Insolvenzeröffnung beim Graphischen Betrieb – Stadtanzeiger erscheinen weiter Druckerei steht vor dem Aus

Rietberg (WB). Der Graphische Betrieb Rehling aus Rietberg hat am Freitag beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Norbert Küpper aus Verl.

Von Stefan Lind
Der Graphische Betrieb Rehling aus Rietberg hat beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt.
Der Graphische Betrieb Rehling aus Rietberg hat beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt.

In dem Unternehmen, das an der Industriestraße 7 beheimatet ist, sind 18 Voll- und Teilzeitkräfte sowie weitere 16 Aushilfen beschäftigt. Unberührt von dem Verfahren bleiben die weiteren Betriebszweige, also die JRB Medien KG, die als Herausgeber des Rietberger und des Delbrücker Stadtanzeigers fungiert, sowie die Agentur »Der 103. Tag«. »Für den Graphischen Betrieb werden aktuell mögliche Sanierungsoptionen untersucht«, heißt es in einer Stellungnahme, die die Firma gestern am späten Nachmittag an die heimischen Medien verschickte. Erste Gespräche mit dem in der Abwicklung solcher Verfahren äußerst erfahrenen Rechtsanwalt Dr. Norbert Küpper habe es bereits gegeben.

Geschäftsführer Bernd Rehling informierte die Mitarbeiter am Montagvormittag im Rahmen einer Betriebsversammlung. Verantwortlich für die Negativentwicklung der Betriebsergebnisse ist nach seiner Auskunft die anhaltend schlechte Situation auf dem Druckereisektor. Der Umbruch vom Print- zum Onlinebereich habe deutschlandweit zahlreiche Druckereien in die Knie gezwungen und in jüngerer Zeit auch vermehrt seine Auswirkungen auf das heimische Unternehmen gezeigt.

Gegründet 1975 als Buch- und Offsetdruckerei

»Wir machen auf jeden Fall weiter, dafür bereitet mir der Beruf einfach zu viel Freude«, erklärte Rehling gestern im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Konkrete Angaben, wie die Zukunft des Unternehmens gesichert werden könne, seien aber erst in ein paar Wochen möglich. Ganz wichtig ist ihm der Hinweis: »Der Rietberger Stadtanzeiger wird auch weiterhin alle 14 Tage erscheinen.«

Das Unternehmen ist im Oktober 1975 als Buch- und Offsetdruckerei gegründet worden: »Los ging es in zwei Räumen in einem Haus an der Mastholter Straße«, so Rehling, damals sei noch mit Bleisatz gearbeitet worden. Die Technologie entwickelte sich rasant weiter, ebenso der Graphische Betrieb, der in den Folgejahren nach eigenen Angaben Graphikdesigner, Marketingspezialisten, Redakteure, Mediengestalter mit den Schwerpunkten Bild-/Text-Typographie, Kaufleute, Kundenberater, Drucker, Buchbinder und ein Team helfender Hände im Bereich der Konfektionierung beschäftigte. Print sei Hauptumsatzträger, hieß es noch 2011. Seit etwas mehr als fünf Jahren ist der Graphische Betrieb auf rund 1500 Quadratmetern Betriebsfläche an der Industriestraße zu finden.

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