Fahnder vermuten ihn in Polen – die bereits inhaftierten Tatverdächtigen bestreiten ihre Beteiligung am Überfall Bauernhof-Mord: »dritter Mann« abgetaucht

Kreis Gütersloh (wow).  Nach dem brutalen Überfall auf ein Brüderpaar im November in Rietberg-Westerwiehe, bei dem einer von ihnen getötet wurde, fahndet die Kripo weiterhin nach einem Mittäter.

Von Wolfgang Wotke
27. Januar: Gegen 6 Uhr schlägt das SEK in einem Mehrfamilienhaus an der Diekstraße in Gütersloh zu und verhaftet einen Mann (48) unter dringendem Tatverdacht.
27. Januar: Gegen 6 Uhr schlägt das SEK in einem Mehrfamilienhaus an der Diekstraße in Gütersloh zu und verhaftet einen Mann (48) unter dringendem Tatverdacht. Foto: Wolfgang Wotke

Nach der Festnahme zweier Tatverdächtiger glaubt die Polizei, dass der »dritte Mann« mittlerweile abgetaucht ist. »Wir vermuten ihn in Polen«, sagt Staatsanwalt Christoph Mackel.

Die Mordkommission unter der Leitung von Jürgen Kollien hatte ganze Arbeit geleistet. Zunächst sah es so aus, als ob man den Verbrechern kaum auf die Spur kommen könnte: Es gab keine Zeugen und nur wenige konkrete Hinweise. Ein Kassenbeleg von einem Gütersloher Baumarkt über Kabelbinder, mit denen einer der Brüder gefesselt worden war, und DNA-Spuren führten die Beamten allerdings schließlich doch noch zum Erfolg.

Ende Januar schlug das SEK zu: Zwei Männer (46 und 48) konnten in Gütersloh und im Ortsteil Spexard unter dringendem Tatverdacht festgenommen werden. Ein dritter Täter befindet sich noch auf der Flucht. »Die beiden Inhaftierten bestreiten die Tat«, berichtete Christoph Mackel.

Doch die Fahnder sind sich sicher, dass sie die Richtigen geschnappt haben. Inzwischen hat die zwölfköpfige Mordkommission ihre Zelte im Gebäude der Kreispolizeibehörde in Gütersloh wieder abgebaut. Mackel: »Die weiteren Ermittlungen werden jetzt von Bielefeld aus geführt.«

In der Nacht zum 4. November wurden Werner S. (63) und sein Bruder Heinz S. (64) im Ortsteil Westerwiehe auf ihrem einsam gelegenen Bauernhof überfallen. Die beiden Junggesellen betrieben auf dem elterlichen Hof eine gut gehende Autowerkstatt. Der 64-Jährige wurde zu Tode misshandelt, der andere schwer verletzt.

Die Täter wollten Geld, deshalb quälten sie die Opfer. »Wir gehen davon aus, dass sie einen kleineren Geldbetrag erbeuteten«, erklärte Mackel, der dem Trio gemeinschaftlichen Mord vorwirft.

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