rechts). Diese Kunstoffschienen werden angebracht, damit der Baum keine Löcher, sondern schöne Zweige bekommt. Links der Baum ist zum Schlagen markiert. Auf dem Hof Kipshagen an der Bielefelder Straße werden seit mehr als vier Jahrzehnten Weihnachtsbäume angebaut und verkauft.

 Nun kümmern sie sich selbst auf den elterlichen Höfen um das Grün, das sowohl für den Kipshagen-Hof an der Bielefelder Straße als auch für den Hof Brockschmidt an der Augustdorfer Straße eine wichtige Einnahmequelle darstellt. »Wir setzen auf Bäume aus heimischen Beständen, wir produzieren in der Region für die Region. Alle Bäume, die bei uns verkauft werden, stammen aus eigener Produktion«, betonen die Beiden.

 Der Aufwand, der betrieben werden muss, bis der Weihnachtsbaum geschlagen werden kann, ist groß, und es braucht Zeit. »Wir kaufen zwei bis drei Jahre alte Setzlinge, die dann fünf bis sieben Jahre bei uns wachsen«, erklärt der 25-jährige Achim Kipshagen. Erste gute Bäume sind nach dieser Zeit etwa 1,50 Meter groß. »Wenn wir heute eine neue Kultur anlegen, pflanzen wir etwa 40 Prozent Blaufichten und 60 Prozent Nordmanntanne an«, erklärt der Landwirt. Begonnen habe der Weihnachtsbaumverkauf auf dem Hof 1970 mit heimischen Fichten und Kiefern. Zwei Jahre später seien die bis heute beliebten, duftenden Blaufichten dazugekommen, ab 1980 die Nordmanntannen.

 Die Blaufichten sind deshalb beliebt, da sie stärkere Zweige haben, die gut für Adventsgestecke und -schmuck verwendet werden können. Die Familie Kipshagen setzt ohnehin auf Beratung und auch auf Gemütlichkeit. Deshalb gibt es an den beiden kommenden Adventswochenenden eine Ausstellung in der Scheune mit Weihnachtsdekoration, Glühwein und Waffeln. »Seit Jahren sorgen bastelnde Hausfrauen aus der Region für ein ansprechendes Angebot«, sagt Mutter Eva Kipshagen. Jedes Jahr gebe es etwas Neues, zum Beispiel auch Mützen, Schals oder eben Weihnachtsbasteleien.

 Alexander Brockschmidt kann auch auf eine Weihnachtsbaum-Tradition verweisen. Seit etwa 35 Jahren werden auf dem elterlichen Land, das er bewirtschaftet, Weihnachtsbäume angebaut. Neben Nordmanntannen und Blaufichten setzt der 28-Jährige auch auf Concolor- und Nobilis-Tannen. Erstere haben lange weiche Nadeln, letztere halten sehr lange.

 Eine gute Nachricht haben die Weihnachtsbauern für die Kunden: Die Preise seien mit 13 bis 16 Euro pro Meter »konstant«. Weihnachtsbäume gelten als Sonderkultur. »Deshalb müssen Landwirte, die ihre Weihnachtsbaumflächen erweitern wollen, Ausgleichsmaßnahmen umsetzen, zum Beispiel Büsche und Hecken anpflanzen. Zumindest im Kreis Gütersloh ist das so«, sagt Kipshagen. »Für Erdbeer- und Spargelbauern gibt es das nicht.« Dieser Aufwand schlage sich natürlich in den Kosten nieder.

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