Dritter Täter will nicht aussagen Rietberger Raubmord: Prozess schon im Februar

Gütersloh/Rietberg (WB). Der neue Prozess um den Raubmord in Rietberg soll schon im Februar beginnen. Das sagt der Gütersloher Strafverteidiger Martin Rother, der Robert D. (50), einen der beiden Angeklagten, vertritt. Der Vorsitzende Richter der ersten Strafkammer am Landgericht Bielefeld, Wolfgang Korte, habe mit ihm bereits erste Termine ins Auge gefasst und abgesprochen.

Von Wolfgang Wotke
Spurensicherung vor zwei Jahren in Rietberg-Westerwiehe.
Spurensicherung vor zwei Jahren in Rietberg-Westerwiehe. Foto: Wolfgang Wotke

Martin Rother vertritt einen der Angeklagten. Foto: Wotke

Rother hat noch einmal die Gründe erläutert, warum der Bundesgerichtshof (BGH) die Urteile gegen die beiden Beschuldigten komplett aufgehoben und zurück an eine andere Kammer verwiesen habe. »In erster Linie haben die Bundesrichter die Beweiswürdigung in diesem Verfahren bemängelt und gerügt«, erklärt Rother.

Man habe nicht genau feststellen können, wer von den Angeklagten, die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurden, für den Tod des 64-jährigen Mannes verantwortlich ist.

Wird der dritte Täter ausgeliefert?

Ein Brüderpaar wurde vor zwei Jahren auf ihrem Bauernhof in Rietberg-Westerwiehe überfallen und traktiert. Es ging um Geld.

Martin Rother: »Die spannende Frage im neuen Prozess ist, wie die Kammer den Fall nach der erneuten Beweisaufnahme bewertet?« Hinzu komme noch, ob der mutmaßliche dritte Täter, Piotr L., der mittlerweile in Polen in Haft sitzt, ausgeliefert und mit auf der Anklagebank sitzen werde.

»Zu wünschen wäre es und vielleicht bekommen wir dann Klarheit.« Wie zu hören sei, so Rother, habe dieser bereits durch seinen Anwalt mitteilen lassen, dass er vom Zeugenverweigerungsrecht Gebrauch machen wolle.

Staatsanwalt Christoph Mackel glaubt nicht, dass die polnischen Behörden ihn bis Februar ausliefern. »Das Ganze gestaltet sich schwierig, zumal ich noch keine Anklage erhoben habe. Ich brauche zuvor noch eine Speichelprobe von ihm zum Abgleichen.«

Martin Rother ist jedoch zuversichtlich, dass die Angeklagten mit einer weitaus milderen Strafe davon kommen: »Übrig bleibt nur eine räuberische Erpressung in Verbindung mit schwerer Körperverletzung.«

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