160 000 Euro investiert: Bokeler Pfarrkirche ist frisch restauriert worden Alles ist hell und modern

Rietberg-Bokel (WB). »Wenn nicht jetzt, wann dann?« – das singen seit vielen Jahren die Akteure der Kultband »De Höhner«. Und: »Wenn nicht jetzt, wann denn dann?«, fragt der Leiter des Pastoralverbunds Rietberg-Süd, Pfarrer Andreas Zander, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Was er meint, ist die passend zum Weihnachtsfest renovierte St.-Anna-Kirche in Bokel.

Von Petra Blöß
Passend zum Weihnachtsfest ist die katholische St.-Anna-Kirche im Stadtteil Bokel umfassend renoviert worden. Der Innenbereich präsentiert sich jetzt hell und modern.
Passend zum Weihnachtsfest ist die katholische St.-Anna-Kirche im Stadtteil Bokel umfassend renoviert worden. Der Innenbereich präsentiert sich jetzt hell und modern. Foto: Petra Blöß

Die Rede ist von einem Gotteshaus, das trutzig in seiner bis heute erhaltenen Form seit 1862 tatsächlich den Mittelpunkt des zweitkleinsten Rietberger Stadtteils darstellt. »Das Dorf hat hier seine Mitte«, meint Zander. Aber wie lange noch? Prognosen? Unmöglich, meint der Geistliche, der ab 2019 den dann zu bildenden, neuen Gesamtpfarrverbund für alle sieben katholischen Kirchengemeinden und -vikarien in Rietberg wird leiten müssen.

Wer zum Adventskonzert der musizierenden Vereine aus dem Dorf den Weg ins Gotteshaus genommen hat, der sieht: Dort hat sich richtig viel getan – mehr als nur die Arbeit professioneller Maler und Dekorateure. Dort ging es vor allem um Atmosphäre, und die sollen die Gottesdienstbesucher zum Fest auch erleben können. Farbwechsel-LEDs am Hochaltar sorgen tatsächlich für nahezu mystische Stimmung, die Krippe wird über dem Platz des Evangeliars zu sehen sein, und selbst die Skulptur der Namenspatronin St. Anna hat ihr schlichtes Dasein irgendwo an einer Lagerstelle des Bereiches im Kirchturm verlassen dürfen und ist im Seitenschiff zu Hause angekommen.

LEDs am Altar sorgen für mystische Stimmung

Der vom heimischen Künstler Niemeier einst gestaltete Ambo positioniert sich nun unmittelbar vor den ersten Bänken, auf denen die Gläubigen eingeladen sind, Platz zu nehmen – ein spezieller Wunsch Zanders, der bewusst die Nähe zu den Gottesdienstbesuchern sucht. Seit wenigen Wochen erst ist das Kirchenschiff fertig, gereinigt wurden Kreuzweg, Hochaltar und kunstvolle Skulpturen, das ist unübersehbar.

Das Ganze kostete mehr als 160.000 Euro, eine Summe, die auch von der Erzdiözese mitgetragen wurde und auf die die Bokeler Gläubigen lange gespart hatten. Aber lohnt sich das noch? In Zeiten rückgehender Besucherzahlen? Zander glaubt: »Ja. Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Das Geld war angespart, die Renovierung überfällig, und es gab vom alten Kirchenvorstand noch die Entscheidung, die Sanierung anzugehen.«

Dass die Renovierung nur ein Trostpflaster sei, um die seit dem vergangenen Jahr weggeschmolzenen Gottesdiensttermine abzumildern, sieht Pfarrer Zander nicht so. Im Gegenteil, der neue, einzige Wochenendtermin samstags um 17 Uhr locke mehr Besucher an, als die Angebote früher. Das sei eine günstige Zeit, und so kämen auch Gläubige aus Mastholte oder Rietberg speziell zu diesen Messen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.