Biologische Station lässt Kleinweiher am Hof Dünninghaus in Batenhorst freischneiden »Wasserdrache« soll es besser haben

Rheda-Wiedenbrück (WB). Das im vergangenen Jahr von der Biologischen Station Gütersloh-Bielefeld im Kreisgebiet gestartete Artenschutz-Projekt kommt jetzt auch gefährdeten Kammmolchen in Batenhorst zugute.

Von Carsten Borgmeier
Ist der männliche Kammmolch auf Brautschau, plustert er sich auf. Mit seinem Rückenkamm will der Lurch Weibchen beeindrucken. Daher ist diese Amphibie auch als »Wasserdrache« bekannt. Seine Lebensbedingungen sollen auch in Batenhorst verbessert werden.
Ist der männliche Kammmolch auf Brautschau, plustert er sich auf. Mit seinem Rückenkamm will der Lurch Weibchen beeindrucken. Daher ist diese Amphibie auch als »Wasserdrache« bekannt. Seine Lebensbedingungen sollen auch in Batenhorst verbessert werden. Foto: Burkhard Thiesmeier

So erklärten sich im Herbst Rita und Friedrich Dünninghaus bereit, einen ihrer Kleinteiche am Nölkenweg freischneiden und ausbaggern zu lassen. Durch diese Maßnahmen werden nach Auskunft von Biologin Conny Oberwelland die Lebensbedingungen für dort vorhandenen Kammmolche optimiert.

Insgesamt gibt es nach Angaben der Expertin derzeit 14 Gewässer im südlichen Kreisgebiet, die entsprechend hergerichtet worden sind oder noch werden. »Unterwegs zwischen Laichgewässer und Winterquartier werden viele dieser Amphibien Opfer des Straßenverkehrs«, erläutert Oberwelland, »und auch die intensive Landwirtschaft sowie ein damit verbundener Einsatz von Düngemitteln schmeckt den Molchen gar nicht.«

Lebensraum schrumpft

Die Biologin: »Nicht zuletzt werden Kleingewässer wie Teiche oder Tümpel jahrzehntelang sich selbst überlassen oder verschwinden ganz aus der Landschaft.« Somit schrumpfe der Lebensraum dieser gesetzlich geschützten Tiere immer weiter zusammen. Daher stehe der Kammmolch, wegen seines zur Paarungszeit prächtigen Rückenkamms auch »Wasserdrache« genannt, auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Das Landwirtsehepaar Dünninghaus (120 Milchkühe samt Nachzuchten) hat jedenfalls sofort mitgemacht, als Conny Oberwelland ihnen im vergangenen Herbst das Projekt vorstellte. Finanziell sitzt die Stiftung der Kreissparkasse (KSK) Wiedenbrück mit im Boot. Nach Angaben von Direktor Werner Twent unterstützt die KSK-Stiftung das auf zunächst fünf Jahre angelegte Projekt mit insgesamt 25.000 Euro.

Kammermolche sind neugierig

Mit diesem Budget ist es nicht nur möglich, die Gewässer herrichten zu lassen, es wird auch eine Bestandsaufnahme der Molch-Populationen vorgenommen. Wie Conny Oberwelland weiter ausführte, seien vorliegende Zählungen der Lurche schon viele Jahre alt.

Weitere Gelder kommen von der Europäischen Union (EU). Fachleute wie Conny Oberwelland fahren regelmäßig zu den Teichen, setzen über Nacht Reusen ins Wasser. Am nächsten Morgen erfolgt dann die Kontrolle: »Kammmolche sind neugierig, die schwimmen da gern hinein«, berichtet Oberwelland. Die gefangenen Tiere werden natürlich wieder freigelassen.

Die Biologen sind auch dankbar über Hinweise zu weiteren Vorkommen der Molche. Die Biologische Station ist unter Tel. 05209/980101 erreichbar.

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