Verfahren vor dem Landgericht Bielefeld: Die Beschuldigte schweigen Raubmord von Westerwiehe: neuer Prozess, neues Urteil

Rietberg/Gütersloh/Bielefeld (WB). Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) die Urteile im Raubmord-Prozess von Rietberg-Westerwiehe gegen zwei Männer aus Polen aufgehoben hat , ist das neue Verfahren vor dem Landgericht Bielefeld gestartet. Beide Angeklagten haben sich auch am Dienstag nicht zur Sache geäußert.

Von Wolfgang Wotke
Der Angeklagte Robert D. wird von zwei Justizbeamten in den Saal 1 des Landgerichtes Bielefeld geführt. Er ist in einem Anzug erschienen und hat am Dienstag keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Es sind noch 16 Verhandlungstage anberaumt.
Der Angeklagte Robert D. wird von zwei Justizbeamten in den Saal 1 des Landgerichtes Bielefeld geführt. Er ist in einem Anzug erschienen und hat am Dienstag keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Es sind noch 16 Verhandlungstage anberaumt. Foto: Wolfgang Wotke

3. November 2015: Ein Trio überfällt das Brüderpaar Werner und Heinrich S. auf deren Bauernhof im Ortsteil Westerwiehe. Die Täter fordern Geld und misshandeln ihre Opfer. Heinrich (64) stirbt, Werner (63) überlebt schwer verletzt. Zwei Monate später werden Robert D. und Arthur T. festgenommen. D. und T. wird der Prozess gemacht. Beide müssen wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes, versuchtem Raub mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung lebenslang hinter Gitter. Im Prozess beschuldigen sie ihren Komplizen Piotr L. als Haupttäter, der flüchtig ist. Er wurde 2017 in Polen geschnappt und sitzt dort ein.

Im November 2017 hebt der BGH das Urteil auf. Die Bundesrichter sehen Mängel in der Beweisführung des Landgerichts Bielefeld. Seit Dienstag beschäftigt sich die I. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Korte mit dem Fall. Fest steht aber schon jetzt, dass die Beweisergebnisse des vorangegangenen Verfahrens nicht mehr verwertet werden können. »Die nunmehr zuständige Kammer wird sich ein völlig neues, eigenständiges Urteil über die Schuld- und Straffrage zu bilden haben«, sagt Strafverteidiger Martin Rother aus Gütersloh.

Der Beschuldigte Arthur T. hat sich offensichtlich von seinem alten Verteidiger Dr. Detlev Binder getrennt. Übernommen haben die Rechtsanwälte Matthias Doehing und Björn Nordmann aus Hannover. Nach Verlesung der Anklageschrift wurden zwei Polizeibeamte gehört, die damals am Tatort waren. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Aussage von Werner S. fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.