Vom Umgang mit Drogen bei Schülern: Gymnasium hat Konzept erarbeitet Damit es beim Probieren bleibt

Rheda-Wiedenbrück (WB/wl). Seit geraumer Zeit ist auch am Einstein-Gymnasium ein Schulsozialarbeiter vor Ort. Dank Lars Walz konnte nun ein Konzept erarbeitet werden, bei dem bereits ab der sechsten Klasse bis hoch in die Oberstufe präventiv über die Themen Mobbing/Cybermobbing, Alkoholprävention, Spielsucht und Online-Spielsucht sowie auch Drogenmissbrauch gesprochen wird.

Sie haben ein Konzept erarbeitet, wie man mit drogenkonsumierenden Jugendlichen umgeht: (von links) Schuleiter Jörg Droste, Schulsozialarbeiter Lars Walz, Lars Riemeier vom Caritasverband und Kriminaloberkommissarin Vanessa Ogan.
Sie haben ein Konzept erarbeitet, wie man mit drogenkonsumierenden Jugendlichen umgeht: (von links) Schuleiter Jörg Droste, Schulsozialarbeiter Lars Walz, Lars Riemeier vom Caritasverband und Kriminaloberkommissarin Vanessa Ogan. Foto: Waltraud Leskovsek

Dabei arbeitet das Gymnasium mit Vanessa Ogan von der Kreispolizeibehörde Gütersloh und Lars Riemeier vom Caritasverband, Fachstelle für Suchtvorbeugung, zusammen. »Wir haben zwar hier kein aktuelles Problem, möchten aber unsere Schüler sensibilisieren, was es für Folgen haben kann, wenn sie versuchen, sich mit Drogen, Alkohol oder Tabletten aufzuputschen, damit sie den Alltag bewältigen können oder Kraft haben, nachts online zu spielen«, erklärt Schulleiter Jörg Droste.

Cannabis ist unter Jugendlichen die beliebteste illegale Droge. Jeder sechste 15-Jährige hat schon Erfahrungen damit gemacht. Jeder zehnte 12- bis 17-Jährige hat Erfahrung mit Alkohol. Lars Riemeier betont: »Wir begrüßen es, wenn eine Schule so offensiv mit diesen Themen umgeht, die auch schon mal gerne verschwiegen werden.« Alkohol und Drogen seien bei vielen jungen Menschen ein Teil der Lebensphase, in der man sich ausprobiere. Doch man müsse genau hinschauen. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie man mit drogenkonsumierenden Jugendlichen am Einstein-Gymnasium umgeht.

Prävention und Intervention

Zunächst einmal gibt es die beiden Säulen Intervention – das Eingreifen, wenn bereits ein Missbrauch vorliegt – und die Prävention, die Aufklärung rund um die Themen. Sollte ein Jugendlicher erwischt werden gibt es nun einen Fragenkatalog, den der Sozialarbeiter oder auch ein Lehrer abarbeiten kann, damit er in jedem Fall auch richtig reagiert. Ziel einer schulischen Intervention ist es, die Situation zu klären, weiteren Eskalationsstufen vorzubeugen und den Drogenkonsum möglichst zu verhindern oder einzustellen.

Der Schulleiter wird informiert, und es findet je nach Situation ein kollegialer Austausch statt. Der Schulsozialarbeiter oder Vertrauenslehrer führt ein Gespräch mit dem Schüler. Sollte sich im Gespräch die Sorgen nicht reduzieren, werden nochmals die Kollegen hinzugezogen und es kann ein freiwilliges Beratungsangebot erfolgen. Auch das Gespräch mit den Eltern des betroffenen Schülers wird gesucht.

Wenn ein Schüler mit Drogen im Schulkontext handelt, erfolgt eine Anzeige bei der Polizei. Die Gespräche mit den Eltern veranlasst dann auch die Kriminalpolizei. Die Kollegen in der Schule beraten sich und führen Gespräche mit dem Schüler. Es folgen verschiedene Auflagen wie die Beratung beim Jugendamt oder beim Schulsozialarbeiter und gegebenenfalls eine Suspendierung. Es werden immer zwischendurch Bilanzgespräche mit Schüler und Eltern geben. »Das hört sich im ersten Moment vielleicht viel an, doch wir möchten einfach alle das Richtige tun, wenn es mal soweit kommt«, betont Jörg Droste.

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