KG Helü feiert mit 598 Gästen Galaabend im ausverkauften Reethus Nach 66 Jahren grüßen die Flieger

Rheda-Wiedenbrück (WB). 66 Jahre KG Helü – das »Jubiläum« bestimmte den Gala­abend der 1952 von sechs Personen gegründeten Karnevalisten. Viele der »Roten« trugen am Samstag die eigens dafür entworfene Plakette.

Von Robert Becker
Das Männerballett präsentiert sich im Stile von »Top Gun«. In Fliegeruniform imitieren die Herren die Fluggeräusche eines Kampfjets.
Das Männerballett präsentiert sich im Stile von »Top Gun«. In Fliegeruniform imitieren die Herren die Fluggeräusche eines Kampfjets. Foto: Robert Becker

»66 Jahr’ gemeinsam feiern, das ist klar«, reimte Prinz Thomas Huneke, der im ausverkauften Reethus durch das Programm führte. 598 Karten waren abgesetzt worden. »Wir sind unglaublich glücklich«, freute sich Huneke über den großen Zuspruch. Die Zukunft der KG Helü darf als gesichert angesehen werden: Viele junge Karnevalisten präsentierten sich in den verschiedenen Tanzgarden. Die Jüngsten eröffneten den Reigen mit einer hawaiianischen Interpretation.

»Till aus Rheda-Wiedenbrück« nimmt Lokalpolitik ins Visier

Wilhelm Baumhus ging als Till Eulenspiegel zum 22. Mal in die Bütt. Bei seinem »Spieglein, Spieglein in der Hand« nahm der »Till aus Rheda-Wiedenbrück« vor allem die Lokalpolitik ins Visier. Er kritisierte die zwei nur 80 Meter auseinander liegenden Fußgängerampeln am Nordring, die Staubildung durch zwei Kreisverkehre auf der Herzebrocker Straße und warnte zum Thema Stadthallenbau: »Gebt acht, dass die neue Stadthalle das Stadtsäckel nicht pleite macht.« In Rheda möchte der Till die Geschäftswelt wieder bunter machen mit Eisdielen und Cafés, er begrüßte die Workshops dazu, bekannte aber schließlich: »Verschönerungsmodus hin oder her, für Rheda fällt das sicher schwer.« Auch für den Karneval hatte er einen Wunsch: keine Knöllchen. Für seine »Karnevals-Amnestie« empfiehlt Eulenspiegel der Stadtverwaltung: »Nicht auf den letzten Zehner schauen, so kann man eine bürgerfreundliche Stadt bauen.«

Prächtig angenommen wurden die Stücke der »Kölschen Cover Band« aus Wadersloh. Frontsänger Christoph Görges und seine vier Mitstreiter brachten mit den Klassikern von Brings, Bläck Fööss­, den Höhnern sowie Cat Ballou die Stimmung zum Kochen. Eine kurze Zugabe, dann mussten die fünf schon wieder weiter zum nächsten Auftritt.

Verdienstorden für Martin Schnieder und Antonius Humpe

Jugendgarde mit Solomariechen Jaqueline, die Emsmatrosen und das Männerballett lieferten die weitere Show. Das Männerballett – in Fliegeruniform – imitierte Fluggeräusche eines Kampfjets. Ganz im Stile von »Top Gun«, dem Streifen mit Tom Cruise.

Gemeinsam feiern bedeutete für die KG Helü, auch die anderen Karnevalisten der Emsstadt dabei zu haben. Einen herzlichen Empfang gab es für das Prinzenpaar des WCV, Martina und Reinhold Willmann. Den Verdienstorden der KG Helü überreichte der Vorsitzende Jörg Johannpaschedag an Martin Schnieder und Antonius Humpe. Die beiden waren sichtlich gerührt. »Ihr müsst arbeiten, wenn andere feiern«, stellte Johannpaschedag heraus. »Echte Fründe ston zesamme«, intonierten die beiden daraufhin, die Urkunden unter dem Arm.

Bevor die Harsewinkeler Landeier am Ende des dreistündigen Bühnenprogramms den musikalischen Abschluss machten, hatten die »Huusmeister des Bundesdaachs« noch das Wort. Die waren klasse. »Ich brauche keinen Bätschelör, ich brauche einen Installateur!«, reimten Axel und Frank. Sie zogen über SPD-Schulz her, über Dobrindt (»Der trinkt nur Tee.« – »Ach, deswegen ist der so abgebrüht.«) und über Nahles (»letzter aktiver Eifel-Vulkan«). Energie-Ideen sprachen sie Martin Schulz zu. Windräder baue er im Garten, heizen würde er mit Holzstückchen und Gas nähme er aus dem Darm.

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