Fünf Millionen Euro nötig: Planetariumsgesellschaft wirbt in eigener Sache Platin-Paten sind gern gesehen

Rietberg (WB). Werden die Planetariumsgesellschaft OWL und die Zirkel GmbH ihr ehrgeiziges Ziel erreichen und bis Ende des Jahres fünf Millionen Euro für den Bau des künstlichen Sternenhimmels samt Eventangebot und Gas­tronomie sammeln können? Bekanntlich gibt es einen Vertrag mit Stadt und Gartenschaupark GmbH, nach dem die Stadt ein Grundstück bereit stellt, wenn das Geld bis zum 31. Dezember vorhanden ist.

Von Petra Blöß
Arnold Hoppe von der Planetariumsgesellschaft stellt in der Rietberger Cultura die neuen Marketingideen vor.
Arnold Hoppe von der Planetariumsgesellschaft stellt in der Rietberger Cultura die neuen Marketingideen vor. Foto: Petra Blöß

Auf die Frage, ob und wann eine Realisierung erfolgen kann, gab es bei einer Sonderveranstaltung am Freitagabend in der Cultura keine konkrete Antwort; wohl aber die Vorstellung neuer Marketingmaßnahmen, die helfen sollen, das finanzielle Ziel zu erreichen.

»Vom Zauber der Sterne und vom Ende der Nacht«, hieß es zunächst vor rund 80 Besuchern, unter ihnen auch Bürgermeister Andreas Sunder und Stellvertreter Werner Bohnenkamp, im Rahmen des sogenannten Planetarischen Abends. Der Österreicher Dr. Dietmar Hager aus Linz, ausgewiesener Experte in Sachen Kosmos, rückte nicht nur die Gestirne und ihre optischen Geheimnisse in den Mittelpunkt seines Vortrages. Lichtverschmutzung und auch die Veränderung der Sichtweise auf die Himmelsgebilde im Laufe von Jahrtausenden bildeten Inhalte des Referates, von dem die Experten der OWL-weit aktiven Gesellschaft im Anschluss schwärmten.

Spendenfreudigkeit der Bürger soll noch wachsen

Indes ging es am Freitagabend auch darum, die Spendenfreudigkeit und das Sponsoring für das Rietberger Vorhaben weiter zu fördern. Und dass das Team um den Wahl-Rietberger Projektleiter Peter Weinreich durchaus pfiffig ist, stellte es erneut unter Beweis. Weinreich, selbst aus familiären Gründen verhindert, hatte in den vergangenen Monaten bereits das nachtleuchtende Sternbildplakat für den Verkauf an Kleinsponsoren entwickelt. Nun folgten nicht nur bedruckte Jutetaschen, sondern auch der Comic »Rieti im Weltall«.

Rieti fliegt ins All

Der kleine und inhaltlich überschaubare Comic mit dem Titel »Rieti im Weltall« ist, quasi frisch gedruckt und mit Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen aus der Kunstwerkstatt Wolf illustriert, für 10 Euro Spende erhältlich. Dass das hiesige Stadtmaskottchen einmal mit einer Rakete ins All fliegen würde, das mag sich der Siebenpunktmarienkäfer vorher nie erträumt haben. Nun also zieht es ihn ans Firmament, um dort neue Freunde kennenzulernen, Abenteuer zu erleben und schließlich mit den Kumpeln aus dem All ausgerechnet mitten im Rietberger Rosenmontagszug zu landen. Dort wird die ganze Bande von dem Umstehenden bejubelt – allerdings eher wegen der »schönen Kostüme« und nicht aufgrund der ungewöhnlichen Herkunft.

Aktuellste Marketingidee: Sternenpatenschaften. Zwar hat die Stadt Rietberg seit dem Abschlusstag der Landesgartenschau 2008 schon eine solche, aber für einen wirklichen Himmelspunkt. Die Planetariumsgesellschaft indes vermarktet jene Sterne, die einmal, sollte gebaut werden, mittels Projektor in der Gebäudekuppel zu sehen sein werden. Erste Patin, sie erhielt am Freitagabend die offizielle Urkunde, ist Melanie Ritzke. Wer mit einer Patenschaft den Verein in seinem Bemühen um die fünf Millionen Euro unterstützen möchte, kann je nach Größe und Standort der Himmelskörper dies mit Beträgen zwischen 150 und 2000 Euro tun. Die Platinum-Beteiligung gilt für Objekte des Sonnensystems und Orientierungselemente, Gold für die Sterne der 13 Tierkreiszeichenbilder, Silber für Sterne außerhalb dieser, die aber auch am Rietberger Himmel beobachtet werden könnten. Bronze schließlich erwirbt man für Sterne, die in der Realität nur im Gebirge bei guter Sicht erkennbar sind.

Chance einer Verlängerung beim Spendensammeln möglich

Dass das Planetarium in Rietberg unweit der Stennerlandstraße und gegenüber einer Parzellenfläche des Vereins Zirkel Realität wird, davon geht die Gesellschaft aus. »Wir haben definitive Sponsorenzusagen«, sagte Gesellschaftsvorsitzender Hubert Hermelingmeier. Es gebe weitere aussichtsreiche Gespräche. Allerdings avisierte er auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTS auch, Gespräche mit den Kooperationspartner führen zu wollen, um eventuell das vertragliche festgesetzte Datum Ende 2016 weiter nach hinten zu verschieben. »Wir haben schon so viel in das Projekt gesteckt. Es ist natürlich ein dickes Brett, das wir bohren.« Er persönlich sehe, sollte die Summe nicht bis Jahresende komplett zusammen sein, die Chance einer Verlängerung, auch wenn das sicher »nicht bis Ultimo« gehe. Wie man aber letztlich im Ernstfall verfahre, das müssten die Mitglieder entscheiden.

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