Bokeler Straße: Abriss beginnt in Kürze – Discounter Netto will umziehen Neubau neben dem Kreisverkehr

Rietberg (WB). Die Abrissbagger kommen. In Kürze wird der Gebäudekomplex am Kreisverkehr Bokeler Straße/Mastholter Straße dem Erdboden gleich gemacht. Die Familie Don plant dort unter anderem einen Neubau, in dem Arztpraxen, gewerbliche Räume und Wohnungen Platz finden sollen. Außerdem will der Lebensmitteldiscounter Netto in direkter Nachbarschaft neu bauen.

Von Stefan Lind
In Kürze dürfte der Gebäudekomplex am Kreisverkehr Bokeler Straße/Mastholter Straße verschwunden sein. Große Plakate weisen bereits darauf hin: Abrissbagger machen das Areal frei für einen Neubau mit Arztpraxen, Gewerberäumen und Wohnungen.
In Kürze dürfte der Gebäudekomplex am Kreisverkehr Bokeler Straße/Mastholter Straße verschwunden sein. Große Plakate weisen bereits darauf hin: Abrissbagger machen das Areal frei für einen Neubau mit Arztpraxen, Gewerberäumen und Wohnungen. Foto: Petra Blöß

Der Abriss sei dringend notwendig gewesen, erläutert Investor Günter Don im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Die Gebäude hätten schon seit einiger Zeit leer gestanden, »weil sie aus den 50er und 60er Jahren stammen und nun wirklich nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen.« Sie hätten ihren Dienst getan und könnten nun weg. Allerdings bedeutet das nicht, dass sofort im Anschluss mit den Bauarbeiten begonnen wird: »Wir lassen uns Zeit, denn wir sind gerade mitten in vorbereitenden Gesprächen. Die Vorvermarktung ist in vollem Gange.« Entsprechende Bauanträge lägen bei der Stadt vor. Sollte alles reibungslos laufen, kann Don sich vorstellen, dass das Areal in gut eineinhalb Jahren fertig gestellt ist.

»Die Vorvermarktung läuft«

Der Vorgang falle unter das Bauordnungsrecht, nämlich im Rahmen der Erteilung einer Baugenehmigung, erklärt Bürgermeister Andreas Sunder auf Nachfrage. Weil dort Planungsrecht schon existiere, müsse die Politik vorher nicht beraten. Sunder kündigte aber an, in der nächsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses am Dienstag, 23. Januar, darüber zu informieren.

Das Projekt reiht sich ein in eine ganze Reihe von Aktivitäten sowohl im historischen Stadtkern als auch im direkten Umfeld. Das City-Outlet ist davon das größte Vorhaben; es wird städtebaulich die nachhaltigsten Veränderungen bringen mit zwei großen Neubauprojekten am Nord- und Südtor, in denen zusammen gut 45 Outlet-Stores untergebracht werden sollen. Die Lüning-Gruppe plant darüber hinaus ein Fachmarktzen­trum an der Westerwieher Straße. Dort sollen drei Fachgeschäfte mit jeweils 500 Quadratmetern Verkaufsfläche Platz finden – für Textilien, Schuhe und Sportartikel. Außerdem soll in den bisherigen Heimtiermarkt nach einem Umbau eine Apotheke einziehen. Zusätzlich ist vorgesehen, vier Arztpraxen im Gebäude unterzubringen.

Auch die Discounter wollen sich verändern. Der Aldi-Markt verlässt seinen bisherigen Standort am Nordtor und zieht an die Wes­terwieher Straße, auf eine Fläche gegenüber vom E-Center. Die Verkaufsfläche vergrößert sich von 700 auf 1400 Quadratmeter. Der an der Straße Am Bahnhof gelegene Lidl-Markt hat vor, sich von rund 1000 auf 1420 Quadratmeter zu vergrößern. Geplant ist, das bisherige Gebäude abzureißen und ein komplett neues zu bauen. Netto schließlich will seine Verkaufsfläche an der Mastholter Straße ebenfalls vergrößern, gibt seinen bisherigen Standort auf und möchte ein Stück weiter in Richtung Innenstadt rücken.

Nachnutzung ist noch nicht klar

Nur: Was wird dann aus dem bisherigen Netto-Gebäude? »Eine Nachfolgeregelung ist noch nicht gefunden«, sagt Günter Don. Schon mehrere Namen haben in Rietberg die Runde gemacht. Mal war von dem niederländischen Discounter Action die Rede, mal vom Schnäppchen-Markt, der seinen Standort im Schatten der Südtorschule beim Bau eines Outlet-Komplexes ohnehin verlieren würde. Don mag die Diskussion nicht groß kommentieren, sagt aber soviel: »Märkte mit einem solchen Angebot sind an der Mastholter Straße nicht genehmigungsfähig.« Das Einzelhandelsgutachten lasse diese Sortimente im Außenbereich nicht zu. »Das schränkt die Handlungsmöglichkeiten sehr ein.«

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