Rietberg: Schwarz-Gelbe Nacht in Bokel wird immer besser – Saal Bökamp ist voll Pointen statt Fußball-Punkte

Rietberg-Bokel (WB). Der Schwarz-Gelben Nacht eilt längst ein Ruf wie Donnerhall voraus. Wo sonst die Mannschaften von SG Bokel auf der Hatz nach Toren sind, da punkten die Aktiven in Bokel einmal im Jahr stattdessen mit Pointen.

Von Petra Blöß
Sie zeigen tolle Tänze, die Mädchen von der vor gut einem Jahr gegründeten Formation namens Bumblebees.
Sie zeigen tolle Tänze, die Mädchen von der vor gut einem Jahr gegründeten Formation namens Bumblebees. Foto: Petra Blöß

Und zweifellos, sie ist das Großereignis im Dorf neben dem sommerlichen Schützenfest. Schlichtweg großartig kommt über, was auf der Bühne im Saal des Gasthauses Bökamp abgefeuert wird. Und großartig ist auch der Publikumszuspruch. Dicht an dicht drängten sich wahre Massen im altehrwürdigen Festraum, hunderte an der Zahl, die Sitzplätze reichten bei weitem nicht aus. Stehvermögen war also gerade bei den jüngeren Gästen in der locker vier Generationen übergreifenden Großveranstaltung gefragt und ebensolches auch bei den Hauptakteuren unter den Scheinwerfern. Die Moderatoren Christian Wieth, Michael Aulbur und Tim Peitzmeier erwiesen sich im fünften Jahr ihres Auftrittes einmal mehr als wahre Standup Comedians und Peitzmeier, der »Elton von Bokel« als längst den Praktikantenschuhen entwachsen.

Großes Kino mit den Bumblebees

Ganz großes Kino servierte das Trio, mit stimmungsgebenden Tänzen heimischer Formationen, mit Auftritten verschiedener Untergruppierungen des schwarz-gelben Sportvereins, der den alten Zusatz DJK längst abgelegt hat. Nicht nur stolze Eltern und Großeltern bejubeln beim riesigen Jahresauftakt-Dorffamilienfest die »Bienchen« und die »Bumbelebees«. »Cad(a)nce«, die renommierte örtliche Showtanztruppe kriegt sie zu vorgerückter Stunde sowieso alle. Die Mischung machts, sagt man gerne, doch es ist eine Mixtur der besonderen Würze. Dank auch des genialen Einfallsreichtums der Vorbereitungstruppe. Das Wahljahr 2017 regte die kreativen Köpfe im sechstgrößten Rietberger Stadtteil außergewöhnlich stark an. Im Vorfeld des Abends fanden sich plötzlich großformatige Wahlplakate nach dem Vorbild großer Volksparteien, das Kreuzchen fixiert im Feld neben dem Vereinshinweis auf die Veranstaltung am 13. Januar. »Ein vierter Tag Schützenfest ist machbar«, etwa hieß es auf dem Konterfei von Peitzmeier, derweil Wieth mit dem Slogan »Dopps Krüstchen muss bezahlbar bleiben – auch bei Bökamp« kandidierte. Und für Aulbur stand fest, dass »Strake Strake bleibt«; auch wenn das einzige Lebensmittelgeschäft im Dorf längst anderweitig verpachtet ist.

Schaltung in die Elefantenrunde

Was das Trio im Laufe der Veranstaltung an hochwertigen Gags zündete, vorbereitet wie auch schlagfertig, das sucht seinesgleichen. Vor allem mit Videosequenzen, Fotos und Fotomontagen arbeitete das Trio und brachte es sogar fertig, »Kasper« in die ARD-Elefantenrunde mit Angela Merkel einzubauen. Der Saal tobte vor Vergnügen. Dem durchaus nicht nur als Kalauer anzusehenden Spruch »obwohl der Sommer besch(issen)eiden war, sind viele ganz braun geworden« folgte die Bemerkung: »Wir verstehen nicht, was das soll mit der AfD«, denn was könne eine »Alternative für Druffel« schon erreichen. Insbesondere die Neckereien in Richtung siebtgrößter Stadtteil, eine langjährige Rivalität die aus dem Fußball erwachsen ist, kamen megamäßig an bei den Zuhörern.

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