Ergebnisse der Umfrage zeigen: Thema beschäftigt die Bevölkerung Zwei-Drittel-Mehrheit fürs Outlet

Rietberg (WB). Für die einen war es ein Grund, gleich nach einem Glas Sekt zu rufen, bei anderen schäumte die Freude indes nicht über. Das Ergebnis der Umfrage zu einem Rietberger Outlet-Center hat, wie berichtet, ein klares Votum ergeben. 68 Prozent der 1000 befragten Menschen aus sieben Ortsteilen sind für das Projekt,  27 Prozent dagegen – stadtteilweit.

Von Petra Blöß
Die Pläne für ein City-Outlet in Rietberg – hier die vorgesehene Bebauung am Nordtor – findet bei den Bürgern breite Zustimmung, wie eine Umfrage ergeben hat.
Die Pläne für ein City-Outlet in Rietberg – hier die vorgesehene Bebauung am Nordtor – findet bei den Bürgern breite Zustimmung, wie eine Umfrage ergeben hat.

Blickt man auf die gut 300 interviewten Kernortbewohner, so sind dort laut Emnid-Seniordirector Oliver Krieg 63 Prozent für den Bau. Sechs Prozent haben insgesamt keine Meinung.

Den Kommunalpolitikern und rund 50 interessierten Zuhörern im Saal des Progymnasiums servierte der Emnid-Chef eine Zusammenfassung der zahlreichen Fragen, die in der repräsentativen Umfrage telefonisch gestellt worden waren. So zeigte es sich, dass eine große Mehrheit mit dem Warenangebot für den täglichen Bedarf (74 Prozent)  und der Gastronomie (78) zufrieden sind, mehr sein sollten Einkaufsmöglichkeiten für Sportartikel (82), Spielwaren (70) sowie Bekleidung und Schuhe (62 Prozent).

Eine »möglichst belebte« Rathausstraße wünschen sich 43 Prozent »auf jeden Fall«, weitere 42 Prozent zumindest »eher als eine ruhige« Innenstadtmeile. 41 Prozent der Befragten haben die bisherigen Diskussionen um das City-Outlet-Center (COC) »intensiv verfolgt«, 51 Prozent »am Rande«, sechs Prozent hätten »davon gehört«, zwei Prozent  auch »nichts davon gehört«, so Krieg. Kritische Punkte gab es auch, etwa die geplante Bebauung an der Dr.-Bigalke-Straße, das steigende Verkehrsaufkommen und fehlende Parkplätze.

»Zukunftsweisende Entscheidung«

»Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden«, kommentierte Werner Bohnenkamp (FWG) das Votum pro Outlet.  »Das ist eine zukunftsweisende Entscheidung der Bürgerschaft für die Zukunft unserer Stadt. Ich bin ein Auslaufmodell, aber meine Kinder und Kindeskinder werden noch von diesem Projekt profitieren.«

Marco Talarico (CDU) konnte »eine große Hoffnung der Bürger durch das COC herauslesen.«  Und weiter: »Das ist ein klares Ergebnis. Wir müssen jetzt die Bürger versöhnen und für das Projekt gewinnen.« Das Umfrageergebnis biete viel Stoff für Beratungen. »Ich selbst habe viel daraus gelernt«, kommentierte er den Vortrag. »Jetzt sollten wir den Weg weitergehen, den Ball flach halten und die Emotionen rausnehmen.«

Er sei für den Ratsbürgerentscheid gewesen, räumte Jürgen Don (FWG) ein, aber jetzt sehe er, »dass die Umfrage eine richtige Entscheidung war, wir haben ein eindeutiges Ergebnis und wissen aber auch, wo Diskussionsbedarf besteht.« Die Bürger stünden keineswegs geschlossen hinter dem COC-Projekt, zog Prof. Manfred Niewiarra (FDP) seine Schlüsse. »Wenn wir keinen Riss in der Bürgerschaft haben wollen, müssen wir die Kritiker mit ins Boot holen. Für mich ist das Ergebnis so genau wie  das Fühlen einer Wassertemperatur.« Das 76-seitige Papier geht jetzt zur Beratung in die Fraktionen.

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