Vier Wasserbüffel beziehen ihr neues Quartier im Rietberger Gartenschaupark Um eine Tierart reicher

Rietberg (WB).»Was lange währt, wird endlich gut« – für die Gartenschaupark GmbH bewahrheitete sich das alte Sprichwort am Wochenende. Mit dem Einzug der kleinen Wasserbüffelherde konnte ein Projekt realisiert werden, an dem im Hintergrund sieben Jahre gearbeitet worden war.

Von Petra Blöß
In ihr neues Domizil im Park Mitte hinter dem Forum Natur sind die neuen Bewohner, vier Wasserbüffel, eingezogen. Ein Bulle, zwei trächtige Kühe und ein Jungtier sollen auf 36 000 Quadratmetern Fläche heimisch werden.
In ihr neues Domizil im Park Mitte hinter dem Forum Natur sind die neuen Bewohner, vier Wasserbüffel, eingezogen. Ein Bulle, zwei trächtige Kühe und ein Jungtier sollen auf 36 000 Quadratmetern Fläche heimisch werden. Foto: Petra Blöß

Unter regem Interesse vor allem der Mitglieder des Park-Fördervereins bezogen ein Bulle, zwei trächtige Kühe und ein Jungtier die Weideflächen am Naturschutzgebiet Rietberger Emsniederung. Im Vorfeld hatte das Team um Parkmeister Helmut Kammermann dafür gesorgt, dass die Tiere in ein sicher eingezäuntes Geläuf kommen und dort in einem Stallgebäude bei Witterungsunbilden Unterschlupf finden. Rund 36 000 Quadratmeter stehen den Wasserbüffeln zur Verfügung, ein Gelände, das vorwiegend aus Feuchtwiesen besteht und ihnen damit einen idealen Lebensraum bietet.

Parkbesucher können die Herde nicht nur entlang des Zauns rückwärtig des Obersees betrachten, sondern auch vom Aussichtsturm aus. Die Weideflächen liegen unmittelbar hinter dem Forum Natur. Die Paarhufer gelten als friedliche und wenig scheue Tiere, nach einer Eingewöhnungszeit in der neuen Umgebung dürfen sich insbesondere Kinder freuen, die Tiere ganz aus der Nähe bestaunen zu dürfen, die eine oder andere Streicheleinheit inbegriffen.
Weltweit gibt es mittlerweile rund 150 Millionen domestizierter Wasserbüffel, den Bestand in Deutschland schätzt man auf an die 2000 Exemplare. Die Zahl wild lebender Tiere sinkt ständig. Die Rietberger Herde stammt aus dem Besitz des Mastholter Tierarztes Wolfgang Brüseke. Er wird die Herde auch künftig an ihrem neuen Standort betreuen.

Die Idee, eine solche Rasse im Park anzusiedeln, entstand während der NRW-Landesgartenschau 2008. Seinerzeit hatte ein Wissenschaftler sich an den damaligen Bürgermeister André Kuper gewandt und ein solches Projekt empfohlen.
Probleme gab es aber wegen des unter Naturschutz gestellten Bereiches, obwohl anhand von Gutachten beweisbar war, dass gerade Wasserbüffel als ideal für die Beweidung gelten. Aufgeben wollten Stadt und Park nicht, und so folgten jahrelange Verhandlungen mit den Behörden.

Bei der Neufestsetzung der Verordnungen des Naturschutzgebietes Rietberger Emsniederung, eine wesentlich strengere Fassung als die zuvor 20 Jahre lang geltenden Vorschriften, hatte sich die Kommune vehement dafür eingesetzt, die Möglichkeit der Ansiedlung der Wasserbüffel als Ausnahme aufzunehmen. Letztlich folgte unter bestimmten Auflagen die Genehmigung, so dass der Park nun um eine Tierart reicher ist.

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