Neuenkirchener Jecken zeigen großem Nachbarn, wie gefeiert wird Frech, furios, fetenfreudig

Rietberg-Neuenkirchen (WB). Die Session 2018 der Sitzungen in der Emsstadt ist furios, frech, witzig und stimmungsvoll eröffnet worden.

Von Petra Blöß
Die Tanzgruppe Eyecatcher wird ihrem Namen gerecht. Die Tänzerinnen sind Augenweide wie Stimmungsgarant zugleich bei der Sitzung in Neuenkirchen.
Die Tanzgruppe Eyecatcher wird ihrem Namen gerecht. Die Tänzerinnen sind Augenweide wie Stimmungsgarant zugleich bei der Sitzung in Neuenkirchen. Foto: Petra Blöß

Doch es sind nicht die traditionsbewussten Grafschaftler, die in diesem Januar die erste von vielen folgenden Markierungen gesetzt haben, sondern ausnahmsweise die organisierten Kolpingjecken aus dem Wapeldorf. Die Session ist zu kurz, um an angestammten Terminen festzuhalten.

Die Neuenkirchener zeigen bekanntlich seit Jahren dem großen Nachbarn, wie es geht. Sie haben sich aber durchaus etwas abgeschaut in der »Hauptstadt« – die stetig steigende Länge des närrischen Abends. Sprich: Auch in Neuenkirchen klingt der offizielle Teil nicht vor der Geisterstunde aus.

Man hat einfach alles

Die KKGN glänzte mit dem, was andernorts Probleme bereitet: Man hat einfach alles. Büttenredner, darunter mit Lena Gottschlich eine richtig gute Frau, Tanzgarden, ein eigenes Funkenmariechen (Laura Stukemeier), Sketchpartner und mit dem Dorfgraben-Septett sowie Hausmeister Wolfgang Hesse zwei Top-Acts als Alleinstellungsmerkmal.

Dazu gesellt sich ein bunt kostümiertes, fetenfreudiges und dennoch diszipliniertes Zuschauervölkchen und mit dem Kolpinghaus ein altehrwürdiges Ambiente, von dem die Trennung 2019 schwer fallen wird.

Der geplante Abriss des Traditionshauses, seit Jahrzehnten Heimat der Jecken, war eines der bestimmenden Themen: »Ich bleibe euer Hausmeister, solange dieser Kasten noch steht.« Und einen Wink schickte er an die Volksbank, die am Saal-Standort erweitern will: »Jungs, ihr könnt euch einen Marmorpalast bauen wie ihr wollt, mich habt ihr am A... kleben.«

»Maracuja«-Lied wird lautstimmig gefordert

Da gab es von Lena Gottschlich einen genialen Song, der alle aufforderte: »Lasst uns noch nutzen diese Nacht«, und gleichzeitig die Vorfreude auf das neue Gebäude nur einen Steinwurf entfernt ausdrückte. Auch mit ihrem Lied »Maracuja«, das im Vorjahr Premiere feierte und von den Besuchern jetzt lautstark als Zugabe eingefordert wurde.

Während Bürgermeister Andreas Sunder nur wenig in Sachen COC hören musste, dürften den benachbarten Grafschaftlern die Ohren laut geklungen haben. Das Sessionsmotto der GKGR »Und sieht die Welt beschissen aus, so werfen wir Konfetti drauf« – natürlich eine Steilvorlage für die »Schapscheiter«. »Ist Konfetti auch beschissen, so wird damit das Motto zugeschmissen«, empfahlen die Neuenkirchener.

Jede Menge Lokalkolorit

Lokalkolorit gepaart mit allgemeinem Witz kennzeichnete die Spritzenstoffels (Klaus Henkenherm und Michael Kriener), das Duo in der neuen Kapselbar (Dennis Zieroth und Pascal Ketzer) und das Dorfgrabenseptett (Rainer Hamaran, Klaus Hesse, Michael Kriener, Alois Pauleickhoff, Günter Settertobulte, Meinolf Schröder, Martin Setter). Letztere kombinierten stilsicher Lokales und große Politik. Hacho (Ralf Setterobulte) berichtete ein letztes Mal – er ist auf Abschiedstour im Südkreis – vom Alltag mit der Holden.

Mariechen Dörte kam als M.C. Dört-T mal ganz anders daher und sowieso Augenweide und Stimmungsgaranten sind die Tanzgruppe Blue Angels, Eyecatcher, Prinzengarde, Beat Babes, Fire Guardians und das Tanzmariechen Laura Stukemeier. Wohl dem, der Karten hat.

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