Stadt sorgt mit Bericht über angeblich verschwundene Gehwegplatten für Verwirrung Erst weg, dann wieder da

Rietberg (WB).  Es hörte sich an wie ein Coup der besonderen Art: Gehwegplatten für eine Fläche von 160 Quadratmetern seien von der Baustelle des Kreisverkehrs in Neuenkirchen gestohlen worden, meldete die Stadt Rietberg am späten Mittwochabend. Die Nachricht verbreitete sich rasch über die sozialen Netzwerke im Internet. Am Donnerstag aber musste Stadt-Pressesprecherin Nina Tiemann zurückrudern: Es war alles ein Versehen.

Von Stefan Lind
Die Bauarbeiten rund um den Kreisel in Neuenkirchen sind derzeit in vollem Gange. Zwischenzeitlich wurden etliche Gehwegplatten vermisst. Sie haben sich aber wieder eingefunden.
Die Bauarbeiten rund um den Kreisel in Neuenkirchen sind derzeit in vollem Gange. Zwischenzeitlich wurden etliche Gehwegplatten vermisst. Sie haben sich aber wieder eingefunden. Foto: Stefan Lind

Die tonnenschweren Platten waren entlang des Parkplatzes am ehemaligen Rewe-Markt an der Langen Straße gelagert worden. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung wird in dem ersten Artikel zitiert mit dem Hinweis, dass die Stadt die Betonplatten zum Ende der Baumaßnahme ohnehin entsorgt hätte, denn auch der Gehweg werde im Rahmen der Erstellung des Kreisverkehrs saniert.

»Das dauert allerdings noch einige Monate – und in dieser Zeit wäre ein ebenmäßiger Gehweg für alle Bürger wichtig gewesen, denn wer nun mit dem Rollstuhl oder einem Kinderwagen die Strecke passieren möchte, wird es auf dem weichen Untergrund schwer haben«, heißt es weiter.

Alles ein Versehen?

Dass eine der von der Stadt beauftragten Firmen die Platten womöglich versehentlich oder auf Grund eines Missverständnisses entfernt hat, wird von dem Mitarbeiter ausgeschlossen: »Sämtliche Recherchen bei allen Beteiligten haben ergeben, dass niemand die Betonplatten vom Boden aufgenommen hat. Das hat mir auch unser Bauleiter versichert.« Am Freitag hätten die Platten noch an Ort und Stelle gelegen, am Montag seien sie jedoch verschwunden gewesen.

Die Stadt Rietberg kündigte an, Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Es sei eine Straftat, sich einfach auf einer Baustelle zu bedienen und Material zu entwenden.

»Ein bissle verwirrend«

Das ist mittlerweile alles hinfällig, denn die vermeintlichen Übeltäter sind gefunden worden. »Die Betonplatten sind inzwischen wieder aufgetaucht, eine Firma hat sich gemeldet, die sie – rechtmäßig – entfernt hatte«, betont Pressesprecherin Nina Tiemann. Das Kopfschütteln ließ im Internet nicht lange auf sich warten: »Wie kann denn das sein, wenn im Artikel stand, dass selbst nach Rückfrage an die Firmen keiner wusste, wo die Betonplatten geblieben sind?«, fragt sich ein Leser des Facebook-Blogs »Rietberg  lebt«. Sein Fazit: Das sei alles ein »bissle verwirrend«.

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