Fraktionschef Marco Talarico findet bei Neujahrsempfang deutliche Worte »Stadtwerke ohne CDU«

Rietberg-Neuenkirchen (WB). Die CDU wird sich weiter gegen die Gründung von eigenen Stadtwerken aussprechen. Daran ändere auch das Ansinnen der Nachbargemeinde Langenberg, in ein solches Projekt mit einzusteigen, nichts, erklärte am Sonntag Marco Talarico, Fraktionsvorsitzender der Rietberger Christdemokraten.

Von Petra Blöß
Freuen sich über zahlreiche Besucher beim Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes Neuenkirchen in der Alten Volksschule (von links): Marco Talarico, Andreas Dreier, Bärbel Diekhans, André Kuper und Bernhard Altehülshorst.
Freuen sich über zahlreiche Besucher beim Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes Neuenkirchen in der Alten Volksschule (von links): Marco Talarico, Andreas Dreier, Bärbel Diekhans, André Kuper und Bernhard Altehülshorst. Foto: Petra Blöß

Im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfanges des CDU-Ortsverbandes Neuenkirchen machte er deutlich: »Ich habe laut gelacht, als ich davon gehört habe, dass der Nachbarort mitmachen will.« Und weiter: »Unser Bürgermeister hat im Dezember noch gesagt, es sei mit Stadtwerken viel Gewinn zu machen, das dürfe man nicht anderen überlassen, und jetzt soll Langenberg mit ins Boot. So was ist Kokolores.« Die Bürger sollten den Anbieter wechseln, doch ob dann die »RiLa«-Stadtwerke günstigere Angebote als andere Anbieter machten, das könne nicht versprochen werden. Talarico: »Ich habe die Preise nachgeschaut, die die Stadtwerke Soest als Rietbergs potenzieller Partner in Kombination mit den Stadtwerken Arnsberg nehmen. Und tatsächlich sind derzeit gleich 80 Anbieter in Rietberg preiswerter.« Der Fraktionssprecher auch: »Stadtwerke kann ich machen, wenn ich keine anderen Aufgaben habe.« Zudem wolle die Verwaltung mit den Befürworterfraktionen FWG, SPD und Bündnisgrünen das Pferd von hinten aufzäumen. Vor drei Jahren habe man noch ein Leitungsnetz für zehn Millionen Euro kaufen wollen und argumentiert, ein Vertrieb allein bringe nichts ein. Jetzt wolle man den Vertrieb gründen, um dann im zweiten Schritt das Netz zu kaufen: »Das machen wir nicht mit, dafür wird die CDU die Hand ganz bestimmt nicht heben.«

Kritik äußerte Talarico an der Stadtverwaltung auch mit Blick auf das Schulzentrum. Schon 2014 habe die CDU ein bauliches Gesamtkonzept für die Sanierung und Erweiterung der zentralen Rietberger Bildungseinrichtung als unabdingbar angesehen. Erst jetzt sei ein solches in Arbeit gekommen: »Da sind zwei Jahre einfach verloren gegangen.«

Viel Beifall für die Ortsvorsteherin

Lang anhaltenden Beifall gab es am Sonntag für Neuenkirchens Ortsvorsteherin Bärbel Diekhans. »Wichtig für einen Stadtteil wie den unseren ist es, stets das richtige Maß zu finden zwischen Notwendigkeiten, Dringlichkeiten, Prioritäten und bloßen Wünschen. Das ist uns, glaube ich, bisher immer sehr gut gelungen«, stellte sie in ihrer Festansprache fest. Zuvor hatten Vorsitzender Andreas Dreier, Landtagsabgeordneter An­dré Kuper und CDU-Stadtverbandschef Bernhard Altehülshorst die Besucher im Bürgerzentrum Alte Volksschule willkommen geheißen. Vertreter aus der Partei wie auch aus den vielen ortsansässigen Vereinen und Verbänden nahmen teil.

Das Wapeldorf sei in einem starken Wandlungsprozess, betonte Bärbel Diekhans. An vielen Stellen sehe manbauliche Veränderungen, nicht nur am Standort des früheren Becker-Hauses. Grundlage dafür sei das gemeinsam entwickelte integrierte Handlungskonzept. Oberstes Ziel: die Verbesserung der Lebensqualität. Und Diekhans weiter: »Machen wir uns nichts vor, manche alte Immobilie mag verwunschen ausschauen, im Zuge des weiter voranschreitenden Verfalls aber wird sie eher zu einem Schandfleck.«

Ein weiterer Mosaikstein sei die Umgestaltung von Stadlers Garten in einen Park, ebenso wie die Offenlegung und naturnahe Ausgestaltung des Dorfgrabens. Man warte hier auf den Bewilligungsbescheid des Landes für entsprechende Zuschüsse. Eine frohe Kunde zum neuen Jahr sei die Tatsache, dass die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug erhalten wird. Der Sportverein wie auch der DRK-Kindergarten erhalten Zuschüsse. Ein besonderer Dank der Ortsvorsteherin galt allen ehrenamtlichen Hilfskräften, auch in der Flüchtlingsbetreuung: »Bei uns auf dem Lande ist die Welt noch in Ordnung. Ich hoffe, das bleibt weiter so und wird nicht nachlassen, egal, welche Parolen von rechten Randgruppen ausgegeben werden.«

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