Rietbergs Politiker möchten ein Mehrgenerationenhaus – Förderantrag gestellt Gemeinsam statt einsam

Rietberg (WB). Das Mitein­ander der Generationen an zentralen Begegnungsorten aktiv leben – so stellen sich Verwaltung und Politik die Zukunft mit Blick auf den demografischen Wandel vor. Deshalb soll unter dem Dach des schon seit Jahren etablierten Familienzentrums möglichst bald ein sogenanntes Mehrgenerationenhaus entstehen.

Von Petra Blöß
Das Miteinander der Generationen soll in Rietberg mit einem Mehrgenerationenhaus vorangetrieben werden. Möglicherweise könnte es dazu eine Finanzspritze vom Bund geben.
Das Miteinander der Generationen soll in Rietberg mit einem Mehrgenerationenhaus vorangetrieben werden. Möglicherweise könnte es dazu eine Finanzspritze vom Bund geben. Foto: dpa/Symbolfoto

Das beschloss jetzt der Rat auf Empfehlung aus dem Rathaus. Begegnungen zwischen Jugend und Alter sind in der Emsstadt generell nicht neu, so praktiziert man in der »EULE« im Gymnasium Nepomucenum das Prinzip »Alt lernt von Jung«, und es wurden zudem viele weitere Projekte angestoßen wie etwa das der Leihgroßeltern.

Zwei Modelle des Mehrgenerationenhauses

Nun also bekommt das Kind einen neuen Namen und ein neues Gesicht, und um Missverständnissen vorzubeugen: Das »Mehrgenerationenhaus«, das dem CDU-Ortsverband Bokel vorschwebt (das WESTFALEN-BLATT berichtete) ist eines zum Wohnen für Menschen zwischen 0 und 100 Jahren. Das andere, was dem Rat vorschwebt, ist eines, das als Begegnungszentrum zur Verfügung stehen soll.

Inhaltlich soll sich die Einrichtung, so informierte Bürgermeister Andreas Sunder, an den Angeboten des Familienzentrums orientieren. Das wiederum arbeitet mit vielfältigen Themenbereichen, Beratungsmöglichkeiten und auch Sonderveranstaltungen unter der Leitung von Martin Hillemeyer höchst erfolgreich.

Das Mehrgenerationenhaus wird da als Ergänzung angesehen, für die Bundesmittel zu bekommen sind. Das entsprechende Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte im Vorjahr ein Förderprogramm für solche Projekte aufgelegt. Auch Rietberg könnte daraus Geld erhalten, so die Auskunft der oberen Behörde an die Stadt. Ein Förderantrag wurde bereits gestellt.

Planung zum demografischen Wandel

Um in den Genuss der Finanzspritze in bis dato noch unbekannter Höhe zu kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So gilt unter anderem die Vorgabe, dass das Mehrgenerationenhaus Bestandteil der kommunalen Planungen zum demografischen Wandel sein soll. Sofern solche Planungen noch nicht erarbeitet worden sind, sollen diese vorangebracht werden.

Bis auf die Aktion »Älter werden in Rietberg«, durchgeführt vor drei Jahren, gibt es bisher in diese Richtung keine offiziellen kommunalen Taten. Die Verwaltung: »Das ist in der Regel auf Kreisebene angesiedelt.«

Um dennoch Bundesmittel zu bekommen, plant man die Angliederung an das Familienzentrum – eine Möglichkeit, die die Fördervoraussetzungen zulässt. Wie einmal konkret die Umsetzung der Grundidee erfolgen wird, das soll in einem Konzept im gerade begonnenen Jahr erarbeitet werden.

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