Frostkrone: Der Rietberger Hersteller von Tiefkühl-Fingerfood hat seit 2013 Umsatz verdoppelt – mit Video Klein, knusprig, lecker

Rietberg (WB). Sie heißen Mozzarella Sticks, Cream Cheese Peppadews oder Brie Spitzen: Mit diesen und vielen weiteren knusprigen Leckereien hat sich das Rietberger Unternehmen Frostkrone im Bereich Tiefkühlkost europaweit etabliert. Seit 2013 konnte der Umsatz eigenen Angaben zufolge nahezu verdoppelt werden.

Von Carsten Borgmeier
Klaus Blanke (50) ist Werkleiter an der Konrad-Adenauer-Straße 28 in Rietberg. Auf den dortigen drei Produktionslinien können pro Stunde 3,6 Tonnen Tiefkühl-Snacks hergestellt werden.
Klaus Blanke (50) ist Werkleiter an der Konrad-Adenauer-Straße 28 in Rietberg. Auf den dortigen drei Produktionslinien können pro Stunde 3,6 Tonnen Tiefkühl-Snacks hergestellt werden. Foto: Carsten Borgmeier

Frostkrone ist in den Produktsparten Fingerfood und Snacks so ein für Ostwestfalen-Lippe typischer hidden champion: ein überaus erfolgreicher Mittelständler, der nicht so viel Aufhebens um sich selbst macht – dafür aber mit Innovationen und Qualität immer mehr Kunden gewinnt.

Pro Jahr 20 neue Produkte entwickelt

Genau diese Werte haben den aus Paris stammenden Frédéric Derviéux (53) vor fünf Jahren dazu bewogen, als Geschäftsführer und Mitgesellschafter die Kommandobrücke der 1997 gegründeten Firma zu übernehmen. Frostkrone produziert an zwei Standorten: am Hauptsitz an der Konrad-Adenauer-Straße 28 in Rietberg sowie in Verl-Bornholte.

Frédéric Derviéux (53) aus Paris ist seit 2013 Geschäftsführer und Mitgesellschafter des Unternehmens. Foto: Carsten Borgmeier

»Unkompliziert, abwechselungsreich und flexibel – so sind unsere Fingerfood-Variationen«, sagt der Geschäftsführer. Unter der Regie des Franzosen werden seither pro Jahr etwa 20 neue Produkte entwickelt, und seit 2013 wuchs die Belegschaft um bis zu 70 Beschäftigte. Seinen Angaben nach gibt es am Frostkrone-Standort in Verl-Bornholte aktuell 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Rietberg sind es fast 220.

Derviéux, der schon bei Weltfirmen wie Nestlé und auf vielen Kontinenten tätig war, will bei Frostkrone seinen »gezielten Blick über den Tellerrand« einbringen. Global beobachte man und reagiere auf Ernährungstrends, das Unternehmen wolle zukünftig stärker junge Zielgruppen mit »frecher Werbung« ansprechen. Außerdem gebe es Frostkrone-Produkte jetzt auch online.

Zu den Kunden zählen Fastfood-Ketten wie Burger King

»Dieses Unternehmen ist ein Rohdiamant, ein Betrieb mit hohem Potenzial«, sagt Derviéux über den Mittelständler. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete die GmbH einen Umsatz in Höhe von 62 Millionen Euro, dem bisher besten Ergebnis in der Firmengeschichte.

Zu den Kunden von Frostkrone zählen nach Angaben des 53-Jährigen europaweit Supermarkt-Konzerne sowie bekannte Fastfood-Ketten wie Burger King.

Ausgewählte Rohstoffe wie Käse, Fisch, Fleisch, Geflügel oder Gemüse sowie große Sorgfalt bei Herstellung und Auslieferung spielen in den beiden Werken mit insgesamt fünf Produktionslinien eine zentrale Rolle: Wer dem Frostkrone-Werkleiter Klaus Blanke (50) über die Schulter schauen will, muss strengste Hygiene-Regeln einhalten: Im desinfizierten Ganzkörper-Overall, mit Haarnetz und Spezialschuhen geht es ins Tiefkühllager, wo bei minus 23 Grad 1000 Tonnen Käse auf ihre Verarbeitung warten. »Die Menge ist bei uns nach einer Woche verarbeitet«, sagt Blanke. An Großgeräten bereiten Mitarbeiter wie Chariton Kilazidis (48) oder Vitali Klassen (45) Panade für Mozzarella-Sticks, südamerikanische Jalapenos mit Frischkäsefüllung oder Gemüse Nuggets zu. »Wir setzen alles daran, unseren Kunden Genussmomente zu bescheren«, betont Derviéux.

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