Schulzentrum am Torfweg: Stadtverwaltung soll Standortfrage erneut prüfen Totalsanierung oder gleich ein Neubau?

Rietberg (WB). »An Bildung wollen wir nicht sparen!« Dieses Motto haben im Kommunalwahlkampf 2014 nahezu alle Fraktionen in ihren Prospekten gewählt. Indes: Wie, was und wo man sparen kann, steht noch in den Sternen. Fakt ist: Das Schulzentrum am Torfweg muss mit Blick auf die Einrichtung der Gesamtschule nicht nur ausgebaut, sondern auch modernisiert werden.

Von Petra Blöß
Abreißen, sanieren, möglichst viel lebendigen Schulhof erhalten – die Stadt steht vor der schweren Entscheidung, in welcher Form das Schulzentrum modernisiert werden soll.
Abreißen, sanieren, möglichst viel lebendigen Schulhof erhalten – die Stadt steht vor der schweren Entscheidung, in welcher Form das Schulzentrum modernisiert werden soll. Foto: Petra Blöß

Ebenso stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Festgeschrieben ist aus Ratsentscheiden vergangener Monate der zeitliche Ablauf, zwingend auch mit Blick darauf, dass die Gesamtschule weiter sechszügig wächst und entsprechend neue Räume hermüssen.

Fakt ist ebenso, dass der erste Spatenstich für den hierzu schon auskonzeptionierten und notwendigen Neubau zum 2. Januar 2017 erfolgen soll. Bis dato war auch der Standort schon ausgesucht. Dort, wo derzeit noch die alten Pavillonklassen zwischen Emsumflut und Zentrum ein weder schönes noch zeitgemäß funktionelles Dasein haben, sollte bisher die Gesamtschulerweiterung fortgesetzt werden.

Standortfrage soll geprüft werden

Jetzt aber kommt Bewegung ins Thema. Die CDU beantragte für die Ratssitzung am Donnerstagabend einen Maßnahmenkatalog, unter anderem auch mit der Prüfung der Standortfrage. War man bis dato in Politik und Verwaltung stets von einer Sanierung des Altbaubestandes ausgegangen, noch dazu von einer aufwendigen, denn Teile der Gebäudeanlagen enthalten PCB, wünscht die CDU die Prüfung eines Abrisses großer Teile der Bauten.

Ebenso wünschen sich die Christdemokraten für die weitere Entscheidungsfindung Kostenaufstellungen für die Alternativen Abriss/Neubau oder Totalsanierung. Bislang schwirren Zahlen zwischen 16 und 27 Millionen durch den politischen Raum, genaue Angaben aber gibt es nicht. Auch, weil noch keiner sagen kann, wie umfangreich die PCB-Sanierung tatsächlich werden muss.

Einen Prüfungsauftrag ins Rathaus geben wollte die CDU ebenso mit Blick auf die Einbeziehung freier Grundstücksflächen rund um das VEZ des Gymnasiums. Wer nun aufgrund des Antrages, der vor gut einer Woche öffentlich bekannt geworden war, heftige Diskussionen im Rat erwartet hatte, irrte.

Einigkeit unter Politikern

Wie CDU-Fraktionssprecher Marco Talarico und Bürgermeister Andreas Sunder erklärten, habe es im Vorfeld intensive, auch interfraktionelle Gespräche gegeben. Einigkeit herrschte darüber, für die Bildung der Rietberger Schüler nachhaltig und langfristig das Optimum zu erreichen, und ebenso, dass keine weiteren Zeitverzögerungen in die baulichen Abläufe kommen dürfen. »Alle sind sich einig, den Weg der Bildung gemeinschaftlich zu gehen«, so Sunder.

Marco Talarico forderte ein solides Vergleichsangebot. »Beide Optionen, Abriss und Sanierung, müssen genau geprüft werden. Aber wir wollen nun auch nicht den zeitlichen Ablauf aushebeln. Der Ersatzbau für die Pavillonklassen muss kommen. Nur wo? Die Verwaltung soll alternative Standorte auf dem Schulgelände suchen, die eine künftige Entscheidung zu Neubau oder Modernisierung nicht schon im Vorfeld festlegen.«

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